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WM-Gucken am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt, was nicht?

Wir verraten Ihnen, wie Sie im Büro so wenig Fußball wie möglich verpassen - 25.06.2018 12:30 Uhr

Firmen wie Puma und Adidas wollen ihren Mitarbeitern Screens zur Verfügung stellen, über die diese zusammen die Weltmeisterschaft verfolgen können. © Andrea Warnecke/dpa


Eines ist auf jeden Fall klar: Raphael Kittel rät dringend davon ab, im Zweifelsfall die Spiele einfach heimlich am Arbeitsplatz zu verfolgen oder gleich ganz wegzubleiben. "Ich schulde am Arbeitsplatz meinem Arbeitgeber meine volle Konzentration und Leistungsfähigkeit", erklärt der Arbeitsrechtsexperte der Nürnberger AfA-Kanzlei. Wer sich nicht daran hält, riskiere eine Abmahnung, in Einzelfällen sogar die Kündigung. In der Tat haben Arbeitsgerichte in diesem Zusammenhang schon mehrfach recht ungnädig geurteilt.

Um Ärger zu vermeiden, sollten Arbeitnehmer deshalb unbedingt mit ihrem Vorgesetzten reden, rät Kittel. Vor dem Spiel, versteht sich. Hoffnung macht eine repräsentative Umfrage der Uni Hohenheim, der zufolge 67 Prozent der Arbeitgeber zumindest den Blick auf die Spielergebnisse während der Arbeitszeit tolerieren wollen.

Bei den Unternehmen in der Region wird das Thema ganz unterschiedlich gehandhabt. Die beiden Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma, die mehrere Teams in Russland ausrüsten, ermuntern ihre Mitarbeiter sogar, die WM zu verfolgen. "Jedes Fußballspiel wird auf einem großen Screen auf der Puma-Plaza sowie in unserer Puma Social Lounge übertragen", teilt das Unternehmen mit.

Mit Kollegen auf der Großbildleinwand gucken

Adidas-Sprecher Oliver Brüggen erklärt: "Selbstverständlich werden wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit ihren Kollegen auf einer Großbildleinwand die Spiele anzuschauen. "Angesichts von Menschen aus 100 Nationen in der Firmenzentrale "versprechen wir uns unterhaltsame und stimmungsvolle Fußball-Stunden".

Auf ihre flexiblen Arbeitszeitmodelle verweisen Siemens und Datev. Hier kommt es also auf eine rechtzeitige Absprache mit den Kollegen und den Vorgesetzten an - dann sollte es in den meisten Fällen für Fans kein Problem sein, WM und Arbeit zu koordinieren. Wobei Siemens-Sprecher Bernhard Lott unterstreicht: "Dabei sollte die Arbeit selbstverständlich nicht vernachlässigt werden. Kundenprojekte und -termine sind einzuhalten."

Pech dagegen hat, wer im Rother Kabelwerk von Leoni, bei der N-Ergie oder der VAG zur Schichtarbeit eingeteilt ist. "Aufgrund des Schichtbetriebs in den Produktionsbereichen ist eine flexible Handhabung der Arbeitszeit leider nicht möglich", erklärt Leoni-Sprecherin Ina Waedt. "Die Mehrzahl der VAG-Mitarbeiter arbeitet im Schichtdienst und muss auf dem Posten bleiben", sagt auch Jasmin Kleinschroth für VAG und N-Ergie. Und wer einen Bus oder eine U-Bahn steuere, für den gelte ohnehin ein absolutes Handy- und Radioverbot während der Fahrt.

 

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Gregor le Claire Redaktion Wirtschaft E-Mail

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