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So viel Weihnachtsgeld zahlen die Betriebe in der Region

DGB-Chef Doll: Weihnachtsgeld zeigt die wahre Wertschätzung - 15.11.2019 05:58 Uhr

Freiwillig mehr als die im Tarif vermerkten 60 Prozent vom Gehalt überweist auch Uvex aus Fürth an Weihnachten. © Matthias Glaser


Eigentlich geht es Weihnachten ja darum, dass Gott selbst Mensch geworden ist, aber klar: So ein paar Geschenke unterm Tannenbaum gehören schon auch dazu. Und freuten sich nicht schon die drei Weisen aus dem Morgenland so sehr über die göttliche Bescherung in Bethlehem, dass sie Baby Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe zum, a ha!, Geschenk machten?

Passend dazu hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung nun frohe Kunde: Auch in diesem Jahr zahlen viele Unternehmen ihren Beschäftigen wieder ein Weihnachtsgeld aus. Wobei Stephan Doll, DGB-Chef in Mittelfranken, großen Wert darauf legt, dass es sich dabei keineswegs um eine milde Gabe handelt, "sondern um ein tarifvertraglich hart erkämpftes Recht".

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Weihnachtsgeld 2019: Das zahlen die Firmen aus der Region

Eigentlich geht es Weihnachten ja darum, dass Gott selbst Mensch geworden ist, aber klar: So ein paar Geschenke unterm Tannenbaum gehören schon auch dazu. Zum Glück zahlen viele Arbeitgeber in diesen Wochen wieder ein Weihnachtsgeld aus. Besonders großzügig zeigen sich dabei in der Region ein Helm-Spezialist und ein Sportartikel-Hersteller.


Tatsächlich bekommen der Böckler-Studie zufolge 53 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Weihnachtsgeld. In tarifgebundenen Betrieben aber sind es sogar 76 Prozent. Allerdings sind beide Werte im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Unterschiede gibt es nach wie vor auch zwischen West (56 Prozent) und Ost (45 Prozent) sowie zwischen Männern (55 Prozent) und Frauen (50 Prozent). Oder anders gesagt: Die statistisch größte Chance auf Weihnachtsgeld haben männliche Beschäftigte in westdeutschen, tarifgebundenen Betrieben.

Dass es unterm Strich aber weniger Unternehmen gibt, die die Sonderzahlung überweisen, irritiert Gewerkschafter Doll. Denn die Wirtschaft klage doch sonst so sehr über ihre Not, gute Leute zu finden und zu halten. "Das Weihnachtsgeld wäre doch eigentlich eine tolle Möglichkeit, für sich als guter Arbeitgeber zu werben", sagt Doll.

Die inzwischen schon traditionelle Weihnachtsgeld-Umfrage der Nürnberger Nachrichten bei Arbeitgebern in der Region zeigt, dass das einige Unternehmen aber offenbar ebenfalls erkannt haben. So zahlt beispielsweise Adidas an die tariflich beschäftigten Mitarbeiter ein volles Gehalt aus. "Dabei entsprechen 60 Prozent eines monatlichen Tarifentgelts der im Tarifvertrag vereinbarten Leistung, den Rest leistet Adidas freiwillig", so ein Adidas-Sprecher. Freiwillig mehr überweist auch Uvex aus Fürth.

Belohnung fürs Buckeln

Überall dort, wo der Tarifvertrag der IG Metall gilt, erhalten die Beschäftigten bis zu 55 Prozent eines Monatsgehalts ausgezahlt, abhängig von den Jahren der Betriebszugehörigkeit. Zum Beispiel bei Siemens, dem größten privaten Arbeitgeber der Region. "Hinzu kommen freiwillige Leistungen, wie beispielsweise die Möglichkeit der Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm, steuerfreie Kinderbetreuungszuschüsse oder Unterstützung bei Kinderbetreuungsplätzen", erklärt Siemens-Sprecher Bernhard Lott.

Generell ein vergleichsweise hohes Weihnachtsgeld erhalten laut Böckler-Stiftung die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der chemischen Industrie und in der Druckindustrie. "Beschäftigte, die das ganze Jahr über buckeln, haben das einfach verdient", sagt Doll.

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