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Kommentar zu Siemens: Corona kommt vor persönlichem Ehrgeiz

Kaeser setzt Konzern unnötig unter Druck - und sollte aufpassen, nicht zu überziehen - 08.05.2020 14:51 Uhr

Überzieht er in der Coronakrise? Siemens-CEO Joe Kaeser.

© Peter Kneffel, dpa


Die kassierte Prognose für das Geschäftsjahr? Geschenkt. Angesichts der dicken roten Striche, die die Coronakrise gerade quer über die Branchen durch die Bilanzen zieht, wäre es eher überraschend gewesen, wenn sich ausgerechnet Siemens dem hätte entziehen können. Nein, es sind die Randbemerkungen, mit denen der Konzern diese Entscheidung begleitet, die aufhorchen lassen.

Im Grunde weiß kein Experte im Moment, wie sich die Pandemie in den kommenden Wochen entwickeln wird – und in der Folge auch nicht, was auf die Wirtschaft noch zukommt. Aber Siemens-Chef Joe Kaeser erklärt, im nächsten Quartal werde die Talsohle erreicht? Ebenso unvorhersehbar ist das Börsenklima in ein paar Monaten. Aber der Konzern bleibt entschlossen, bis Ende September die Energiesparte an die Börse zu bringen?

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Da schwingt reichlich frohe Hoffnung mit. Es kann so kommen, sicher ist das aber alles keineswegs. Und es stellt sich die Frage, warum Siemens trotzdem an dieser Stelle unnötig hohe Erwartungen weckt, an denen sich der Konzern dann natürlich auch messen lassen muss? So menschlich nachvollziehbar es wäre, wenn im Hintergrund auch eine Rolle spielt, dass der ehrgeizige Kaeser in seinen letzten Monaten als CEO noch so viele seiner Projekte wie möglich abgeschlossen sehen will: Er muss aufpassen, dass er nicht überzieht. Priorität muss nun sein, Corona zu bewältigen.

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