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Kommentar: Die Prinovis-Schließung schmerzt Nürnberg

NN-Redakteurin Verena Litz erklärt, warum das Aus ein Nackenschlag ist - 10.04.2019 19:56 Uhr

Auch der Otto-Katalog wurde von Prinovis gedruckt. © Roland Fengler


Mit dem Aus für die Druckerei fällt ein wichtiger Arbeitgeber weg – bei Prinovis verdienen sich aktuell gut 900 Menschen ihren Lebensunterhalt. Männer und Frauen, die oft auch Familie haben. Das heißt: Von der Rotstift-Politik des Prinovis-Mutterkonzerns Bertelsmann sind noch viel mehr Menschen betroffen.

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Nicht nur in der Druckindustrie ist der Wind spürbar rauer geworden. Auch aus anderen Branchen kommen vermehrt Hiobsbotschaften. Gerade erst hat der Pharma- und Chemieriese Bayer erklärt, in Deutschland 4500 Arbeitsplätze abzubauen. Bei der Warenhauskette Kaufhof zittern seit der Fusion mit Karstadt viele Beschäftigte um ihren Job. Der Zulieferer Schaeffler hat ebenfalls einen Stellenabbau in Deutschland angekündigt. Die Liste ließe sich mit Blick auf die Meldungen der vergangenen Wochen noch verlängern.

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Die Sparprogramme aus den Führungsetagen der Unternehmen sind umso alarmierender, da sie Deutschland in einer Zeit erreichen, in der die Wirtschaft eigentlich läuft. Was die Frage aufwirft: Was passiert erst, wenn der Konjunktur die Luft ausgeht? Die einschlägigen Auguren haben bereits auf breiter Front ihre Wachstumsprognosen für 2019 gesenkt. Allzu groß ist der Pessimismus allerdings nicht, für 2020 sehen die Vorhersagen schon wieder besser aus.

Bleibt zu hoffen, dass die Prinovis-Beschäftigten bis dahin auch eine neue Perspektive haben. Denn das Werk in Nürnberg ist dann fast schon Geschichte.

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