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Insolvent: Fränkischer TV-Hersteller Loewe stellt Betrieb ein

Zahlung von Löhnen und Gehältern sei bis Juli sichergestellt - 25.06.2019 14:19 Uhr

Loewe ist ein Stück fränkische Technologie-Historie. Die Kronacher setzen jetzt alles daran, nicht selbst zu Geschichte zu werden. © Nicolas Armer/dpa


Vor wenigen Wochen gab sich die Geschäftsleitung von Loewe, die bereits in den vergangenen Jahren immer wieder in Not kamen, zuversichtlich. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sollte die Weichen stellen, ein "nachhaltiges Zukunftskonzept" das fränkische Traditionsunternehmen in die selbige führen. Doch jetzt gaben die Kronacher bekannt: Man werde in ein Regelinsolvenzverfahren wechseln. 

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Man habe für die Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts nicht "den erforderlichen Rückhalt gefunden", sagt Ralf Vogt, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Konkret heißt das, man habe kein Massendarlehen bekommen. "Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 1. Juli vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen." Wie es dann weitergeht, bleibt unklar. Die Gehälter und Löhne der rund 400 Mitarbeiter seien aber im Rahmen von Insolvenzgeld sichergestellt, der "initiierte Investorenprozess soll fortgesetzt werden", so Vogt. 

Künftig will sich Loewe auf seine Kernkompetenzen fokussieren, um den Vertrieb, das Marketing und das Produktdesign rund um Fernsehgeräte. Dazu habe man Entwicklungspartnerschaften im Audio- und TV-Bereich gestartet, außerdem die Grundlagen für den Aufbau eines Online-Vertriebs gelegt. "Unsere Partner haben uns für die Zukunft vollste Unterstützung zugesagt", sagt Vogt, "und diese in den letzten Wochen bereits unter Beweis gestellt." 

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