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Gewinner und Verlierer: So hoch sind die Einkommen in Franken

In den meisten Kommunen der Region stieg das verfügbare Jahreseinkommen - 24.04.2019 10:26 Uhr

In Nürnberg ist der Wert des Jahreseinkommen im Vergleich gesunken, ebenso in Ansbach und Fürth. © Günter Distler


Gespaltener Freistaat: In Nürnberg selber müssen die Einwohner heute statistisch sogar sparsamer leben als noch zur Jahrtausendwende, ebenso in Fürth und Ansbach. Das ergibt sich aus einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Experten untersuchten dazu die Entwicklung der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zwischen 2000 und 2016. Basis waren unter anderem Daten der Statistischen Landesämter.

Demnach konnte jeder Einwohner Nürnbergs vor zwei Jahren rechnerisch 21.785 Euro für Konsum oder Sparen ausgeben, also beispielsweise die Miete, Einkäufe oder Urlaub. Das waren inflationsbereinigt 3,5 Prozent weniger als 2000. Größter Gewinner der Region in diesem Zeitraum waren laut Studie die Einwohner des Landkreises Ansbach mit einem Plus von 23,1 Prozent auf 22.629 Euro im Jahr 2016.

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier)

Zum Vergleich: Für ganz Bayern liegt der Durchschnittswert bei 24.026 Euro, für Deutschland bei 23 295 Euro. Vor allem die Menschen in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet verfügen über relativ geringe Einkommen. Bis im Land von einheitlichen Lebensverhältnissen geredet werden könne, sei es noch ein weiter Weg, so Studienautor Eric Seils. 

Ziemlich gut kommt auch Schwabach weg: Goldschlägerstadt klingt schon so nach Handel und Wohlstand – und das offenbar nicht ganz zu Unrecht. Statistisch verfügte jeder Einwohner Schwabachs im Jahr 2016 über ein Einkommen von 25.418 Euro. Das bedeutet nicht nur ein Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zu 2000, sondern das ist in absoluten Zahlen auch der Spitzenwert im Großraum Nürnberg.

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Nicht einmal die Einwohner des Landkreises Erlangen-Höchstadt, bei Statistiken dieser Art traditionell stark, können da mithalten. 25.135 Euro sind es hier pro Kopf (plus 3,5 Prozent zu 2000). "Verfügbares Einkommen" heißt dabei, dass Steuern beispielsweise auf das Gehalt einer Person, Sozialbeiträge oder umgekehrt auch staatliche Transferleistungen wie Kindergeld bereits verrechnet wurden. Es ist also der Betrag, der tatsächlich für Konsum oder Sparen zur Verfügung steht – Beiträge zur Riester-Rente, Urlaub, Miete, Kreditraten, Lebensmittel, Kino und so weiter.

Drei klare Verlierer

Preisbereinigt legte das durchschnittliche verfügbare Einkommen pro Einwohner zwischen 2000 und 2016 fast in allen Städten und Landkreisen im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung zu. Prozentual besonders deutlich war das in den Landkreisen Ansbach (plus 23,1 Prozent auf 22.629 Euro) und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim (plus 20,8 Prozent auf 22.380 Euro) der Fall, leicht in Erlangen (plus 1,3 Prozent auf 23.528 Euro) oder Nürnberger Land (plus 3,4 Prozent auf 24.993 Euro).

 

Doch es gibt auch drei Verlierer: In der Stadt Ansbach sank der Wert in diesem Zeitraum um 6,3 Prozent auf 20.737 Euro, in Nürnberg um 3,5 Prozent auf 21.785 Euro, in der Stadt Fürth um 1,9 Prozent auf 23.061 Euro. Da laut anderer Studien parallel auch noch insbesondere in Nürnberg die Immobilien- und Mietpreise extrem gestiegen sind, dürfte sich damit gerade in der Halbmillionen-Metropole der finanzielle Druck auf vielen Haushalten seit der Jahrtausendwende empfindlich erhöht haben. 

Gregor le Claire

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