26°

Samstag, 08.08.2020

|

zum Thema

Galeria Karstadt Kaufhof konnte noch sechs Filialen retten

Allein durch Corona Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro - 03.07.2020 11:31 Uhr

Noch immer droht 56 Filialen das Aus.

© Hendrik Schmidt, dpa


Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) will nach Zugeständnissen der Vermieter sechs Filialen weniger schließen als ursprünglich geplant. Für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg Lorenzkirche, Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen gebe es jetzt wieder eine Zukunftsperspektive, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Miguel Müllenbach am Freitag in einem Mitarbeiterbrief mit. Rund 750 Mitarbeiter behalten dadurch ihren Arbeitsplatz.

In schwierigen Verhandlungen sei es gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten, betonte der Manager, der selbst das Verhandlungsteam führte. Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings weiterhin "keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive".


Karstadt an der Nürnberger Lorenzkirche ist gerettet


Erst vor zwei Wochen hatte der Handelsriese zum Entsetzen vieler Mitarbeiter und der betroffen Kommunen die Schließung von insgesamt 62 Filialen in 47 Städten angekündigt. Der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz betonte damals: "Dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden." Wenig später wurde bekannt, dass der Konzern auch 20 von 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports und bis zu 24 Filialen von Karstadt Feinkost schließen will.

Bilderstrecke zum Thema

Nürnberger Karstadt-Angestellte protestierten mit Menschenkette

Der Kampf um den Erhalt der beiden Nürnberger Karstadt-Häuser geht weiter: Vor der Filiale Lorenzkirche haben am Dienstag mindestens 200 Angestellte mit einer Menschenkette demonstriert.


In den betroffenen Kommunen lösten die Ankündigungen in vielen Fällen Sorge vor einer Verödung der Innenstädte aus. Der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, sagte: "Die massenhaften Schließungen von Filialen bei Karstadt Kaufhof sind für die betroffenen Städte ein tiefer Einschnitt. Mit diesen Kaufhäusern geht ein Ort der Versorgung und Begegnung verloren."

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Bilderstrecke zum Thema

Warenhaus-Romantik und Insolvenz-Kampf: Die Karstadt-Geschichte

Karstadt ist mehr als nur eine Warenhauskette. Karstadt ist Kulturgut, ein Stück deutsche Geschichte. Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, eine Geschichte mit Zwischentönen. Eine Geschichte zwischen Warenhaus-Romantik und Insolvenz-Kampf.



Verpassen Sie keine Nachricht mehr! In unserem neuen täglichen Newsletter "Mittags um 12 - Zeit für die Region" erfahren Sie alles Wichtige über unsere Region. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 12 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

Es ist Sommer, die Ferien rufen! Lesen Sie 4 Wochen für nur 19 Euro mit unserem Ferienangebot. Inspirationen und Ausflugstipps ab jetzt jeden Dienstag und Freitag in der Sommerserie. Jetzt über diesen Link bestellen!

dpa

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft