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Corona: NürnbergMesse brechen über zwei Drittel des Umsatzes weg

Fränkischer Konzern sieht sich aber für die Zukunft gerüstet - 07.07.2020 14:58 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen: Besucherinnen und Besucher im Messezentrum Nürnberg in Langwasser. Aktuell herrscht in den Hallen und Kongressräumen gähnende Leere. Corona hat das Veranstaltungsgeschäft noch immer im Griff. 

© Heiko Stahl


"Der Metropolregion Nürnberg fehlt heuer eine Milliarde Euro", schätzt NürnbergMesse-Chef Peter Ottmann mit Blick auf die Umsätze, die Hotellerie, Gastronomie, Verkehrsbetrieben und Handel in diesem Jahr verloren gehen, weil im Messezentrum in Langwasser seit vielen Wochen gähnende Leere in den Hallen herrscht. Bis heute habe es wegen Corona 41 Verschiebungen oder Absagen im Veranstaltungskalender gegeben, davon allein 23 in Nürnberg.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeigten sich Ottmann und Co-Chef Roland Fleck verhalten optimistisch: "Wir tauen jetzt langsam wieder auf." Beide hoffen, dass das Geschäft auch am Heimatstandort wieder anläuft - wobei viel davon abhängt, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. Denn das hat Auswirkungen darauf, in welchem Maße Aussteller und Besucher - insbesondere auch jene aus dem Ausland - den Weg in die Frankenmetropole finden.

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Viele haben nun jede Menge Zeit, da sie sowieso nicht ausgehen können. Aber heißt das auch, dass wir mehr online kaufen? In Zeiten von Corona leidet der Großteil der Unternehmen unter Umsatzeinbußen. Aber nicht alle. Eine Übersicht über all jene Branchen und Unternehmen, bei denen das Geschäft boomt.


Zugleich setzen die fränkischen Messemacher auf digitale und hybride Messeformate. Sprich: reale und virtuelle Veranstaltungen - oder eben eine Kombination aus beidem. So soll etwa die Landschafts- und Gartenbaumesse GaLaBau im Herbst als Hybrid an den Start gehen. Die IT-Sicherheitsmesse it-sa dagegen läuft komplett online. Eines machten die Manager allerdings auch klar: "Echte" Messen sind wegen ihrer "Lagerfeuer"-Funktion auch in Zeiten der Digitalisierung wichtig und kein Auslaufmodell.

"Nürnberg: Wasserstoff-Hauptstadt Europas"

Neue Wege geht die NürnbergMesse auch beim zukunftsträchtigen Thema Wasserstoff: Mit der Veranstaltung "Hydrogen Dialogue" am 18. November im Nürnberger Messezentrum vernetzt das Unternehmen nicht nur bayerische, deutsche und europäische Akteure rund um das Thema Wasserstoff, sondern unterstützt auch die Wasserstoffstrategie des Freistaates Bayern, wie die Messespitze erläutert. Das neue Format sei die künftig zentrale Plattform für Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. "Unser Ziel ist es, Nürnberg zur Wasserstoff-Hauptstadt Europas zu machen", erklärte Ottmann.

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Wer profitiert von dem Konjunkturpaket?

Ein riesiges Konjunkturpaket haben die Spitzen der großen Koalition nach zweitägigen Verhandlungen beschlossen. Damit soll die Wirtschaft wieder angekurbelt werden, die in der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht ist. "Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen", sagte Vizekanzler Olaf Scholz am Mittwochabend. Doch wer profitiert von den Milliarden?


Das vergangene Geschäftsjahr ist indes noch etwas besser gelaufen als gedacht. Mit 285,7 Millionen Umsatz ist es das erfolgreichste ungerade Jahr der Unternehmensgeschichte, wie die Firmenspitze erläuterte. Der Gewinn lag bei 2,3 Millionen Euro. In ungeraden Jahren finden turnusgemäß weniger Veranstaltungen statt als in geraden.

„Für die NürnbergMesse war das Geschäftsjahr 2019 ein echtes Rekordjahr. Unsere starken Finanz- und Veranstaltungskennzahlen bildeten die stabile Ausgangsbasis für ein weiteres erfolgreiches und ebenso rekordverdächtiges Messejahr 2020 – bevor wir dann ebenso unverschuldet wie massiv von der Corona-Pandemie beeinträchtigt wurden“, so Fleck.

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