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Beyond Burger bei Lidl wieder vergriffen: Der Hype geht weiter

Vegantrend sorgt für frustierte Discounter-Kunden - 16.06.2019 11:26 Uhr

Sieht aus wie Fleisch, riecht wie Fleisch, schmeckt wie Fleisch - ist aber keins: Der Beyond Burger. © Beyond Meat burger


Das Produktversprechen lässt kaum Wünsche offen: Für die Herstellung eines Beyond Burgers brauche es 99 Prozent weniger Wasser, 93 Prozent weniger Land, 46 Prozent weniger Energie und 90 Prozent weniger Treibhausgase als bei einem Viertelpfund-Rindfleisch-Burger. Und trotzdem soll man den Unterschied nicht schmecken und auch nicht sehen – unter anderem dank des Rote-Beete-Saftes, mit dem das auf Erbsenproteinbasis erstellte Pattie getränkt ist. So soll der Fleischsaft eines zartrosa gebratenen Hackfleischburgers imitiert werden. Ein Produkt für den Zeitgeist und fürs gute Gewissen.

Und dennoch sorgt das Produkt momentan vor allem für: Frust. "Danke für nichts", schreibt ein User auf der Facebook-Seite von Lidl. Nur fünf Minuten nach Ladenöffnung um 7 Uhr morgens, so gibt es der Kunde an, seien bereits keine Beyond-Patties mehr verfügbar gewesen. 4,99 Euro kosteten die fleischlosen Frikadellen im Discounter-Doppelpack, deutlich mehr als das echte Fleisch in der Kühltheke, für das Tiere sterben mussten. Ein stolzer Preis, denn der Beyond Burger ist offiziell kein Bio-Produkt. Wer das Produkt im Netz bestellen möchte, zahlt sogar rund 3,50 Euro pro Pattie – und das auch nur bei Abnahme eines Zehnerpacks.

Zahlreiche andere User verschaffen ihrem Frust in den Social-Media-Kommentarspalten ebenso Luft, viele haben demnach am Samstag gleich in mehreren Lidl-Filialen ihr veganes Glück gesucht, doch nur die wenigsten haben es gefunden. "Da die Nachfrage weltweit so unglaublich hoch ist, werden uns aktuell leider noch nicht ausreichend Burger-Patties zur Verfügung gestellt", versucht Lidl die Kunden zu besänftigen. "Wir setzen natürlich alle Hebel in Bewegung und geben unser Bestes, um sie so schnell wie möglich dauerhaft in unser Sortiment aufnehmen zu können."

Ob das so stimmt, oder ob es nicht doch nur eine Marketingstrategie des Discounters ist, um den aktuell globalen Hype um das Produkt zu nutzen und weiter zu befeuern, das weiß nur Lidl selbst. Hinter dem Beyond Burger steckt das kalifornische Unternehmen Beyond Meat, das 2018 etwa 88 Millionen Dollar Umsatz erzielte – und nun, rund sechs Wochen nach seinem Börsengang im Mai, mehrere Milliarden Dollar wert ist. Zwei Jahre zuvor ist Tyson Foods, der wohl größte Player in der amerikanischen Fleischindustrie, anteilig bei Beyond Meat eingestiegen. Heute gehört auch FDP-Chef Christian Lindner zu den Aktionären. Und freut sich über seinen Anleger-Erfolg.

Den Beyond Burger gibt es übrigens nicht nur im Discounter und im Internet. In Nürnberg bieten aktuell drei Restaurants den Vegantrend auf Tellern an: Das Veganel in der Fürther Straße, das Pub The King‘s Arms am Jakobsplatz und Mam Mam Burger. Hier kann sich jeder selbst ein Bild machen, ob das wirklich so klappt, mit dem Rote-Beete-Saft. Und ob der Hype auch schmeckt.

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