10°

Dienstag, 16.07.2019

|

zum Thema

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Wann und wie wird gewählt?

Im März stimmt das Bundesland über Bürgermeister, Kreis-, Gemeinde-, Land- und Stadträte ab - 26.06.2019 11:21 Uhr

Bei der vergangenen Kommunalwahl 2014 gaben - leider - viel zu wenig Wahlberechtigte ihre Stimme ab. © Hans-Joachim Winckler


Die bayerischen Kommunalwahlen finden alle sechs Jahre statt, zuletzt am 16. März 2014. In allen 25 kreisfreien Städten wurde der Stadtrat sowie in den über 2000 Gemeinden des Freistaats der Gemeinderat gewählt. Zeitgleich fand in den meisten Orten die Wahl des ersten Bürgermeister, der ersten Bürgermeisterin bzw. des Oberbürgermeisters, der Oberbürgermeisterin statt.

Außerdem wurden in den Landkreisen die Mitglieder des Kreistags sowie ein Landrat oder eine Landrätin bestimmt. Von den 10,1 Millionen Stimmberechtigten nahmen nur 55,0 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch, das war seit 1946 ein Rekordtief.

Die nächste Kommunalwahl findet am Sonntag, dem 15. März 2020 statt.

Das bayernweite Ergebnis 2014

Die CSU erhielt 2014 in Bayern 39,7 Prozent der Stimmen (2008: 40,0 Prozent), die SPD 20,7 Prozent (2008: 22,6 Prozent), die Grünen 10,2 Prozent (2008: 8,2 Prozent). Die bereits im Landtag vertretenen Freien Wähler hatten in manchen kreisfreien Städten und Landkreisen Premiere und erzielten landesweit 3,9 Prozent.

2020 könnten die Zahlen ganz anders aussehen: Wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl, kämen die Grünen laut GMS-Umfrage auf 23 Prozent, die SPD lediglich auf acht Prozent. Bei der CSU wäre der Stimmverlust mit 37 Prozent deutlich kleiner.

Panaschieren und Kumulieren

Kommunalwahl - das war die Wahl, bei der der Wahlzettel schon mal die Größe eines Tischtuches annehmen kann und die Begriffe "Panaschieren" und "Kumulieren" eine große Rolle spielen.

So sah der Wahlzettel bei den letzten Kommunalwahlen 2014 aus. © Eduard Weigert


Die Wahlzettel sind deshalb so riesig, weil bei dieser Wahl die Person vor der Partei steht: Man kann zwar die ganze Partei bzw. Liste wählen, kann aber auch seine Stimmen an einzelne Bewerber verteilen. Dabei hat der Wähler so viele Stimmen, wie Gemeinde-, Stadt- oder Kreisräte zu wählen sind (in Nürnberg zum Beispiel 70). Dabei darf der Wähler einem Bewerber mehrere, höchstens aber drei Stimmen geben - das nennt man kumulieren oder auch häufeln. Panaschieren bedeutet, dass der Wähler auch Kandidaten verschiedener Listen wählen kann.

Wann gibt es eine Stichwahl?

Zu einer Stichwahl kommt es immer dann, wenn mehrere Kandidaten zur Auswahl stehen, aber keiner von ihnen im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der Stimmen, auf sich vereinen konnte. In diesem Fall treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen ein zweites Mal gegeneinander an. Stichwahlen sind nur für Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte möglich. 

Wer ist wahlberechtigt?

Zur Urne darf, wer volljährig ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Im Gegensatz zur Bundestags- oder Landtagswahl dürfen aber auch EU-Bürger den Stimmzettel ausfüllen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen seit mindestens drei Monaten in Bayern gemeldet sein. Italiener, Franzosen oder Griechen dürfen also wählen, türkischstämmige Mitbürger dagegen nur dann, wenn sie einen deutschen Pass haben.

Das war die Kommunalwahl in Bayern 2014.

Das war die Landtagswahl in Bayern 2018. 

nb

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wahlen