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Zwillings-Alarm: Konfusion beim Hockey

Die Brüder Fabian und Dominik Hahn teilen bei der Spielvereinigung eine sportliche Leidenschaft - 11.02.2019 11:00 Uhr

Eine Kugel, zweimal Hahn: Fabian Hahn (rechts) und sein Bruder Dominik spielen seit 1997 fürs Kleeblatt, nur für ein paar Jahre trennten sich die Wege. © Foto: Eigler


Dieser Moment, wenn du glaubst, deinen Gegenspieler im Blick zu haben, doch dann taucht der Typ plötzlich ganz woanders auf: Genau das kann passieren, wenn man das Hockeyteam der SpVgg Greuther Fürth zum Gegner hat. Verantwortlich für die Verwirrung sind die Zwillinge Dominik und Fabian Hahn.

Mit Unterbrechungen spielen sie seit 1997 fürs Kleeblatt. "Angefangen hat das alles beim Eltern-Kind-Turnen", erinnern sich die beiden. Dort fragte eine Hockey-Trainerin die Jungs, ob sie die Sportart ausprobieren wollten. Sie wollten. Und fanden darin ihre Leidenschaft.

"Hockey ist kein Alltagssport. Es fordert und stellt hohe Ansprüche", schwärmt Fabian Hahn. "Es ist viel Koordination und Technik nötig. Dazu ist es ein sehr schneller Sport, es geht ständig hin und her, der Adrenalinpegel ist hoch." In der Halle gehe es wegen des glatten Bodens besonders zur Sache. "Dadurch wird das Spiel noch schneller, und es fallen mehr Tore", weiß der offensive Mittelfeldspieler.

Sein Bruder Dominik bevorzugt Feldhockey. Dort spielen – wie beim Fußball – elf gegen elf, in der Halle sind es nur sechs Spieler pro Mannschaft. "Weil das Feld im Freien größer ist, wird das Spiel flexibler. Die Taktik ist dann umso wichtiger", sagt der Energietechniker. So unterscheiden sich die Brüder – hier der Zocker, dort der Taktiker.

Egal ob drinnen oder draußen, laut den Hahns ist es beim Hockey wichtig, früh anzufangen. "Wenn man Erfolg haben will, sollte man schon von klein auf die Bewegungsabläufe kennen und einstudieren. Hockey verlangt koordinativ sehr viel ab." Als Beweis nennt Fabian Hahn die Kaderzusammensetzung beim Kleeblatt: "Mit den meisten spielen wir schon seit der Kindheit und Jugend zusammen. Da sind Freundschaften entstanden, die auch außerhalb des Feldes gepflegt werden. Wir spielen fast mit derselben Mannschaft wie in der Jugend."

Das schlägt sich auf dem Platz nieder. Das Team ist eingespielt, besonders mit dem Bruder klappt das Zusammenspiel blind. "In vielen Situationen hilft es uns, dass wir uns gegenseitig auswendig kennen. Man sieht im Voraus, was der andere vorhat, und gewinnt dadurch die entscheidenden Sekundenbruchteile", erzählt Dominik Hahn.

Hockey ist für die beiden auch daheim ein großes Thema. Gibt es da auch Frotzeleien? "Wir machen uns schon auf Fehler aufmerksam", sagt Dominik Hahn und schmunzelt. Meist sei das aber sehr konstruktiv, denn: "Von außen betrachtet fallen dem anderen Fehler auf, die man selbst nicht bemerkt. So etwas ist total wertvoll." Gemeinsame Trainingseinheiten, auch zu zweit, helfen da weiter.

Was beide ebenfalls am Hockey schätzen: das geringe Aggressionspotenzial. "In der Halle schwappt zwar die Stimmung manchmal über, aber man kann sich nur kurz Aggressivität erlauben, weil es hin und her geht", meint Fabian Hahn. Diskussionen seien unüblich.

Lehrreich für das eigene Spiel war auch die Zeit von 2011 bis 2017, als Dominik Hahn für die HG Nürnberg auflief, und das auch in der Zweiten Liga. "Das Tempo ist wesentlich höher, die Technik anspruchsvoller. Da kann man viel lernen. Geld verdienen lässt sich damit dennoch nicht." Für den Bruder steht als Highlight die Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft und der Aufstieg in die Oberliga mit der SpVgg, der sie auch auf dem Fußballplatz die Daumen drücken.

Doch Hand aufs Herz: Wie ist das mit den Verwechslungen? Fabian Hahn lacht. "In unserer Jugend ist das dauernd passiert, da sahen wir uns noch viel ähnlicher. Sogar unsere Eltern hatten auf die Distanz öfter Probleme. Unser Erstaunen war oft groß, wenn uns der Trainer auseinanderhalten konnte."

Auch den Gegner kann es in der Hitze des Gefechts gelegentlich verwirren – und dann braucht es schon ein gutes Auge, um den richtigen Hahn im Blick zu behalten. 

Markus Eigler

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