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Überraschend erfolgreich: Tennis-Herren des SC Eltersdorf

Tabellenführer der Kreisklasse 4, die Spieler kommen eigentlich vom Hockey oder Fußball - 03.08.2020 11:00 Uhr

Vier Siege, ein Remis: Nach dem 3:3 beim TC Sportpark NW Fürth II waren die Eltersdorfer enttäuscht. Ansonsten aber durften sie immer jubeln.

© Foto: Philipp Lunemann


Den richtigen Social-Media-Manager haben sie jedenfalls engagiert. Kaum war die neue Mannschaft gegründet, ploppte der passende Account auf Instagram auf: Als "sceltersdorf–tennis–00" teilen die Sportler seither freudig, wie es ihnen auf den Tennisplätzen der Region ergeht. Spannend ist das, schließlich ist es auch für viele von ihnen das erste Mal. Denn eigentlich sind die Mitglieder des Eltersdorfer Herren-Teams gar keine Tennisspieler.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Raus aus der Krise rein in die Pause - Spitzenreiter! Am heutigen Sonntag hatten die Quecken von der Langenaustraße ihr nächstes Auswärtsspiel vor der Nase. Nach drei Heimspielen in Folge ging die Reise der unerschrockenen 4 ins schöne Langenzenn. Da der Kapitän Yann Vogel immer noch im Urlaub weilt führte abermals Lukas Bernet(eigentlich Berneth) seine Jungs aufs Feld. Das Quartett wurde von Jost Bernet, Tobias Marx und Marvin Freisler komplettiert. Nach einem 3:3 im letzten Spiel galt es heute den Platz an der Sonne zu festigen und einen Auswärtssieg einzufahren. Dass Bernet mit seiner Aufstellung wieder richtig lag zeigte sich sofort in den 4 Einzelspielen. Diese wurden allesamt (mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand) gewonnen. Besonders möchten wir hier Marvin Freisler zum Debüt und gleichzeitig zum ersten ungefährdeten Einzelsieg (6:2 6:1) der Saison gratulieren. In den anschließenden Doppelspielen konnte nur noch ein weiterer Sieg (Bernet/Bernet) verzeichnet werden. Freisler und Marx verspielten den ersten Satz knapp im Tie Break und ergaben sich im zweiten Satz dann ihrem Schicksal. Alles in allem also ein verdienter 5:1 Auswärtssieg, der nach der Mini-Krise letzten Sonntag dringend nötig war. Unsere Herren haben sich nun eine längere Pause verdient. Am 20.09 geht es dann im Spiel gegen Puschendorf um den Titel in der K4 WE078. Save the Date! #roadtopuschendorf#gutschlag

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"Wir haben uns überlegt: Was darf man in diesem Jahr überhaupt noch machen?", sagt Lukas Bernet. Er selbst spielt in seiner Freizeit normalerweise Hockey. Doch dort, meint der 28-Jährige, war schnell klar, dass es wegen Corona sobald nicht weitergehen würde. Im Tennis hingegen ist der Liga-Betrieb längst wieder erlaubt. "Ich habe früher auch gespielt, doch in den Jahren zuvor haben immer die Leute gefehlt, um eine Mannschaft zu melden."

Die meisten Freunde von Lukas Bernet sind ebenfalls Sportler, und vor Corona hatten sie an den Wochenenden immer etwas vor. Lukas Bernet ging es genauso: "Zwar habe ich in der Liga Tennis gespielt, doch niemals alle Spiele machen können." Hockey ging immer vor. Doch jetzt ist eben erst einmal kein Hockey. Schnell fanden sich im Frühjahr 15 Männer und gründeten die Tennis-Mannschaft des SC Eltersdorf.

Darunter Lukas’ Bruder Jost Bernet vom Turnerbund Erlangen, aber auch der Kapitän des NHTC, Frederik Wolf. Sorgen, dass alle komplett auf Tennis umzusteigen, müssen sich die etatmäßigen Mannschaften nicht machen, meint Lukas Bernet. Wolf wird beispielsweise beim Tennis ausfallen, wenn es mit dem NHTC in der Bundesliga wieder losgeht.

Gemeldet hat sich das SCE-Team für die unterste Liga, nachdem es in der Vorsaison gar keine Quecken-Mannschaft bei den "Herren 00" gegeben hatte. Jetzt klappt es ganz gut. "Wir sind relativ erfolgreich, weil wir im Gegensatz zu den anderen Mannschaften in der Liga sportlicher aufgestellt sind", sagt Bernet. "Ein paar von uns haben früher schon gespielt, manche sind komplett neu und üben erst einmal nur." Training ist immer freitags, "damit man danach noch zusammen das Wochenende einläuten kann", sagt Bernet.

Gibt es eine Meisterfeier am Goldstrand?

Der Spaß steht im Vordergrund. Doch Ehrgeiz bringen die Sportler natürlich auch mit. "Man merkt, dass es eine Einzelsportart ist", sagt Lukas Bernet. "Es gibt Leute, die nicht so fit wirken. Doch verbissen sind sie alle. Jeder will sein Spiel gewinnen. Für uns ist es trotzdem vor allem ein Spaß-Projekt", sagt Bernet. "Wenn man mit vier, fünf guten Freunden Heimspiele hat oder auswärts zusammen fährt, macht es Spaß. Schön ist, wenn man noch den sportlichen Wettkampf dabei hat."

Einfach so mitspielen wollen die Eltersdorfer jedoch auch nicht. "Unser Ziel ist der Aufstieg", sagt Lukas Bernet, wobei der in der wegen Corona verkürzten Saison noch nicht möglich ist. Nach fünf von sechs Spieltagen aber steht Eltersdorf mit vier Siegen und einem Unentschieden an der Tabellenspitze. "Das wollen wir halten." Wird der SCE Meister, will sich das Team mit einer "schönen Mannschafts-Abschlussfeier" belohnen. Ein Vorschlag aus einem Instagram-Post: eine Aufstiegsfahrt an den Goldstand.

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