21°

Samstag, 17.08.2019

|

zum Thema

Transfermarkt stockt: Kleeblatt will neue Sponsoren binden

Die Spielvereinigung will nicht zwangsläufig Spieler verkaufen - 15.07.2019 12:18 Uhr

Im Gespräch: Im Trainingslager in Bad Häring spricht Mergim Mavraj mit Sergio da Silva Pinto und Holger Schwiewagner. © Wolfgang Zink / WoZi


Der Zeitpunkt, wann ein Spielerverkauf erfolgen muss, ist in dieser Saison aber flexibel. In diesem Sommer will das Kleeblatt jedenfalls nicht zwangsläufig einen Profi abgeben. Der Transfermarkt stockt momentan. "Wir wollen nicht um jeden Preis verkaufen. Wir müssen abwägen zwischen Preis und sportlicher Qualität", sagt Schwiewagner. Ein Hintergrund: Weil der Transfer von Khaled Narey aus dem Jahr 2018 im abgelaufenen Geschäftsjahr verbucht wurde, besteht in diesem Jahr kein Druck. Aufgehoben wäre ein Spielerverkauf damit nicht – nur aufgeschoben, in die Winterpause zum Beispiel.

Wittek bleibt im Fokus

Ein möglicher weiterer Hintergrund: Linksverteidiger Maximilian Wittek ist einer von nur wenigen aussichtsreichen Kandidaten, wenn es darum geht, Transfererlöse zu generieren. Sportlich und auch innerhalb der Mannschaft ist er nicht eins-zu-eins zu ersetzen. Würde man ihn noch halten, bliebe etwa für den jungen Alexander Lungwitz mehr Zeit, um in die Rolle als Ersatz hineinzuwachsen. "Unser Ziel ist es, uns weiterzuentwickeln. Dafür brauchen wir Qualität im Kader", sagt Schwiewagner. Das heißt wohl nicht, dass ein Verkauf ausgeschlossen ist, würde noch ein finanziell lukratives Angebot eintrudeln. Aber bislang ist es das nicht.


Mehr zum Thema: Pöhlmanns Poesiealbum: "Herr Doktor, meine Ohren"


Ein gewisses Risiko bestünde allerdings: Der Druck, dann im Winter zu verkaufen, würde steigen. Witteks Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, zu diesem Zeitpunkt müsste man ihn ablösefrei ziehen lassen. Und zusätzlich einen weiteren Leistungsträger verkaufen. Ein Risiko? Schwiewagner widerspricht: "Es wäre auch riskant, sportliche Qualität abzugeben. Wir haben in der Kaderbreite viel gemacht, wir haben viele Spieler mit Potenzial. Im Winter kann man absehen, ob sie das auch in Leistung auf dem Platz umgesetzt haben. Und das wird dann neue Möglichkeiten eröffnen."

Bilderstrecke zum Thema

Das Kleeblatt trotzt dem Regen: Fürth ackert in Bad Häring

Den Wochenstart beginnen die Fürther alles andere als entspannt. Das Kleeblatt musste im Trainingslager in Österreich wieder alles geben. Laufen, Torwart-Training und Taktik standen auf dem Plan. Der schöne Blick auf die Berge tröstet dabei allerdings ein wenig.


Fanartikel ziehen an

Auf lange Sicht will sich das Kleeblatt weniger abhängig von solchen Wirrungen des Transfermarkts machen. "Natürlich wollen wir in anderen Bereichen – den Zuschauern, der Vermarktung, im Merchandising – weitere Erträge generieren", sagt Schwiewagner. Vergangenes Jahr konnte das Kleeblatt laut seinen Angaben im Merchandising ein Plus von 40 Prozent verzeichnen. Die Auslastung des Sportparks Ronhof sorgt traditionell für einen vergleichsweise geringen Teil der Einnahmen, wäre aber immerhin ein Baustein.

"Ich bin überzeugt, dass wir in der kommenden Saison unsere Zuschauereinnahmen noch einmal steigern können", sagt Schwiewagner. Allerdings: Bei den verkauften Dauerkarten liegt das Kleeblatt momentan noch hinter den Zahlen des Vorjahres. Schwiewagner ist trotzdem optimistisch: "Erfahrungsgemäß zieht es vor Saisonbeginn immer an." Ziel ist es, bei den Dauerkarten in etwa auf Vorjahresniveau zu kommen. Aufgrund der Attraktivität der Liga rechnet man aber mit mehr verkauften Tageskarten. Der Zuschauerschnitt soll so auf über 10 000 steigen.

Verhandlungen mit Fürther Unternehmen laufen

Entscheidend wird sein, weitere Sponsoren auch langfristig zu gewinnen. Momentan verhandelt man mit namhaften Fürther Unternehmen – und ist dabei offenbar teilweise schon sehr weit. "Es ist ein Weg der kleinen Schritte", sagt Schwiewagner, "aber es ist unsere Aufgabe, unsere wirtschaftliche Basis zu verbreitern, um unsere Abhängigkeit von Transfererlösen Saison für Saison zu verringern." Der Hauptsponsor bleibt der SpVgg erhalten: Der Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma Hofmann, der ursprünglich bis 2019 lief, wurde per Option um ein Jahr verlängert. Die SpVgg erhält dadurch auch in dieser Saison knapp eine Million Euro. Das ist guter Zweitliga-Durchschnitt, aber weit weg von den klar überdurchschnittlichen 1,7 Millionen Euro, die man einst von der Ergo Versicherung bekam. Gespräche über eine weiterreichende Verlängerung mit Hofmann Personal laufen. 

3

3 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport