25°

Freitag, 07.08.2020

|

zum Thema

Totalschaden für Vettel und Ferrari im zweiten Formel-1-Rennen

Dominator Hamilton holt den Sieg in Spielberg - 12.07.2020 17:35 Uhr

10.07.2020, Österreich, Spielberg: Motorsport: Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix der Steiermark, 2. Freies Training: Sebastian Vettel aus Deutschland vom Team Ferrari steuert sein Auto auf der Rennstrecke. Der Grand Prix der Steiermark findet am 12. Juli 2020 statt. Foto: Joe Klamar/Pool AFP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Joe Klamar, dpa


Sebastian Vettel verzog sich nach dem Ferrari-Totalschaden von Österreich voller Frust. Ein von seinem Stallrivalen Charles Leclerc verschuldeter Crash beim zweiten Formel-1-Rennen in Spielberg stürzte die Scuderia am Sonntag endgültig tief in die Krise. Nicht mal die Abbitte des Monegassen beim souveränen ersten Saisonsieg von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton konnte Vettel trösten. "Es ist extrem bitter", sagte Vettel.

Die Ferrari-Abschiedstour des viermaligen Weltmeisters wird nach der unnötigen Kollision immer mehr zur Qual. "Das ist das schlimmste Ende für uns", resümierte Teamchef Mattia Binotto nach einem Wochenende zum Vergessen. "Es ist im Moment schwer, weil das Negative überwiegt", sagte der 33-Jährige aus Heppenheim nach seinem Ausfall in der ersten Runde selbst. "Wir müssen weiter kämpfen und versuchen, alles zu geben."

Dominator Hamilton: "Ich bin so beeindruckt"

Hinter Dominator Hamilton wurde Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil Zweiter, Max Verstappen im Red Bull Dritter. "Ich bin so beeindruckt, das war ein fantastischer Job, Jungs", funkte Hamilton nach Karrieresieg Nummer 85 an sein Team. "Ich bin so dankbar, wieder ganz vorne zu sein", ergänzte er auf dem Podium und reckte seine rechte Faust in den Himmel. In der WM-Wertung liegt der Brite mit 37 Punkten sechs Zähler hinter Auftaktsieger und Spitzenreiter Bottas. Vettel ist mit nur einem mageren Punkt schon früh komplett abgehängt.

Eine Woche nach seinem ernüchternden zehnten Platz zum Auftakt an gleicher Stelle war der Grand Prix der Steiermark für Vettel früh vorbei. Weil ihm Leclerc, in der Vorwoche noch Zweiter, mit einem unbedachten Manöver in Kurve drei heftig ins Auto fuhr und sein Heckflügel sofort wegbrach, musste der Hesse den ohnehin lahmenden Ferrari an der Box abstellen. "Ich hatte schon zwei Autos neben mir, wollte mich aus allem raushalten. Drei Autos in einer Kurve geht nicht", sagte Vettel. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass Charles etwas versucht. Ich denke nicht, dass da Platz war."

Leclerc: "Ich habe es komplett verbockt, mein Fehler"

Nur vier Runden später war auch für Leclerc aus Monaco Schluss. "Ich habe es komplett verbockt, mein Fehler", sagte der 22-Jährige. Der Youngster hatte sich bei dem Crash den Unterboden ruiniert. Weiterfahren? Unmöglich. "Ich habe einen sehr schlechten Job gemacht und das Team im Stich gelassen", sagte Leclerc, der sich kleinlaut bei Vettel entschuldigte. "Ich hoffe, dass ich daraus lerne. Das ist eine harte Zeit fürs Team, wir brauchen so etwas nicht."


Formel-1-Neustart: Bottas rast zum Spielberg-Sieg


Erst im vergangenen Jahr in Brasilien waren Vettel und Leclerc kollidiert und anschließend ebenfalls ausgeschieden. Damals hatten sie sich auf offener Strecke bei hoher Geschwindigkeit beharkt. In der Folge hatte es viel Ärger für Piloten und Teamführung auch von der Ferrari-Konzernspitze gegeben - das dürfte sich nun wiederholen. "Das tut schon weh, wenn beide Fahrer nach zwei Runden ausscheiden", sagte Binotto.

Die Italiener sehen in Leclerc die Zukunft, der Heißsporn wurde erst mit einem Vertrag bis Ende 2024 ausgestattet, während Vettel Ende 2020 nach sechs Jahren gehen muss und noch kein Cockpit für 2021 hat. "Ich weiß nicht, welche Lücke der Charles gesehen hat", sagte Vettel.

Bei Ferrari brodelte es...

Während Weltmeister Hamilton an der Spitze souverän seine Führung verteidigte und ihm vor leeren Rängen bei zweiten Geisterrennen der Formel-1-Historie niemand gefährlich werden konnte, brodelte es bei Ferrari. Das Werksteam hatte nach dem durchwachsenen Auftakt extra ein Upgrade-Paket mit neuem Frontflügel und neuem Unterboden vorgezogen. Doch es kam einen Tag nach der schwierigen Regen-Qualifikation erst gar nicht dazu, mit der Konkurrenz mitzufahren. Vettel hatte schon einen schwachen Start erwischt und war von Rang zehn weiter zurückgefallen. Leclerc, der als 14. in den Großen Preis ging, hatte auch keine gute Perspektive.


Was reizt Altmeister Alonso am Formel-1-Comeback?


"Es macht schon Lust, aber das Rennen ist extrem kurz gewesen", sagte Vettel: "Das ist schade, gerade nach letzter Woche. Heute wäre es viel besser gewesen als letzte Woche, das habe ich schon gemerkt. Aber dazu kam es ja nicht." In der kommenden Woche in Ungarn hat Ferrari zwar die Chance, es besser zu machen. Dass es reicht, um Mercedes ernsthaft zu gefährden, bleibt aber mehr als fraglich.

Die schwarz lackierten Silberpfeile holten auch den zweiten Sieg der durch die Coronavirus-Pandemie verkürzten Saison. Eine Woche nach Bottas machte der 35 Jahre alte Brite Hamilton den ersten wichtigen Schritt zu seinem siebten WM-Titel. Sollte er in diesem Jahr erneut Champion werden, würde er nach Titeln mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichziehen.


Verpassen Sie keine Nachricht mehr! In unserem neuen täglichen Newsletter "Mittags um 12 - Zeit für die Region" erfahren Sie alles Wichtige über unsere Region. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 12 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

Es ist Sommer, die Ferien rufen! Lesen Sie 4 Wochen für nur 19 Euro mit unserem Ferienangebot. Inspirationen und Ausflugstipps ab jetzt jeden Dienstag und Freitag in der Sommerserie. Jetzt über diesen Link bestellen!

dpa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport