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Niederlage in Peristeri: Bamberg fliegt aus Champions League

Kämpferische Leistung der Oberfranken wird nicht belohnt - 28.01.2020 20:24 Uhr

Das war's für Roel Moors und sein Team: Brose Bamberg ist nach der Gruppenphase der Champions League ausgeschieden. © Nicolas Armer, dpa


In dieses für beide Seiten immens wichtige Spiel starteten die Bamberger extrem nervös und mit zu wenig Aggressivität. Die Mannen aus Peristeri hingegen wirkten von Beginn an hellwach und erspielten sich eine schnelle 9:0-Führung (3. Min.). Es bedurfte also einer frühen Auszeit, in der Roel Moors seine Akteure zu mehr Aggressivität in der Verteidigung und mehr Ruhe im Angriff aufforderte, ehe die Gäste besser ins Spiel fanden. Im Anschluss fand Brose zwar etwas besser seinen Rhythmus, doch so richtig Schwung kam erst durch die Einwechslungen von Kameron Taylor, Elias Harris und kurz darauf Darion Atkins auf.

Ein eigener 9:0-Run brachte die Oberfranken noch im ersten Viertel bis auf 13:14 heran. Zu einem Führungswechsel sollte es jedoch im gesamten Verlauf der ersten Halbzeit nicht kommen. Immer, wenn die Bamberger auf Tuchfühlung zu Peristeri waren und die Chance auf den eigenen Vorsprung hatten, leistete man sich unnötige Ballverluste - Brose erreichte mit neun Turnovers schon zur Pause fast seinen eigentlichen BCL-Schnitt - und traf schlechte Defensiventscheidungen, was die Hausherren ihrerseits immer wieder zu kleineren Läufen nutzten. Insbesondere die drei US-Amerikaner der Griechen William Hatcher, Steven Gray und Kingsley Moses (je neun Punkte bis zur Pause), brachten die Gäste aus Deutschland kaum unter Kontrolle. Dass der Rückstand nach 20 Minuten dennoch nur einen Zähler betrug (40:41) war in erster Linie Kameron Taylor zu verdanken, der in zwölf Minuten Spielzeit 14 Punkte auflegte.

Brose-Coach Moors mit emotionaler Ansprache

In der Pausenansprache schien Coach Moors - ähnlich wie zuletzt in Braunschweig - erneut an den richtigen Stellschrauben gedreht zu haben. Der Belgier schickte Kameron Taylor für Bryce Taylor zum Wiederanpfiff aufs Parkett und der Shooting Guard riss seine Kollegen weiter mit. Ausgestattet mit einer komplett anderen Körpersprache setzte Bamberg zu einem 16:9-Run an und ging auch erstmals selbst in Front (56:50). Auffällig war in dieser Phase, dass jetzt die Dreier durch Kameron Taylor, Christian Sengfelder und zwei Mal Paris Lee fast schon reihenweise durch die Reuse flutschten.

Doch auch die Griechen fanden Mittel und Wege, um im Spiel zu bleiben. Mit einer Timeout und ihrer ebenfalls aggressiv zu Werke gehenden Verteidigung brachten die Mannen aus dem Athener Vorort Bambergs Offensivrhythmus wieder zum Erliegen. Auf der Gegenseite nahm Steven Gray das Heft des Handelns in die Hand und holte die Führung und das Momentum wieder auf die griechische Seite. Noch vor der letzten Viertelpause gab Brose seinen Sechs-Punkte-Vorsprung aus der Hand, sodass sich auch in den finalen zehn Minuten ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnete.

Spannender Fight in der Schlussphase

Unter den Augen ihrer ehemaligen Spieler Tyrese Rice und Augustine Rubit kämpften die Bamberger im Schlussabschnitt verbissen um ihre Überlebenschance in der Champions League, schafften es allerdings nicht mehr, sich deutlicher von Peristeri abzusetzen. Die Athener Vorstädter fighteten ebenfalls mit allem, was sie hatten und sorgten so für eine an Spannung kaum zu überbietende Crunchtime.

Mit 75:72 ging Brose nach einem Freiwurftreffer von Assem Marei, der an diesem Abend kein gutes Händchen von der Linie hatte (1/8), in die letzten 60 Sekunden der Partie. Abermals reichte es in einer knappen Partie aber nicht zum Sieg: Steven Gray mit fünf Punkten und Kingsley Moses (ein Freiwurf) holten am Ende noch den Sieg (78:75) für ihre Farben und beenden Bambergs Champions League-Saison damit vorzeitig.


Peristeri Winmasters: Gray (22 Punkte), Moreira (20), Moses (14), Hatcher (10), Blake (4), Karampelas (2), Saloustros (2), Skordilis (2), Cousins (2), Agravanis
Brose Bamberg: K. Taylor (19), Harris (13), Marei (13), Lee (11), Obasohan (7), Sengfelder (6), McLean (5), Atkins (1), Olinde, B. Taylor

Benjamin Strüh

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