18°

Freitag, 19.07.2019

|

zum Thema

Mit HCE-Spieler Nico Büdel: Nationalteam zu Gast in der Arena

Deutsche Handballer spielen am Sonntag gegen den Kosovo - 15.06.2019 09:18 Uhr

Bundestrainer Christian Prokop (links) und Nico Büdel vor dem Spiel gegen den Kosovo. © Sportfoto Zink


Fast ein wenig schüchtern sitzt Nico Büdel auf dem Podium neben Bundestrainer Christian Prokop. Kein Wunder, schließlich ist es gerade einmal ein paar Tage her, dass der Rückraumspieler des HC Erlangen beim 25:40-Sieg in Israel sein Länderspieldebüt gegeben hat. Die Nationalmannschaft ist Neuland für den bärtigen Hünen. Also hört er erst mal zu, was sein Chef zu sagen hat.

Der rechtfertigt zu Beginn seine leichte Verspätung bei der Pressekonferenz vor dem letzten EM-Qualifikationsspiel am Sonntag gegen Außenseiter Kosovo (18 Uhr, Arena): "Unser Training hat etwas länger gedauert." Am Freitag hat die Mannschaft zwei Einheiten in der Erlanger Karl-Heinz-Hiersemann-Halle absolviert. Am Samstag und Sonntag bittet Prokop zu je einem Training in der Nürnberger Arena. "Die Zwischenbilanz nach dem Israel-Spiel fällt positiv aus", sagt Prokop. Seine Mannschaft sei "erfrischend, emotional und kampfstark" aufgetreten.

Der Bundestrainer erwartet Kampfgeist

Doch der Bundestrainer macht keine Anstalten, die Zügel schleifen zu lassen. Er wolle sein junges Team über die Trainingseinheiten in Nürnberg weiterentwickeln. Außerdem stecke auch ohne die ganz großen Namen in Gegner Kosovo eine Menge Qualität. Zwar gibt Prokop derzeit vielen Neulingen eine Chance – die Mannschaft hat das Ticket für die EM in Österreich, Schweden und Norwegen 2020 bereits gelöst – ernst nimmt er das Spiel aber trotzdem: "Ich kann viele Erkenntnisse mitnehmen: Wie nehmen die Spieler das kämpferische Spiel an? Halten sie sich in Drucksituationen an taktische Absprachen"“ Außerdem fordert er eine verbesserte Abwehrleistung.

Nico Büdel will seine Fans in der Arena auch im Nationaltrikot zum Jubeln bringen. © Sportfoto Zink


Kurz nach seinem Debüt wartet am Sonntag abermals ein besonderes Spiel auf Nico Büdel  ein Heimspiel. Gegen Israel steuerte er bereits fünf Tore bei. "Da war jeder bereit, für den anderen zu kämpfen", berichtet er. Die Eindrücke, die er bisher im Kreise des Nationalteams sammeln konnte, seien rundum positiv. Ein wenig umgewöhnen musste er sich aber schon: "Die Spielzüge heißen zum Teil anders als im Verein und man muss sich auf neue Nebenleute einstellen." Von Aufnahmeritualen ist der 29-Jährige bislang immerhin verschont geblieben: "Ne, zum Einstand musste ich bis jetzt noch nichts machen." Das könnte sich ändern. Bundestrainer Prokop bedankt sich jedenfalls herzlich für den Hinweis.

"Ein wenig Nervosität ist schon dabei"

Für Büdel ist die Begegnung am Sonntag ein Heimspiel. Zahlreiche Freunde und Familienmitglieder werden unter den Zuschauern sein. Rund 6500 Karten sind schon verkauft, noch etwa 300 wird es an der Abendkasse geben. "Momentan spüre ich vor allem viel Vorfreude", sagt Büdel, "aber vor dem Spiel wird dann schon etwas Nervosität da sein. Mit der Nationalmannschaft hier zu Hause zu spielen, ist schon spannend." Ob er in Zukunft häufiger das Trikot des DHB tragen darf, ist indes unklar. Noch dieses Jahr wird er 30, für einen Debütanten ein stolzes Alter. Hat er trotzdem eine Chance? "Puh, das kann Christian besser beantworten. Aber ich werde alles dafür geben."

Bilderstrecke zum Thema

Leere Becher und Eismaschinen: Nach Ice-Tigers-Spielen ist viel zu tun

Eis klopfen, Becher sammeln, Strom zählen. Bevor die Lichter in der Arena nach einem Spiel der Thomas Sabo Ice Tigers ausgehen ausgehen, ist viel zu tun.


Mit Büdel werden am Sonntag auch Torhüter Andreas Wolf und Rechtsaußen Tobias Reichmann auf dem Feld stehen. Wolf ersetzt den Magdeburger Dario Quenstedt, der wegen eines Infekts ausfällt. Pikanter ist die Personalie Reichmann. Der 31-Jährige vom MT Melsungen wurde von Prokop erstmals seit Januar wieder in den Kader berufen. Damals hatte Reichmann seiner Enttäuschung über die Nichtnominierung zur WM über die sozialen Medien Ausdruck verliehen. Inzwischen haben sich Spieler und Cheftrainer jedoch ausgesprochen. Einem erfolgreichen Auftritt gegen den Kosovo steht also nichts im Weg. Das wird auch Nico Büdel freuen.  

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport