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Mit einem blauen Auge in die Neuzeit: So geht's dem FCN

Der Club gewinnt neben dem Platz - und stellt sich neu auf - 30.07.2020 10:41 Uhr

Abheben will trotz Flugzeug-Power beim Club gerade keiner. Kleiner machen, als man ist, zählt aber auch nicht.

© Sportfoto Zink / DaMa


Der Vertrag mit Damir Canadi wäre noch knapp zwei Jahre gültig gewesen. Knapp zwei Jahre hätte der Club seinem früheren Trainer Monat für Monat einen stattlichen Betrag hinterherschmeißen müssen, der irgendwo im Verein vermutlich sinnvoller investiert gewesen wäre.

Dass der Österreicher am Mittwochmittag auf seiner Facebookseite bekanntgab, zu Atromitos Athen zurückzukehren ("Canadi is back"), konnte zumindest Niels Rossow nicht überraschen, da er ja das Beschäftigungsverhältnis seines Vereins mit Canadi zuvor offiziell beenden durfte.

Anspruchsvoll wird's, sagt FCN-Vorstand Rossow

Die frei werdende Summe kann der Kaufmännische Vorstand gerade jetzt, in der noch lange nicht überstandenen Corona-Krise, sehr gut gebrauchen. Noch ist fraglich, ob zum Saisonstart Mitte September wieder Zuschauer ins Stadion dürfen, eingeplant hat Rossow mögliche Einnahmen aus dem Ticketing bis Ende Dezember jedenfalls nicht. "Wir sind bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Rossow mit Blick auf die Zahlen, "die neue Saison wird aber anspruchsvoll."

Zum Bilanzstichtag 30. Juni hat der Club trotz der vier Geisterheimspiele und leicht rückläufiger Erlöse aus dem Sponsoring sogar ein positives Betriebsergebnis erzielt; vorsichtige Schätzungen gehen von einem hohen sechsstelligen bis niedrigen siebenstelligen Gewinn aus.

Löwen und die Dauerkarten

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Dabei zehrte der Verein unter anderem von seinem Transferüberschuss aus dem vergangenen Sommer, als nur die Verkäufe von Eduard Löwen, Tim Leibold und Ewerton inklusive späterer Nachzahlungen zwischen zwölf und 13 Millionen in die Kassen spülten. Etwa 10.000 Dauerkarten-Inhaber aller Kategorien, prozentual laut Rossow die drittmeisten in der 1. und 2. Liga, verzichteten zudem auf eine Rückerstattung, ebenso etliche Werbepartner, das Umfeld loyal zu nennen wäre deshalb fast untertrieben. Zudem "profitierte" der 1. FC Nürnberg natürlich von Not-Maßnahmen wie Kurzarbeit, Steuerstundungen oder Gehaltsverzicht. Und schon steht zum zweiten Mal in zwei Jahren ein Plus in der Bilanz.

Defensiv, dimensional kleiner - erheblich! 

Ob das auch drei Mal in Folge möglich ist, darf allerdings bezweifelt werden. Nur aus der nationalen Vermarktung der Medienrechte kassiert der Drittletzte der vergangenen Zweitliga-Runde etwa drei Millionen weniger und so künftig nur noch 15,5 Millionen, Rossow spricht von signifikanten Einbußen. Weil heuer zudem ein lukrativer Transfer nicht in Sicht ist, muss Rossow den Etat 2020/2021 ausgesprochen defensiv planen und in seiner Dimension erheblich kleiner als den letzten.

Einzig positive Folge der insgesamt miserablen Runde: Der Verein hat sich Erfolgsprämien in doch beachtlicher Höhe gespart, muss dafür aber noch ein Jahr den Ex-Trainer Jens Keller und noch zwei Jahre den Ex-Sportvorstand Robert Palikuca bezahlen – es sei denn, die beiden finden eine neue Aufgabe und würden wie Damir Canadi um einen Aufhebungsvertrag bitten.

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Klauß? Ein großes Talent - und bald auch Club-Trainer? 

Am Mitwoch zeichnete sich ab, dass entweder Dimitrios Grammozis (42) oder, wie der kicker berichtet, Robert Klauß sein Nachnachfolger wird; dem 35-Jährigen, seit zwei Jahren Assistent bei RB Leipzig, eilt nicht erst seit März 2018 der Ruf voraus, ein großes Trainer-Talent zu sein.

Aus dem damaligen Fußballlehrer-Lehrgang ging er als Jahrgangsbester hervor, wäre aber trotzdem noch vergleichsweise günstig zu haben. Niels Rossow hätte bestimmt wenig dagegen.

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