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Montag, 17.06.2019

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Eisschwimmen: Alisa Fatum bricht Weltrekord im Veitsbad

Leipzigerin bewältigt 1000 Meter in 12:48 Minuten - 06.01.2019 20:00 Uhr

Während Betreuer, Kampfrichter und Publikum draußen dick vermummt der Kälte trotzen, steigen die Schwimmerinnen im Badeanzug ins eiskalte Wasser. © Foto: Zelada


Die 5. Ice Swimming Aqua Sphere German Open starteten am Freitag mit 1000-Meter-Rennen, es folgten bis Sonntagnachmittag Läufe über alle möglichen kürzeren Distanzen sowie Staffelwettkämpfe. Weil Euphorie und Lebensgefahr nah beieinander liegen, wenn Menschen im Winter mit nichts als Badehose oder -anzug und Schwimmkappe am Leib durch ein Grad kaltes Wasser pflügen, behielten Rettungssanitäter stets im Blick, was sich im Becken abspielte.

Wie Mitorganisator Oliver Halder sagte, kam es zu vier Rettungseinsätzen. Die Auslöser: Asthmaanfall, Kreislaufzusammenbruch, Panikattacke, Unterkühlung. Nach Auskunft von Wettkampfarzt Sven Sudhoff, so Halder, sei aber "alles schnell beherrschbar" gewesen. Alle Betroffenen waren demnach rasch wieder auf den Beinen.

Unter denen, die immerhin 50 Meter im eiskalten Nass zurücklegten, waren Schüler des Fürther Schliemann-Gymnasiums. Die 14- bis 18- Jährigen traten in Staffeln an. Wie die Profis hatten auch sie die Wochen zuvor genutzt, um in kaltem Wasser zu trainieren und den Körper so fit zu machen für die besondere Herausforderung. Denn im Eiswasser zieht sich das Blut rasch aus Händen und Füßen zurück, die Muskeln können schnell verkrampfen, auch jene, die für die Atmung verantwortlich sind. Wer sich nicht gut vorbereitet, riskiert sein Leben.

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Kampf im Eiswasser: Schwimmer pflügen durch kalte Fluten

Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und ein beinharter Wettkampf: Die 5. Ice Swimming Aqua Sphere German Open in Veitsbronn starteten am Freitag mit den 1000-Meter-Rennen der Damen und Herren und warteten gleich im ersten Lauf mit einer Sensation auf.


Für das Highlight des Wochenendes sorgte Alisa Fatum (23) vom SSV Leutzsch aus Leipzig. Sie gewann laut Halder nicht nur jeden Lauf, den sie schwamm. "Sie holte auch einen Rekord nach dem anderen." Über die Königsdistanz, 1000 Meter Freistil, gelang der jungen Frau dann ein neuer Weltrekord. Nur 12:48 Minuten brauchte Fatum, die laut Halder erstmals an einem Eiswasserschwimmwettkampf teilgenommen hatte, für die 20 Bahnen. Sie unterbot damit die bisherige Bestleistung von Hanna Bakuniak um 17 Sekunden.

Bakuniak diesmal langsamer

Es waren die zweiten German Open im Eisschwimmen, die in Veitsbronn über die Bühne gingen. Schon vor einem Jahr konnten die Veranstalter einen Weltrekord verkünden. Mit 21 Jahren schloss Bakuniak damals in 13 Minuten und fünf Sekunden ab. Heuer bewältigte sie die 1000 Meter in 13:52 Minuten.

Wie die Niederländerin Kyra Sterre Wijnker (20), die sich am Freitag bei ihrem Debüt mit 14:37 Minuten direkt in den Kreis der Weltelite beförderte, hat auch Lokalmatador Christof Wandratsch, Vorsitzender des Veranstaltervereins KeepFrozen!, schon den Ärmelkanal durchquert. In seiner Altersklasse sicherte sich der 52-Jährige den Sieg über 1000 und 200 Meter Freistil, musste sich aber unter anderem auf der Kurzdistanz über 50 Meter überholen lassen: von Philipp Harig, einem 17-jährigen Schüler aus Herzogenaurach.

Für die Veitsbronnerin Birgit Becher war das Wochenende durchwachsen. Die 52-Jährige siegte in ihrer Altersklasse zwar souverän über 50 Meter Freistil, musste diesmal aber auf die 1000 Meter verzichten, weil sie sich selbst nicht optimal hatte vorbereiten können. Becher bietet im Veitsbad fast jeden Sonntag um 15 Uhr ein spezielles Eisschwimm-Training an. Länger als "höchstens eine Minute" lässt sie zu Beginn aber niemanden ins Wasser. Denn das sei auch für gesunde Anfänger kein Problem. Wer am Training unter Aufsicht teilnehmen möchte, kann sich per Mail unter bbecher79@gmail.com melden.

  

SEBASTIAN ZELADA UND BIRGIT HEIDINGSFELDER

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