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DFB-Foto-Affäre: Bierhoff stärkt Gündogan und Can den Rücken

Die Spieler wollten kein politischen Statement abgeben - 14.10.2019 16:50 Uhr

Um diese Szene geht es konkret: Die beiden Nationalspieler haben das Foto auf Instagram mit einem "Like" versehen und damit Kritik ausgelöst. © Uncredited, dpa


"Wer Emre und Ilkay kennt, der weiß, dass ihnen diese Diskussionen sehr leidtun", sagte Bierhoff auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes nach dem Wirbel um die "Gefällt mir"-Angaben der beiden bei Instagram unter einem Foto salutierender türkischer Fußballer.

"Wir vertrauen ihren Erläuterungen, hier keine politische Intention verfolgt zu haben." Gündogan und Can hätten nach dem 3:0 der DFB-Elf in der EM-Qualifikation am Sonntagabend in Tallinn gegen Estland "total geknickt" in der Kabine gesessen. "Wir haben nach dem Spiel mit den Spielern gesprochen", sagte Bierhoff. "Sie wissen auch, dass es ein Fehler war, daher hatten sie noch vor dem Spiel ihre Likes zurückgenommen und sich öffentlich erklärt. Beide haben sich auch nach dem Spiel den Medien gestellt.

Sie haben uns versichert, dass sie kein politisches Statement abgeben wollten." Gleichzeitig habe er beiden klargemacht, "was wir von all unseren Nationalspielern erwarten", sagte Bierhoff. Sie seien Vorbilder, "Tausende eifern ihnen nach und folgen ihnen auf ihren Social-Media-Kanälen. Sie müssen sich der großen Verantwortung und der Wirkung bewusst sein, die jede ihrer Aussagen und Aktionen, vor allem auch in den sozialen Netzwerken, nach sich ziehen können." Von allen Spielern sei deshalb "Sensibilität" gefordert. Der DFB werde weiterhin daran arbeiten, die "Sinne unserer Spieler" zu schärfen, es dürfe "keinen Raum für Interpretationen" geben.

Auslöser der Diskussion waren die militärischen Gesten nach dem 1:0-Sieg der Türken am Freitag gegen Albanien. Torschütze Cenk Tosun hatte das Foto, auf dem er und seine Teamkollegen mit der Hand an der Stirn salutieren, veröffentlicht. Der Militärgruß sei den bei der "Operation Friedensquelle" eingesetzten Soldaten gewidmet gewesen, teilte der türkische Fußballverband mit. Der türkische Militäreinsatz richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien und wird international scharf kritisiert.

dpa

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