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Debakel in Zahlen: So schlecht war der letzte Club-Auftritt

In Freiburg hatten die Nürnberger in verschiedenen Bereichen das Nachsehen - 19.05.2019 14:40 Uhr

Eduard Löwens Ehrentreffer war einer der wenigen Lichtblicke beim letzten Bundesliga-Auftritt des Clubs. © Sportfoto Zink / DaMa


"Wir wollen zum Abschluss unbedingt gewinnen und mit einem positiven Erlebnis abschließen." Boris Schommers klare Ansage vor dem Spiel gegen den Sportclub aus Freiburg war bewusst mit einem "Wollen" versehen. Denn zwischen Wollen und Können liegen häufig Welten oder wie im Falle des 1. FC Nürnberg vier Tore. Mit 1:5 wurde der Tabellenletzte, der noch nie mit weniger Punkten in seiner Bundesliga-Historie den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste, äußert unsanft aus Deutschlands Beletage verabschiedet. Doch die herbe Packung geht in Ordnung, in vielerlei Hinsicht.

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Club-Zeugnis zum Grauen: User nach Freiburg-Schmach sauer

Dass die Bewertung der Club-Akteure nach der 1:5-Schmach am letzten Bundesliga-Spieltag nicht besonders herzlich ausfallen wird schien klar. Für den schwachen Auftritt im Breisgau hagelte es aber nun bei den Usern deutliche Kritik. Nur ein Spieler hat eine 4, der Rest fällt durch - teils sogar mit der Note 6.


Eine Personalie änderte Boris Schommers. Simon Rhein verdrängte Virgil Misidjan aus der Startelf, Eduard Löwen wurde daher ein offensiverer Part zuteil. Doch zu sehen war davon relativ wenig. Von Löwen und vom Club. Schon in den ersten Minuten drängten nur die Hausherren, spielten sich die runde Kugel nach Belieben zu. 62 Prozent Ballbesitz manifestierten die Überlegenheit der Streich-Männer. Und selbst, wenn die Truppe von Boris Schommers einmal das Spielgeschehen zu dirigieren versuchte, störte der Sportclub früh und energisch, sodass sich bei den Franken wieder altbekannte, individuelle Fehler einschlichen. Und damit ist nicht nur die Aktion von Christian Mathenia gemeint, der beim 0:2 etwas unglücklich wirkte.

Es passt nicht beim Club

Blicken wir auf den ersten Gegentreffer: Der Club gab im Mittelfeld den Ball her, Freiburg konterte mit zwei klugen Pässen. Chaos, durcheinander, keine geordnete Defensive und 0:1 aus Nürnberger Sicht. Ballverluste und Fehlpässe brachen der Schommers-Elf an diesem Samstag mehrmals das Genick. Der Club spielte sogar mehr Fehlpässe (60) als die Freiburger (57). Das ist dahingehend erstaunlich, da die Breisgauer (680) insgesamt 259 Pässe mehr als die Franken (421) in der Spielstatistik vorzuweisen hatten. Somit brachte der FCN 86 Prozent seiner Zuspiele an.

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Es hätte ein Abschied mit Anstand werden sollen, doch am Ende wurde es zur 21. Niederlage in einer schauderhaften Saison. Beim 1:5 in Freiburg zeigte der 1. FC Nürnberg einmal mehr, warum er nun den Gang in die 2. Bundesliga antreten muss. Wir haben die Bilder zum vorerst letzten Bundesliga-Spiel des FCN!


Die Hausherren waren an diesem Samstag einfach ein, oder sogar zwei Ticken frischer als der fränkische Altmeister. Die zweitstärkste Laufmannschaft der Liga wurde ihrem Ruf erneut gerecht und spulte satte 117,52 Kilometer ab. Im Vergleich dazu der Club: 113,73 Kilometer. Das ist nicht nur in der Summe zu wenig. Unter den Top-10-Läufern auf dem Rasen befanden sich mit Löwen (11,51 Kilometer), Erras (11,40 Kilometer) und Behrens (11,39 Kilometer) nur drei FCN-Akteure.

Kämpferisch in die 2. Bundesliga

Einzig kampfbereit, eine allseits bekannte Tugend des Clubs, manifestierte sich im Breisgau. 55 Prozent seiner Zweikämpfe entschied der Tabellen-18. für sich. Und offensiv? War das wie so oft in dieser Saison zu wenig. Auch nach dem Seitenwechsel (0:2) dominierte nur der SCF, der binnen acht Minuten auf 0:5 erhöhte. Schon in der 61. Spielminute war klar, dass das Bundesliga-Abenteuer für den Club mit einem Debakel und ohne Happy End ausklingen wird.

Während die Freiburger ihre 18 Torschüsse in satte fünf Buden umwandeln konnten, gelang es dem Club bei 14 Abschlussversuchen nur einmal. Wenn man sich nun fragt, wo der Club abgesehen von der Zweikampfquote überhaupt überlegen war, dann lautet die Antwort: Er wurde öfter gefoult und spielte mehr Fehlpässe. Nur bei letzterem sollte man nicht zwingend die Nase vorne haben. Ein unrühmlicher Abschied für den sonst so ruhmreichen Club. 

Matthias Weichmann

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