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Club-Lauf für die Ewigkeit: Als Pinola auf die Nordkurve zuraste

Franko-Argentinier verbindet mit Stuttgart große Erfolge - 05.04.2019 11:20 Uhr

Der perfekte Abschluss eines "tollen Tages": Javier Pinola knipste Stuttgart 2010 durch seinen Last-Minute-Treffer die Lichter aus. Im Anschluss schickte er vom flutlichtbestrahlten Feld Küsse an die Familie und in die Nordkurve. © Sportfoto Zink


"Es war ein toller Tag. Schon vor dem Spiel hatte ich ein gutes Gefühl", erzählte Javier Pinola schon vor einiger Zeit gegenüber nordbayern.de. Als der VfB im September 2010 in der noch jungen Saison beim bis dahin sieglosen FCN gastierte, feierte der Vollblutcluberer eine Premiere: "Nie zuvor oder danach hatte ich so eine Chance."

Pinola spricht von der 90. Minute. Jener Minute, in der er an einem flutlichthellen FCN-Abend die Partie im Alleingang entschied. Sein Club, nach Gelb-Rot für Andi Wolf in Unterzahl, hatte sich in den Sequenzen davor couragiert verteidigt. Nach einer Ecke waren die Gäste aus Stuttgart auf einmal ganz weit aufgerückt. Der Ball landete bei Julian Schieber. Die VfB-Leihgabe steckte die Kugel auf den vehement nach vorne preschenden Pinola durch. Der heißblütige Außenverteidiger raste alleine auf die Nordkurve und Sven Ulreich zu - und blieb vor dem Keeper kalt wie eine Hundeschnauze. "Diese Sekunden waren etwas Besonderes, die letzten dreißig, vierzig Meter die längsten meines Lebens", berichtete Pinola im Telefongespräch. Vor seinem Torabschluss, so sagte er damals, sei er "einfach nur gerannt".

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Pinola und der FCN: Das war die ganz, ganz große Liebe

Javier Pinola steht für Leistungsbereitschaft, Leidenschaft und Liebe zu seinem Verein. Zehn Jahre ging der Pokalsieger von 2007 mit dem FCN durch dick und dünn. Bis, ja bis ein trister Juni-Tag Gewissheit brachte. 2016 feierte Pino seine Rückkehr in die Nationalmannschaft, bei seinem Klub River Plate ist er eine der Säulen. Feliz cumpleaños, du Freund der Stadt!


Vor der Begegnung hatte sich Nürnbergs Lieblingsargentinier noch mit Julian Schieber unterhalten. Mit dem Mann, der den Club bereits nach drei Minuten für seinen forschen Offensivdrang belohnt hatte. Nach Pinolas Zuspiel in die Schnittstelle steuerte der athletische Angreifer auf die Gäste-Kiste zu und schob abgeklärt zur FCN-Führung ein. Die Schwaben mühten sich nachfolgend um den Ausgleich. Cacau bewerkstelligte ihn spät. Der Stürmer, der zwischen 2001 und 2003 selbst für den FCN auf Torejagd gegangen war, und seine Teamkameraden wollten den Sieg - und kassierten die Niederlage.

"Das war Wahnsinn." Mit diesen Worten erinnert sich Pinola an sein letztes Bundesligator. 36 Jahre ist der Herzensnürnberger inzwischen - und in Argentinien fern der Heimat. Erfolgreich ist Pino freilich immer noch. Mit River Plate trumpfte das ehemalige Club-Ass zuletzt im kontinentalen Vereinswettbewerb mächtig auf. Der Finalsieg in der Copa Libertadores, Südamerikas Pendant zur Champions League, machte nicht nur den FCN-Veteranen, sondern auch Nürnberg stolz.

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Fünf Tore, Brutalo-Fouls und ein Platzverweis: Es war ein hochdramatisches Finale zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfB Stuttgart, in dem der Club seine Anhänger wie so oft in ein Wechselbad der Gefühle stürzte, ihnen am Ende aber den wohl größten Moment ihres Fan-Daseins bescherte. Wir blicken zurück auf ein unvergessliches Spiel.


Die größten Glücksmomente erlebte der Vorzeigeprofi jedoch beim Club. 2007 etwa, als das turbulenteste Kräftemessen zwischen Nürnberg und Stuttgart weder in der Noris noch in Bad Cannstatt über die Bühne ging. Der Pokal-Coup im Berliner Olympiastadion, der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte, ist für Pinola ein "Triumph, den ich immer in meinem Herzen trage". So glücklich war der Franko-Argentinier wahrscheinlich nur noch, als im September 2010 aus 40 Metern 30 und aus 30 Metern 20 wurden. Als die Fans des Altmeisters ausflippten und zum Abschluss eines tollen Tages Bussis in die Nordkurve flogen.  

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