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Bundesliga, Bank und Startelf: Mühl will beim FCN wieder ran

Unzufriedener Verteidiger ist als Sörensen-Vertreter erneut gefordert - 23.10.2019 05:46 Uhr

"Wie das Ding weiterläuft? Keine Ahnung.“ Zunächst einmal möchte sich Lukas Mühl wieder durchsetzen - so etwa wie hier gegen den Ex-Nürnberger Stefan Kutschke. © Sportfoto Zink / WoZi


Die Saison hatte noch gar nicht richtig angefangen, als Lukas Mühl zum ersten Mal einen dicken Hals hatte. Beim letzten Vorbereitungskick in Wien gegen den SK Rapid hatte er 67 Minuten zuschauen müssen, ein wenig überraschend, wie Mühl ein paar Tage später zugab.

31 Einsätze hatte Mühl in der Bundesliga und damit mehr als jeder andere Innenverteidiger des 1. FC Nürnberg 2018/19. Lediglich zu Beginn der Rückrunde musste er dreimal zuschauen, ansonsten war er gesetzt, eine feste Größe. Mittlerweile kann er froh sein, wenn ihn sein Trainer als Ersatz aufstellt, so wie am Sonntag gegen Jahn Regensburg.

Anspruch und Realität 

Der Kollege Sörensen fehlt ja gesperrt, so dass doch einiges für Mühl spricht. "Ich will jedes Spiel spielen", das sagte er bereits, als die Saison noch gar nicht richtig angefangen hatte. Gespielt hat er seitdem genau fünfmal und das nicht gerade berauschend, davon dreimal von Beginn an.

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Am Freitagabend in Aue durfte er ab der 64. Minute mitmachen, schon da als Vertreter von Sörensen, der kurz zuvor wegen seines Armspiels vom Platz geflogen war. In Unterzahl tat sich der ganze Club schwer, defensiv stabil und aufmerksam zu bleiben, Mühl inklusive.

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Es läuft gerade irgendwie nicht beim 22-Jährigen, der sich deswegen aber nicht in Selbstmitleid suhlt. In jeder Einheit kniet er sich voll rein und lässt somit nicht den geringsten Zweifel an seiner Professionalität aufkommen. Mühl hatte sich für die neue Zweitliga-Spielzeit schließlich einiges vorgenommen; unverzichtbar wollte er sein bei seinem Club und sich mit konstant guten Leistungen sogar für die neue U21-Nationalmannschaft empfehlen. Von beiden Zielen ist er gerade ziemlich weit entfernt.

"Es wäre dumm von mir, wenn..." 

Warum, das fragt sich Mühl eigentlich jeden Tag. Und versucht, aus seinen Fehlern zu lernen. "Natürlich ist es jetzt auch mein Job zu schauen, wie es hier aussieht, was man für Möglichkeiten hat, auch mit dem neuen Trainer", das sagte Mühl nicht etwa während seiner Bank-Wochen, sondern bereits, als die Saison noch gar nicht richtig angefangen hatte.

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Sein Vertrag läuft noch über eineinhalb Jahre, trotzdem kokettierte er Mitte Juli mit seinem zeitnahen Abschied. "Es wäre dumm von mir, wenn ich nichts anderes im Blick hätte", sagte Mühl und musste erst mal bleiben, im Winter könnte er seinen nächsten Wechselversuch starten, ausschließen möchte er das nicht.

Nachhilfe + Ahnungslosigkeit 

"Ich freue mich jetzt erst mal auf Regensburg, wenn ich ran darf", sagt Not-am-Mann-Mühl, "man muss sich natürlich erst mal über das Training qualifizieren." Das ist ihm auch Dienstagnachmittag recht ordentlich gelungen, auch wenn’s vom Chef in puncto Spieleröffnung minutenlang Nachhilfe gab.

+++ Der FCN? Wir brauchen Ihre Meinung +++

Dass die Situation absolut unbefriedigend ist für den langjährigen Juniorenauswahlspieler, müssten auch Zeitgenossen erkennen, die Empathie nicht zu ihren Stärken zählen. "Wie das Ding weiterläuft? Keine Ahnung", sagt Mühl.

Das Ding, das ist seine Zukunft beim Club. Auf dem Portal transfermarkt.de wird sein Marktwert aktuell mit 3,5 Millionen Euro beziffert, ein Schnäppchen wäre Mühl bestimmt nicht. Und steht möglicherweise auch gar nicht zum Verkauf.

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Kleines Fazit in der Winterpause

"Wie immer in einem Fußballerleben setzt man sich in der Winter- oder Sommerpause hin und zieht ein kleines Fazit", kündigt Mühl an, zumindest seine bisherige Vorrundenbilanz würde wenig Argumente in eigener Sache liefern. Für mögliche Interessenten aber eben auch nicht.

 

Also hat sich der neue, der unzufriedene Ergänzungs-Mühl vorgenommen, so schnell wie möglich wieder der alte zu werden. "Man hat bei jedem Verein Konkurrenten, man muss sich immer durchsetzen", ist ihm aufgefallen. Somit gilt es für ihn, bereits kurzfristig Margreitter oder Sörensen zu verdrängen.

Die nächste Transferperiode ist schließlich erst im Januar. "Nullkommanull denke ich jetzt so weit", sagt Lukas Mühl. Als die Saison bereits zehn Spieltage alt war. 

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Wolfgang Laaß

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