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Brose Bamberg startet mit Niederlage in die Playoffs

Rasta Vechta hat den oberfränkischen Serienmeister in die Knie gezwungen - 19.05.2019 20:49 Uhr

Das verlief gar nicht nach dem Geschmack von Brose-Bamberg-Coach Federico Perego. Die Oberfranken starten in die Playoffs gegen Rasta Vechta mit einer Niederlage. © Sportfoto Zink / HMI, NN


483 Kilometer trennen die Mittelstädte Vechta und Bamberg. Nach 34 Spieltagen in der Basketballbundesliga waren es zwei Siege. Und an diesem Sonntagabend lagen elf Punkte zwischen den beiden ungleichen Basketballklubs. Entscheidend und erstaunlich aber war in diesem ersten Viertelfinalspiel, mit viel mehr an Energie und an Selbstbewusstsein Deutschlands neue Lieblingsmannschaft den aktuellen Jahrgang des neunmaligen Meisters beim furiosen 96:85 (49:41) phasenweise demütigte.

Zuvor hatten an diesem Wochenende bereits Bayern München (gegen Braunschweig), Alba Berlin (gegen Ulm) und Oldenburg (gegen Bonn) klar gewonnen. Die Favoriten hatten sich souverän gegeben. Nur galt Rasta Vechta nicht mehr als Favorit trotz dieser märchenhaften Saison. "Für die Saison von Vechta gibt es eigentlich nicht genug Superlative, das war für einen Aufsteiger sensationell", stellte Bundestrainer Henrik Rödl fest.

Vechta mit Personalsorgen

Am Ende dieser sensationellen Spielzeit aber verletzten sich mit Seth Hinrichs, Tyrone Nash und Clint Chapman die großen Jungs im Aufgebot von Vechta, weshalb plötzlich niemand mehr an den Außenseiter glauben wollte – außer dem Außenseiter selbst. Rasta begann mit zwei Fehlwürfen, bei denen der Ball noch nicht einmal die Reuse berührte, danach aber spielte sich diese zu Beginn der Saison noch so namenlose Mannschaft in einen Rausch, gegen den die Gäste aus Oberfranken bis zum Ende kein Mittel fanden.

Die Bamberger konnten weder den eleganten Austin Hollins (insgesamt 31 Punkte) aufhalten noch den stabilen TJ Bray (14), entscheidend aber war, dass auch Max DiLeo (13), der junge Philipp Herkenhoff (20/11 Rebounds) und selbst Robin Christen (9), der den Nürnberg Falcons in der zweiten Liga noch vor nicht allzu langer Zeit kein übermächtiger Gegner war, hochprozentig trafen. "Rasta spielt unter Pedro Calles den Basketball der Zukunf", hatte Aíto García Reneses, der 72 Jahre alte Trainer von Alba Berlin, schon vor Wochen über seinen halb so alten Landsmann und dessen Mannschaft gesagt. An diesem Sonntagabend konnte man im mit 3140 Zuschauern natürlich ausverkauften Rasta Dome beobachten, was der große alte Mann des europäischen Basketballs gemeint hatte.

Rubit fand nicht zur Form

Vechta spielte schneller, aufregender und konsequenter als die erfahrene Mannschaft des jungen Federico Perego. Dem Italiener, der Bamberg vor zwei Monaten noch zum Pokalsieg gecoacht hatte, gelang es nicht, die körperliche Überlegenheit unter den Körben auszuspielen. Elias Harris überzeugte zwar als Topscorer (21), Augustine Rubit (2) aber fand überhaupt nicht in die Partie und Cliff Alexander stand keine fünf Minuten auf dem Parkett. Mit den Zählern von Harris, Rice (18) und den fünf Dreiern von Bryce Taylor (17) kam Bamberg zwar immer mal wieder bis auf drei, vier Punkte Rückstand heran, angeführt von Hollis und dem großartigen DiLeo aber reagierten die Gastgeber immer wieder leidenschaftlich und treffsicher: Insgesamt regneten 18 Dreier auf Brose Bamberg herab.

Am Mittwoch (19 Uhr) treffen sich die beiden Teams in Bamberg zur zweiten Partie dieser Serie. Es wird sich zeigen, ob dann auch Austin Hollis dabei sein kann. Der US-Amerikaner verließ das Parkett nach 39 Minuten und 47 Sekunden humpelnd. Es war das einzige Mal, dass er ausgewechselt wurde.

Sebastian Böhm

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