Samstag, 14.12.2019

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Blamabler Auftritt: Die Folgen des Fürther Pokal-Aus

Das Kleeblatt war beim Außenseiter aus Duisburg chancenlos - 13.08.2019 13:09 Uhr

Ratlosigkeit: Sascha Burchert, Christian Fiedler, Rachid Azzouzi, Andre Mijatovic und Stefan Leitl (v. l.).


0:2 stand auf der Anzeigetafel. Das war schon ernüchternd aus Fürther Sicht. "In Duisburg kann man mal verlieren", spotteten die Zebra-Fans. Dabei gab das Ergebnis strenggenommen nicht einmal annähernd die Kräfteverhältnisse und den Spielverlauf zwischen dem personell angeschlagenen Drittligisten und dem klassenhöheren Gast wieder. Die Kleeblatt-Elf war in den ersten 30 Minuten regelrecht filetiert worden, und der Außenseiter machte anschließend klar, warum im Fußball Kampf auch eine Kunst sein kann. Duisburgs Leidenschaft hatte die schockierend vorgeführte Elf von Stefan Leitl nichts entgegenzusetzen. Aber auch gar nichts.

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0:2-Niederlage in Duisburg: Das Kleeblatt ohne Idee

Mit einer frühen 1:0-Führung legte der MSV Duisburg ordentlich vor und brachte Fürth, so schien es, ein wenig aus der Fassung. Der Anschlusstreffer folgte kurz danach. Somit lief das Kleeblatt lange einem 0:2-Rückstand hinterher und fand keine Lösung. Am Ende steht für das Kleeblatt eine Enttäuschung - und das Pokal-Aus in Runde eins.


Bei einer nachträglichen Einordnung der Geschehnisse drängt sich der unschöne Vergleich mit Tanzbären auf, die dem Publikum an der Nase vorgeführt werden. Sportlich übersetzt: ein willfähriger Mitspieler, unfähig eigene Akzente zu setzen, sich zu wehren oder gar aus der Umklammerung zu befreien. Fürths Auftritt war ein Armutszeugnis, für jeden Einzelnen mehr oder weniger, im Kollektiv aber allemal. "Alle Spieler sind nicht an ihre Leistungsgrenze gegangen. Die Niederlage hat nichts mit taktischer Ausrichtung zu tun, da geht es nur um die Einstellung", grantelte der um Sachlichkeit ringende Leitl in seiner Analyse.

Fehlende Bereitschaft sich zu quälen

Seinem Team fehlte an diesem Abend schlichtweg die Bereitschaft, sich zu quälen, die zugegeben ganz erheblichen Widerstände zu überwinden und etwas zu beherzigen, was Leitl gerne, aber diesmal zähneknirschend "eine Grundtugend im Fußball" nennt: Kunst ohne Kampf geht nicht in der zweiten Liga, Kampf ohne Kunst schon. Das führte der Drittligist den staunenden Fürthern vor. Zweikämpfe annehmen, Zweikämpfe gewinnen - "erst dann kommt die fußballerische Qualität ins Spiel", hielt Fürths Trainer seinen Schützlingen vor und legte nach: "Aber wenn du nur hinterher trabst, gewinnst du nie ein Spiel."

 

Nahezu alles, was die Spielvereinigung in der Liga bei der etwas unglücklichen Niederlage gegen Aue und dem etwas glücklichen Sieg beim FC St. Pauli ausgezeichnet hatte, ließ sie im kurzen Gastspiel im Pokal vermissen. "Das wird in aller Deutlichkeit besprochen", kündigte Leitl an, und sein Blick ließ erahnen, dass die verbale Nachbetrachtung in dieser Trainingswoche vor dem anstehenden Heimspiel am Sonntag gegen die ebenfalls ausgeschiedenen Regensburger nicht alles gewesen sein wird.

Das Duell der Ausgeschiedenen

Es besteht Redebedarf. Dringend. Denn die in Duisburg von der Mannschaft an den Tag gelegte spielerische Larmoyanz könnte im weiteren Saisonverlauf gefährlich werden. Wer sich in der zweiten Liga nicht wehrt, geht unter. Eher im Handumdrehen als langsam. So etwas in der Art wird auch Rachid Azzouzi befürchten. "Die Mannschaft muss schnell lernen, dass zum Fußballspielen auch gehört, Zweikämpfe anzunehmen und sich durchzusetzen", sagte Fürths Geschäftsführer Sport, und der 48-Jährige klang so, als möchte er diese nicht eben neue Erkenntnis am liebsten jedem einzelnen Spieler persönlich näherbringen.

Florian Pöhlmann

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