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55:71-Pleite! Heidelberg watscht die Falcons ab

Nürnbergs Basketballer gehen zu Hause baden - 15.12.2019 20:00 Uhr

Bedienter Topscorer: Duane Wilson ist nach der Partie nicht zufrieden.

© Sportfoto Zink / OGo


Am Wochenende hätten die Nürnberg Falcons im Pokal antreten dürfen. Also, wenn sie sich in der ersten Runde durchgesetzt hätten. Und wenn sie am Spielbetrieb der Bundesliga hätten teilnehmen dürfen. Denn zum seltsamen Pokalwettbewerb sind im Basketball nur Bundesligisten zugelassen. Ein solcher ist Nürnberg bekanntlich nicht, trotz des sportlichen Aufstiegs im Frühjahr.

Also traten sie am Sonntagabend wieder gegen den kantigen Philipp Heyden an, gegen den unnachgiebigen Niklas Würzner und an der Seitenlinie gab erneut Branislav Ignjatovic das Schauspiel des unzufriedenen älteren Mannes. Der Cheftrainer der sogenannten MLP Academics Heidelberg agiert seit Jahren, als sei ständig eine Kamera auf ihn gerichtet. Ignjatovic gestikuliert, brüllt, grimassiert, dabei geht es doch immer wieder nur um Punkte in der 2. Liga. Im Frühjahr hatte er an selber Stelle sehr ausdrucksstark leiden müssen, als seine Mannschaft den sportlichen Aufstieg im Playoff-Halbfinale den Falcons überlassen musste.

Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da eine Mannschaft die A6 ostwärts gekommen war, um sich für zwei bittere Niederlagen zu revanchieren. Das stark veränderte Nürnberger Team konnte da kaum dagegenhalten. Vor allem in der Offensive fehlte es den Falcons beim 55:71 (5:13, 25:22, 13:16, 12:20) an Ideen, an Ruhe und an Treffsicherheit.

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In Nürnberg war zum ersten Mal Justin Jenifer (7 Punkte, 2 Assists) zu sehen. Der Mann von der University of Cincinnati wirkte bei seinem Debüt am Flughafen alles andere als austrainiert, deutete aber immer wieder Gefühl für das Spiel an – in einem Spiel, in dem vor allem Ballgefühl lange Zeit eher keine Rolle spielte. Für die Falcons war im ersten Viertel jeder Angriff ein Kampf – mit dem mit den Gästen, aber eben auch mit sich selbst. Ohne Leichtigkeit reichte es nur zu fünf Punkten in den ersten zehn Minuten. Noch verzweifelter als Ralph Junge, der sich nach dem Abschied von Vytautas Buzas selbst hatte zum Cheftrainer befördern müssen, aber war der unterhaltsame Ignjatovic, der mitansehen musste, wie seine großen Jungs unter den Körben ein größeren Vorsprung als ein 13:5 verhinderten.

Verkrampfte Falcons

Die Falcons attackierten danach aggressiver, was dem Unterhaltungswert der Partie nicht schadete – beinahe aber der Korbanlage. In der Pause aber einigte sich die Mannschaft aber offenbar darauf, sich es an diesem Abend aber nicht zu einfach machen zu wollen. Heidelberg durfte wieder davonziehen. Es war Jenifer, der das Spiel beruhigte und sich mit dem Ex-Nürnberger Zamal Nixon ein kleines Privatduell lieferte. Letztlich aber waren 13 Punkte im dritten Viertel zu wenig. Die Falcons blieben verkrampft (43:51).

Das sollte sich auch im Schlussviertel nicht lösen – trotz des Comebacks von Derrick Taylor. Der ehemalige Bamberger Bundesliga-Profi und Nürnberger Coach assistiert Junge neuerdings, musste aber beobachten, dass sich der Cheftrainer und sein Team mit der Niederlage abgefunden hatten.

Selbst Coach Ignjatovic beruhigte sich, das alarmierende Rot in seinem Gesicht wich einer gesunden Gesichtsfarbe. Nixon teilte Punkte und Vorlagen aus (13 Punkte), wie an seinen besten Abenden in der Halle am Berliner Platz. Auf der anderen Seite bekam der starke Wilson zu wenig Unterstützung von den weitgehend indisponierten Haukohl, Sanders und Schröder. Heidelberg musste nur ordentlich verteidigen, um letztlich zu einem unerwartet leichten Auswärtserfolg zu kommen.

Nürnberg: Wilson 12 Punkte, Lee 12 (7 Rebounds), Sanders 9, Maier 9, Jenifer 7, Haukohl 4, Feuerpfeil 2, Schröder 0.

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