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2:1 gegen St. Pauli: Magyar versüßt die Kleeblatt-Saison

Verteidiger erzielt Last-Minute-Siegtor für die Fürther zum Abschluss - 19.05.2019 17:28 Uhr

Jubel beim Kleeblatt: Richard Magyar erzielt in der 92. Minute das entscheidende Tor. © Sportfoto Zink / WoZi


Das Spruchband, das die Kleeblatt-Fans auf der Nordtribüne nach knapp zehn gespielten Minuten gegen den FC St. Pauli zeigten, war deutlich in seiner Botschaft: "35 Tore – zweitschlechtester Sturm! 55 Gegentore – zweitschlechteste Abwehr! Gerade so dem Abstieg entgangen. Realität erkennen – das Schönreden beenden und handeln!“, war darauf zu lesen.

Lange Zeit war das Spiel der Fürther gegen den Kiez-Klub nicht wirklich geeignet, die Kritik aus dem Umfeld an der Saison-Bilanz verstummen zu lassen. Doch in der Nachspielzeit gelang dem Kleeblatt doch noch das 2:1 und damit ein versöhnlicher Abschluss. Ein Tor durch Fabian Reese, ein Gegentor durch Dimitrios Diamantakos – und schließlich der Siegtreffer durch Richard Magyar. Das Kleeblatt beendet die Saison mit 42 Punkten auf Platz 13.

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Abschied, Trikot, Last-Minute: Der Kleeblatt-Sieg gegen St. Pauli

Das Kleeblatt hat zum Saisonabschluss in der 2. Bundesliga einen späten Sieg bejubelt. Richard Magyar sorgte am Sonntag in der zweiten Minute der Nachspielzeit für den 2:1-Erfolg gegen den FC St. Pauli. Im Ronhof wurde zudem das neue Trikot vorgestellt und verdiente Spieler verabschiedet.


Dabei musste Trainer Stefan Leitl im letzten Saisonspiel zunächst auf Innenverteidiger Magyar verzichten, der unter der Woche angeschlagen nicht trainieren konnte und nur auf der Bank saß. Ob man den Schweden noch einmal im Ronhof sehen wird, ist offen. Der Abwehrspieler zögert offenbar mit einer Verlängerung seines auslaufenden Vertrages. Ihn soll es eher in seine Heimat Schweden ziehen. Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi würde Magyar grundsätzlich gerne behalten. Weil das Kleeblatt aber eine Option auf Verlängerung des Vertrages besitzt, wäre es auch möglich, ihn für eine Ablösesumme zu verkaufen. Auch bei Mario Maloca steht die Frage nach einem Verbleib im Raum, er war zuletzt unzufrieden mit seiner Reservisten-Rolle. Gegen den FC St. Pauli fehlte er im Kader.

St. Pauli startet besser in Partie

Ohne die beiden entwickelte sich in der ersten Halbzeit zunächst ein eher dröger Frühlingskick, bei dem die Gäste anfangs mehr vom Spiel hatten. Bezeichnenderweise dauerte es 14 Minuten, bis es überhaupt eine Torchance gab. Sami Allagui lupfte den Ball zwar über SpVgg-Keeper Marius Funk (Startelf-Debüt in dieser Spielzeit), aber auch am Fürther Tor vorbei. Der Spielaufbau beim Kleeblatt gestaltete sich zäh, viele Unkonzentriertheiten, Missverständnisse und Fehlpässe prägten das Spiel.

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Durchwachsener Abschluss: Die Kleeblatt-Noten!

Wer gedacht hätte, das Spiel zwischen der Spielvereinigung Greuther Fürth und dem FC St. Pauli bringt aufgrund der klaren Verhältnisse in der Tabellen keine Brisanz, der lag fehl. Richard Magyar brachte sein Kleeblatt auf die Siegerstraße in der 92. Minute. Nun wurden die Zeugnisse verteilt!


Erst nach etwa einer halben Stunde – Pauli hatte bis dahin weitere Gelegenheiten vergeben – kam Fürth besser auf. Eine technisch starke Abnahme von Stürmer Daniel Keita-Ruel, nach seiner Rotsperre in die Startelf zurückgekehrt, mit dem Rücken zum Tor, fing Gäste-Torwart Robin Himmelmann im Nachfassen ab. Pech hatte das Kleeblatt, als Julian Green nach 39 Minuten zwar das Tornetz gehörig wackeln ließ – aber nur die Unterkante der Latte getroffen hatte.

Kleeblatt: Leitl-Wechsel zünden

Zur Pause brachte Leitl David Atanga für den stark gelb-rot gefährdeten Hans Nunoo Sarpei, kurz darauf musste Rechtsverteidiger Maximilian Sauer verletzt raus – für ihn kam Magyar in die Partie (50.). Fürth kam deutlich lebendiger aus der Kabine, einen ersten Angriff köpfte Atanga noch weit über das Tor. Kurz darauf stand es dennoch 1:0: Nach einer Freistoßflanke von Green stand Fabian Reese am Fünfmeterraum frei und drückte die Kopfball-Weitergabe von Magyar nur noch über die Linie (52.).

Doch die Führung hatte nur kurz Bestand: Paulis Finn Ole Becker schickte Stürmer Diamantakos in den Fürther Strafraum, wo ihn Maximilian Wittek nicht unter Kontrolle brachte – 1:1 (54.). Die letzte halbe Stunde der Saison durfte das Kleeblatt in Überzahl spielen. Schiedsrichter Robert Kampka schickte Paulis Brian Koglin mit Gelb-Rot vom Feld, nachdem der im Luft-Zweikampf Keita-Ruel mit dem Ellenbogen getroffen hatte. Doch nutzen konnten die Fürther diesen Vorteil nicht, obwohl sie es immer wieder versuchten: Reese wartete zu lange mit einem Abschluss (65.), Mohr zog aus 25 Metern zu weit über das Tor (71.), Atanga traf nur die Latte (75.), Redondo verfehlte den Winkel aus kurzer Distanz (88.).

Das Bemühen, noch einen Treffer zu erzielen und die Saison noch einmal mit einem versöhnlichen Ergebnis enden zu lassen, war den Fürthern nicht abzusprechen. Es gelang ihnen aber wie so oft, lange nicht, Zählbares daraus zu erzwingen. Erst Magyars Treffer zum 2:1 (92.) nach einer Green-Ecke sorgte für großen Saisonend-Jubel im Ronhof.

SpVgg Greuther Fürth: M. Funk - Sauer (Magyar, 50.), T. Mohr, M. Caligiuri, Wittek - Ideguchi, Jaeckel - Reese (Redondo, 79.), Green, Sarpei (Atanga, 46.) - Keita-Ruel

1. FC St. Pauli: Himmelmann - Kalla (Coordes, 35./Meier, 79.) , Koglin, Hoogma, Buballa - Miyaichi, Möller Daehli, Becker, Lankford - Allagui (Carstens, 63.), Diamantakos

Tore: 1:0 Reese (51.), 2:1 Magyar (91.) - 1:1 Diamantakos (54.) | Gelbe Karten: Sarpei (19.), Sauer (30.), Green (57.), Wittek (59.), Jaeckel (81.) - Becker (84.) Gelb-rote Karten: Koglin (23./61.)| Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz) | Zuschauer: 13.890

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