Freitag, 24.05.2019

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1:1 gegen Union: Caligiuris Kopfball rettet Fürth den Punkt

Wildes Spiel mit zwei Platzverweisen endet unentschieden - 20.04.2019 14:55 Uhr

Traf zum 1:1-Endstand: Fürths Marco Caligiuri. © Sportfoto Zink / WoZi


Wieder einmal war Fürths Trainer vor dem Anpfiff gezwungen, die Startelf umzubauen. Weil Richard Magyar mit einer Wadenprellung passen musste, rutschte Paul Jaeckel neben Kapitän Marco Caligiuri in die Innenverteidigung. Auf Links verteidigte wieder Maximilian Wittek für Kenny Price-Redondo und Daniel Keita-Ruel stand nach abgesessener Gelbsperre wieder im Sturmzentrum.

Erst einmal hatte Fürth in der Historie gegen Union Berlin den Kürzeren im Ronhof gezogen: am 21. Mai 2017 mit 1:2. Zudem waren die Köpenicker nicht mit dem größten Selbstvertrauen angereist. In den letzten vier Ligaspielen konnte die Eisernen keine Partie gewinnen.

Mees macht das 1:0

Die SpVgg übernahm vom Anpfiff weg das Kommando, attackierte Union frühzeitig im Spielaufbau und zeigte sich im Umschaltspiel gefällig. Nach 15 Minuten standen bereits drei dicke Chancen für die SpVgg im Notizblock. Zuerst schoss Julian Green Keeper Rafal Gikiewicz aus kurzer Distanz ins Gesicht (4.), dann verfehlte David Atanga bei einem Drehschuss nur knapp das rechte Eck (12.), Paul Jaeckel köpfte nach einer Ecke frei aus acht Metern den Ball weit über das Tor (14.).

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Platzverweise und Caligiuris Kopf: Fürth punktet gegen Union

Da war mächtig Pfeffer drin! Gegen Union Berlin erkämpfte sich die SpVgg Greuther Fürth ein 1:1. Was in der ersten Hälfte noch drohte, ein müder Sommerkick zu werden, nahm in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig Fahrt auf. Der Lohn für Fürths Bemühungen: Immerhin ein Zähler gegen den Aufstiegskandidaten aus Berlin. Hier sind die Bilder!


Die Fahrlässigkeit in der Verwertung der Chancen, sollte sich rächen. Nach einem Fehler von Caligiuri, der den Ball nicht entscheidend klären konnte, landete die Kugel beim Ex-Fürther Robert Zulj, der zwei Fürther elegant austanze und abschloss. Den Abpraller verwertete Joshua Mees zur schmeichelhaften Führung für Union (35.).

Keita-Ruel schwächt das Kleeblatt

Einenn Bärendienst erwies Keita-Ruel drei Minuten später seiner Mannschaft. Nach einem Foul von Felix Kroos an Atanga – er wurde mit Gelb verwarnt – stieß Fürths Stürmer mit Anlauf und beiden Händen den Berliner zu Boden. Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen zückte folgerichtig Rot. Der Referee war zuvor allerdings nicht gerade durch Fingerspitzengefühl aufgefallen. Eine böse Grätsche von Sebastian Polter gegen Wittek (2.) blieb ungesühnt, drei Minuten vor Keits Platzverweis hatte Nicolai Rapp selbigen abgeräumt. Die Aktion blieb ebenfalls folgenlos und Keita-Ruel war dementsprechend in der Folge auf Betriebstemperatur. Seine Tätlichkeit war trotzdem einfach nur dämlich und schwächte das eigene Team.

Leitl nahm zur Pause den mit Gelb verwarnten Atanga vom Platz, brachte Redondo. Für die SpVgg war die zweite Halbzeit eine knifflige Angelegenheit. Sie mussten etwas tun, ohne dabei die Defensive zu sehr zu vernachlässigen. Und Union ließ sich wie schon im ersten Abschnitt nicht locken.

Auch Rapp fliegt vom Platz

Mit vereinten Kräften verhinderte die Fürther Hintermannschaft das 0:2. Erst wurde Polter am Drehschuss gehindert, den Nachschuss von Ken Reichel blockte Jaeckel im Liegen (64.). Auf der Gegenseite traf Fabian Reese aus guter Position den Ball nicht richtig (65.).

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Sechs für den Rotsünder: Die Kleeblatt-Noten nach dem Berlin-Remis

Mit dieser Tätlichkeit hat Daniel Keita-Ruel seiner Mannschaft keinen Gefallen getan. Über 52 Minuten musste das Kleeblatt wegen des Platzverweises seines Stürmers mit zehn Leuten gegen Union Berlin agieren. Die Fürther steckten nicht auf und erspielten sich ein Remis. Sie bewerteten die Leistungen der Kleeblatt-Kicker nach Schulnoten - und hier ist die Auswertung:


Fürth stemmte sich weiter mit Vehemenz gegen die erste Heimniederlage unter Leitl. Und wurde belohnt. Green schlug die Ecke, Caligiuri lief ein und köpfte aus fünf Metern den Ausgleich (67.). In der Folge dezimierten sich auch die Berliner. Nach einem bösen Foul gegen Green am eigenen Sechzehner durfte der Ex-Fürther Nicoali Rapp ebenfalls mit Rot zum Duschen (70.).

Zwei Zähler zu wenig

Danach war viel Platz für beide Teams auf dem Rasen. Gikiewicz musste bei Greens präzisem Schlenzer übergreifen, um den Ball mit den Fingerspitzen um den rechten Pfosten zu lenken (74.). Von Union kam zu diesem Zeitpunkt herzlich wenig, gemessen am eigenen Anspruch, unbedingt aufsteigen zu wollen. Der eingewechselte Carlos Mané sendete zumindest ein Lebenszeichen, seinen Schuss parierte Burchert gekonnt (80.).

Fürth drückte weiter aufs Gaspedal, wollte unbedingt gewinnen. Wieder war es Gikiewicz, der einen Schuss von Reese zur Ecke lenkte (86.). Und dann kam Ernst und vergab den sicheren und verdienten Sieg. Völlig unbedrängt schoss er in der Schlussminute aus elf Metern den herauseilenden Gikiewicz an. Die Partie wurde in der Schlussviertelstunde zum Duell von Fürth gegen Unions Torwart. Und endete mit einem Remis. Gemessen an Spielanteilen und Chancen waren es für Fürth zwei zu wenig.

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer, Jackel, Caligiuri, Wittek (69. Raum) - Seguin - Atanga (46. Redondo), Ernst - Green - Reese, Keita-Ruel

Union Berlin: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Rapp, Reichel - Prömel - Kroos (68. Andersson), Zulj - Abdullahi (63. Mané), Polter (77. Gogia), Mees

Tore: 0:1 Mees (35.), 1:1 Caligiuri (67.) | Gelbe Karten: Atanga - Kroos, Prömel, Friedrich | Rote Karten: Keita-Ruel (38.) - Rapp (70.) | Schiedsrichter: Thomsen (Kleve) | Zuschauer: 10.000

 

Martin Ferschmann

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