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Umwelttag in Nürnberg: Nur gemeinsam sind wir stark

Schüler der Peter-Vischer-Schüler setzen sich für den Umweltschutz ein - 16.09.2019 17:51 Uhr

Ihr Engagement ist im ganzen Schulhaus der Peter-Vischer-Schule präsent: Vor zwei Jahren starteten die Schüler als Klasse 8e mit ihren Lehrerinnen Natalie Löhnert (links) und Konstanze Sippel das Umweltprojekt „AchtE drauf“. Mittlerweile ruft das Graffiti der Straßenkünstlerin Marion Ruthardt mit dem Logo des Projekts im Eingangsbereich alle zu umweltbewusstem Handeln auf. Die Schüler sind mittlerweile in der Abschlussklasse und haben ihr Projekt an Jüngere übergeben. © Fot: Kathrin Walther


Die Umwelt schützen – das ist längst keine Kür mehr, sondern Pflicht. Schülern der Klasse 8e der Peter-Vischer-Schule war das bewusst, als noch niemandem Fridays for Future ein Begriff war. Und sie begannen zu handeln: Vor zwei Jahren riefen die Jugendlichen das Projekt "AchtE drauf!" ins Leben (der Titel leitet sich aus ihrer Klasse ab).

Sie initiierten an ihrer Schule am 8. Februar einen Umwelttag, gestalteten ein Plakat mit acht Umweltschutz-Regeln, bastelten aus ausrangierten Erdkunde-Landkarten Schlüsselanhänger und machten ihr Projekt bekannt: über die Nürnberger Nachrichten und Radiosender, über die Internationale Jugendkonferenz, über Besuche bei Ministerien auf Landes- und Bundesebene. Das Projekt gewann Wettbewerbe wie den Umweltpreis der Stadt Nürnberg, und im Schulausschuss wurde beschlossen, die Einführung eines jährlichen Umwelttages zu fördern. Was in diese Richtung passiert, erklärt der zuständige Bürgermeister Klemens Gsell.

 

Wird es am 8. Februar 2020 zum ersten Mal einen Umwelttag geben?

Klemens Gsell: So wurde es ja im Schulausschuss beschlossen und diese Beschlusslage setzen wir jetzt gerne um. Indem wir versuchen, alle Schulen genauso von der Aktion zu begeistern, wie wir es sind. Ich kann zwar nicht par ordre du mufti sagen: "Ihr müsst!" Aber ich gehe davon aus, dass am 8. Februar nicht nur drei oder vier Schulen mitmachen, sondern dass wir durchaus eine zweistellige Zahl erreichen.

 

Was konkret unternehmen Sie?

Gsell: Für die Koordination mit den Schulen ist die Umweltstation Nürnberg zuständig. Sie gehört zum Institut für Pädagogik und Schulpsychologie und zum Umweltreferat. Die Mitarbeiter machen auf den Umwelttag aufmerksam, stellen Ressourcen und Wissen zur Verfügung. Denn am sinnvollsten wäre es, wenn Schulen im Stadtteil gemeinsam aktiv werden. Wenn also Gymnasium, Realschule und Mittelschule eines Stadtteiles zusammen beschließen, den Park xy zu pflegen. Oder wenn über die Schulgrenze hinweg ein Energiespar-Wettbewerb veranstaltet wird. Außerdem wären Patenschaften übers ganze Jahr denkbar. Solche Aktionen funktionieren auch besser, wenn sich Schulen das teilen.

 

Seit 2008 ist Dr. Klemens Gsell Bürgermeister der Stadt Nürnberg und betreut die Bereiche Schule und Sport. Der 58-Jährige hat drei Kinder. © Foto: Wolfgang Zink


Welche Werbemaßnahmen werden ergriffen?

Gsell: An der Konzeption wird gerade gearbeitet. Im November findet aber zum Beispiel eine Veranstaltung unter anderem für Lehrer statt, an dem die beiden Pädagoginnen Natalie Löhnert und Konstanze Sippel, die das Projekt "AchtE drauf!" betreuen, ihr Konzept eines Umwelttags vorstellen und zum Mitmachen aufrufen.

 

Was können Stadt und Schule darüber hinaus tun, also das ganze Jahr über?

Gsell: Viel. Das ganze Jahr über ist Energiesparen, also Ressourcenschonen, angesagt. Außerdem gibt es natürlich diverse Umweltprojekte wie Bach-, Baum- oder Pflanzenpatenschaften. Oder die Pflege von Bio- und Kräutergärten.

 

Und wie werden die Schulneubauten dem Klimaschutz gerecht?

Gsell: Wir sind beim Neubau im Standard von Plusenergie, das heißt: Durch Solaranlagen und Wärmerückgewinnung produzieren die Gebäude mehr Energie, als sie laufend verbrauchen.

 

Noch eine Frage zum Globalen Klimastreik #allefürsklima: Unterstützen Sie die streikenden Schüler?

Gsell: Ich sag das, was ich zu "Fridays for Future" immer sage: Wenn Schüler unbedingt demonstrieren wollen, schneiden sie sich ins eigene Fleisch, weil die Fehlstunden irgendwann bemerkbar werden. Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt ist: Wir haben für die städtischen Schulen die Devise ausgegeben "Keine Strafen", aber auch die Forderung "Wer streikt, muss sich hinterher bei Umweltaktivitäten in seiner Schule einbringen."

 

Das Plakat an Klemens Gsells Bürotüre. © Foto: Kathrin Walther


Und wenn die ganze Schule antritt?

Gsell: Die Schule hat jetzt die Möglichkeit, ihre flexiblen freien Tage festzulegen. Dann wäre es für alle legal. Die Teilnahme könnte als schulische Veranstaltung deklariert werden, dazu gehört aber eine pädagogische Vorbereitung. Oder sie wird als Wandertag tituliert.

Das Plakat mit den Umweltregeln ist kostenlos erhältlich über die Umweltstation der Stadt Nürnberg, Fürther Straße 80a, Tel.: 09 11/2 31-90 59.

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