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Die vergessene Künstlerkolonie

Nidden, das Licht und eine untergegangene Zeit - 09.05.2019 09:13 Uhr

„Licht über Sand und Haff – Carl Knauf – Maler in Nidden“


So war das damals auch in Nidden, einem deutschen Ort in Ostpreußen an der Kurischen Nehrung, der heute zu Litauen gehört. Das Kulturzentrum Ostpreußen will an das fast vergessene Kapitel dieses Künstlerorts erinnern. Das besondere Licht der Nehrung zog Maler von überall her an. So entstand eine berühmte Künstlerkolonie. Zu ihnen gehörte auch der Schriftsteller Thomas Mann sowie Malergrößen wie Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

Ebenfalls einer der populären Künstler war Carl Knauf (1893-1944). Der aus Godesberg stammende Künstler, mit Ausbildung an der Düsseldorfer Kunstakademie, entdeckte während seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg die Kurische Nehrung für sich und blieb dort.  Von Reisen nach Südeuropa und Nordafrika brachte er immer neue Bildeinflüsse in seinen Gemälden und vermischte sie mit dem Memelland und der Küstenlandschaft. Seine menschenleeren Bilder, die das Schöne, das Spröde und Herbe der Natur vermitteln, trafen den Geschmack der Zeit.

Dass Knauf nach seinem Tod 1944 in Vergessenheit geriet, war kein Wunder. Seine Frau floh nach Kriegsende, Kinder hatten die beiden keine. Nun erweist sich diese Vergessenheit aber als Vorteil. Seine Bilder waren weit verstreut. So ist von Knaufs Werk heute einiges erhalten, während die Werke anderer Maler aus Nidden rund ums Kriegsende vor Ort verbrannt wurden oder verschwanden.

Also sind die kraftvollen, mit subtilen Farbstimmungen erarbeiteten Werke von Carl Knauf die letzten Zeugen eines vergessenen Künstlerorts in einem anderen Land, zu einer anderen Zeit. Vier Monate lang sind die Werke nun unter dem Titel „Licht über Sand und Haff – Carl Knauf – Maler in Nidden“ im Kulturzentrum Ostpreußen ausgestellt.                                  

„Licht über Sand und Haff – Carl Knauf – Maler in Nidden“;
Ausstellung im Kulturzentrum Ostpreußen bis 8. September, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet. 

Hanna Greta Schmidt Carpe diem

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