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Dienstag, 11.08.2020

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Auf dem Seenländer unterwegs

Auf unbekannten Pfaden durch die Region - 13.07.2020 08:36 Uhr

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Etappe 1 etwa, die in Petersgmünd beginnt, bietet auf ihren 15 Kilometern gleich mehrere Highlights und Sehenswürdigkeiten. Man passiert den Skulpturenweiher in Wernsbach und gelangt nach wenigen Kilometern zu den Sandsteinbrüchen, die versteckt im Wald liegen. Die Auszeichnung als eines der schönsten Geotope in Bayern tragen diese Felsformationen absolut zu Recht. Auf dem Gelände gibt es verwitterte Felsabbrüche des roten Sandsteins, meterhohe Steilwände, Steinbögen, Stollen und Höhlen. Schon vor über 600 Jahren wurde hier damit begonnen, den roten Sandstein abzubauen. Um das 19. Jahrhundert herum, im Zuge der Industrialisierung, hat man fast eine ganze Bergkuppe Gestein abgetragen. Die charakteristischen rötlichen Steinquader findet man heute noch an vielen Häusern in der Region.

Entlang der idyllischen Wallersbacher Teiche führt der Seenländer nun bis nach Eckersmühlen zum Historischen Eisenhammer; ein Stück lebendige und sehr sehenswerte Industriegeschichte. Mit Wasserkraft aus der vorbeifließenden Roth wurde viele Jahrhunderte lang eine Metallschmiede betrieben, seit gut 30 Jahren ist die Alte Mühle mit Schmiede und Herrenhaus ein Museum. Während einer Führung demonstriert der Meister die alte Kunst des Hammerschmiedens und den Umgang mit dem glühenden Eisen, auch Schmiedekurse können hier belegt werden.

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Nicht alle Etappen des Seenländers sind mit einer solchen Dichte an Sehenswertem bestückt, das ist aber auch nicht nötig. Meist ist die Natur selbst der Star und besticht durch Vielfalt: Es geht durch sattgrüne Wäldchen und dunkelgrüne, moosbewachsene Tannenreihen. Über Blumenwiesen, Maisfelder und Kartoffeläcker. Sanfte, sonnige Hügel mit Trockenrasen wechseln sich ab mit schattig-felsigen Bachtälern.

So steigt man etwa hinab ins mystische Arbachtal bei Pleinfeld. Der Seitenarm der Schwäbischen Rezat schlängelt sich hier gemächlich durch ein Waldstück, das den schaurigen Namen Totenleite trägt und den sogenannten Teufelsbackofen und die Keltenschanze beherbergt.  Man passiert malerische Dörfchen mit alten Bauernhäusern und Tiergehegen. Immer wieder hält man inne, um Weitblicke über die umliegende Landschaft zu genießen – ganz besonders etwa an der Jakobuskapelle oberhalb von Ramsberg, wo sich der gesamte Brombachsee wie ein tiefblauer Teppich zu den Füßen erstreckt.

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Das informative Begleitheft zum Seenländer inklusive zahlreicher Adressen für die Einkehr ist kostenlos beim Tourismusverband Fränkisches Seenland erhältlich. Eine Etappe ist zwischen zehn und 20 Kilometer lang, bei einigen kommt man auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zum Ausgangspunkt zurück. Aus den Beschreibungen der einzelnen Etappen kann man sich, je nach Interessenschwerpunkt, die passende heraussuchen. Die Schleuse über den Main-Donau-Kanal, den Rothsee samt LBV-Umweltstation, die Mandlesmühle am Hauptsperrdamm des Brombachsees, die Pleinfelder Sommerrodelbahn, den Altmühlüberleiter, der Monte Gero, das Spalter Hügelland, das Schnittlinger Loch, die Altstadt von Ornbau, der Teichlehrpfad in Haundorf, die Obstgärten von Gräfensteinberg und Großweingarten … und natürlich: die Seen.

Diesen Text und weitere Freizeittipps lesen Sie auch im SeenLandBlog: blog.fraenkisches-seenland.de

 

 

MIRIAM ZÖLLICH Carpe diem

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