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Mittwoch, 17.07.2019

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Weißenburger Rüstwagen geht in die Ukraine

Das 30 Jahre alte Fahrzeug wird in Snjatyn weiter genutzt - 12.06.2019 17:05 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Weißenburg erhält einen neuen Rüstwagen. Das alte Fahrzeug (unser Bild entstand bei einem Einsatz 2015) wird ausgemustert und der befreundeten Wehr in Snjatyn geschenkt. © Foto: Robert Renner


Dafür hat jetzt der Hauptausschuss des Weißenburger Stadtrats mit einem einstimmigen Senatsbeschluss den Weg freigemacht. Nach dem Tanklöschfahrzeug TLF 16 findet dann das zweite ausgemusterte Fahrzeug der Weißenburger Wehr den Weg in die Westukraine, deren Feuerlöschwesen mit dem hiesigen nicht vergleichbar ist.

Der 30 Jahre alte Rüstwagen RW 2 wurde ursprünglich vom Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen finanziert, hat einen Zeitwert von rund 5000 Euro und soll auf Wunsch der Weißenburger Wehr an jene in Snjatyn übereignet werden. Dazu war es nötig, das Fahrzeug dem Verein Freiwillige Feuerwehr Weißenburg zu überlassen, was jetzt durch den Senatsbeschluss erfolgte.

Die Stadt Snjatyn liegt im Oblast (vergleichbar einem hiesigen Regierungsbezirk) Ivano-Frankivsk circa 120 Kilometer von Lviv /Lemberg entfernt. Dorthin ging schon vor rund zwei Jahren beim Jubiläum 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Weißenburg das damals ausgemusterte Tanklöschfahrzeug TLF 16. Seitdem ist es in der Stadt und im Landkreis Snjatyn im Einsatz und trägt wesentlich mit dazu bei, die Sicherheit für die Menschen in der Region zu erhöhen.

Davon hat sich eine Abordnung der Weißenburger Wehr im vergangenen Jahr bei einem Besuch überzeugt. Kommandant Klaus Knaupp sprach sich hernach dafür aus, bei künftigen Ersatzbeschaffungen über weitere Schenkungen nachzudenken. Denn der Brandschutz wird in Snjatyn derzeit ausschließlich durch Berufsfeuerwehrleute sichergestellt, die sowohl für die Stadtgebiete als auch für das gesamte Umland zuständig sind. Das Ausrückgebiet umfasst dabei oft einen Radius von 50 Kilometern und mehr.

Die damit verbundenen sehr langen Anfahrtszeiten zu den Einsatzorten führen gerade in den ländlichen Gebieten bei Bränden oder Verkehrsunfällen zu hohen Sachschäden und in den schlimmsten Fällen zu Todesopfern. Eine Abdeckung der Fläche mit schlagkräftigen Freiwilligen Feuerwehren, wie es sie hierzulande gibt, existiert in der Ukraine noch nicht. Dort ist man aber gewillt, ein Feuerwehrsystem nach deutschem Vorbild aufzubauen.

Größtes Problem ist dabei neben unzureichender Ausrüstung das Fehlen geeigneter Fahrzeuge. Diese sind aber für einen schnellen und wirksamen Einsatz unabdingbar.

Der neue Rüstwagen für die Weißenburger Wehr soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Der Stadtrat hat den Kauf bereits 2017 beschlossen, die Verwaltung hat das Fahrzeug in der Folge bei Magirus Brandschutztechnik in Ulm bestellt. 

ROBERT RENNER

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