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Dienstag, 22.10.2019

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Was kann man gegen Demenz tun?

Ein Vortrag am Donnerstag, 19. September, in Weißenburg will Möglichkeiten aufzeigen - 18.09.2019 11:13 Uhr

Dr. Claus Daumann spricht in Weißenburg über Demenz. © Foto: Brad Forster


Es wäre zu einfach, die Erkrankung Demenz allein mit unserer erhöhten Lebenserwartung zu erklären. Wäre das Alter allein der Auslöser dieser Veränderung, würden alle über 60 Jahre daran erkranken. Da genau das eben nicht passiert, muss es andere Erklärungen geben, heißt es in der Ankündigung des Landratsamtes.

Es sind viele Faktoren bekannt, die das Risiko an Demenz zu erkranken erhöhen, aber auch minimieren können. Und hier liegt auch die eigentliche Chance, denn über die Beeinflussung von Risikofaktoren kann sehr viel erreicht werden. Es sind vor allem Lebensstil- und Umweltfaktoren, die in der Prävention eine Rolle spielen.

Eine australische Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass sieben Risikofaktoren etwa der Hälfte aller Demenzfälle zugeordnet werden können. Dazu zählten neben Übergewicht, Diabetes Typ II, Bluthochdruck, geringe körperliche Aktivität, Rauchen auch Depressionen und niedriger Bildungsgrad. Doch wie entsteht ein Diabetes Typ II? Wie kommt es im Lauf des Lebens zu Bluthochdruck? Und die wichtigste Frage: Was kann jeder Einzelne dagegen tun?

Die gute Nachricht ist, man kann etwas dagegen tun. Was genau damit gemeint ist, wird Dr. Daumann, seinerseits Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Hormon- und Stoffwechseltherapeut, Präventionsmediziner und Mikronährstofftherapeut, erläutern. Ernährung und die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren spielen eine große Rolle, denn Mangelerscheinungen sind in unseren Breiten häufig.

Nicht zu vergessen sind die Lebensstilfaktoren. Spaß an der Bewegung, Spiele, die "das Hirn fordern", Sozialkontakte, die befriedigen und die krankmachende Einsamkeit verhindern. Auf die verschiedenen Interventionen wird Daumann in seinem Vortrag eingehen und Mittel und Wege aufzeigen, um Demenz vorzubeugen.

Auch bei älteren und alten Menschen lohnen sich zu jeder Zeit Maßnahmen. Denn, das zeigt die Hirnforschung deutlich: Unser Gehirn kann sich bis ins hohe Alter auch positiv verändern. Deshalb können die Entstehung und das Fortschreiten von Alzheimer oder anderen Demenzformen oft beeinflusst werden.

Die Zahl der Demenz-Betroffenen wächst stetig, aktuell geht man von 1,6 Millionen Menschen in Deutschland aus. Noch immer ist trotz milliardenschwerer Forschung kein Heilmittel in Sicht. Derzeit entwickelte Medikamente sind immens teuer, haben nur minimale Wirkung und oft heftige Nebenwirkungen.

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