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Inklusion auf dem Weißenburger Altstadtfest

Die Lebenshilfe Altmühlfranken feiert ihr 50-jähriges Bestehen - 13.07.2019 06:18 Uhr

Die Lebenshilfe feiert beim Altstadtfest in Weißenburg ihr 50-jähriges Bestehen. Mit dabei sind auch die Jollipops, die Jongliergruppe der Lebenshilfe. © Foto: Robert Renner


"Gemeinsam das Jubiläum feiern", ist das Motto der Lebenshilfe. Im Programmheft des Altstadtfestes wird die Veranstaltung als "Geburtstagsparty der Lebenshilfe" bezeichnet. Und so wird das Fest auch innerhalb der Lebenshilfe gesehen. "Bewohner, Beschäftigte, Mitarbeiter und Nutzer aller Dienste der Einrichtung für Menschen mit Behinderung freuen sich sehr auf das Großereignis, mit dessen Planung ein eigens dafür gegründeter Festausschuss schon vor über einem Jahr begann", heißt es in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe.

"Von Anfang an war klar, dass wir unser rundes 50-jähriges Jubiläum nicht nur alleine feiern wollen", betont Martin Britz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Altmühlfranken, der die Idee eines inklusiven Stadtfestes in Verbindung mit den Planungen rund um das Jubiläum erstmals aufbrachte.

Im Festausschuss sind neben ihm und weiteren Mitarbeitern selbstverständlich auch Menschen mit Behinderung vertreten. "Sie kümmern sich unter anderem darum, dass die Wünsche und Interessen aller berücksichtigt werden", schreibt die Lebenshilfe. Diese Transparenz und Mitbeteiligung sorge schließlich auch dafür, dass die Vorfreude und Spannung auf das Großereignis in den vergangenen Wochen immer größer geworden sei. "Wir freuen uns sehr über viele Besucherinnen und Besucher, die gemeinsam mit uns feiern", ergänzt Helmut Bengel, der von Anfang im Festausschuss dabei ist und bei keinem der zahlreichen Treffen gefehlt hat.

Die Lebenshilfe feiert das Fest gemeinsam mit dem Museumscafé, der Napo-Bar und dem Lions-Club, die nicht nur die Verpflegung rund um den Martin-Luther-Platz übernehmen, sondern auch daran interessiert sind, dass die anfallenden Aufgaben gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung gestemmt werden. "Gerade dieses Miteinander macht das Fest für die Lebenshilfe so wertvoll", heißt es im Pressetext.

Das Geburtstagsfest wird vorwiegend am Samstag, 20. Juli, gefeiert, Programmpunkte gibt es aber auch am Freitag und Sonntag. Am Auftaktabend wird es von 17 bis 18 Uhr eine erste Probe zum Offenen Singprojekt "lebendig-offen-bunt" geben. Dabei ist die gesamte Bevölkerung zum Mitsingen eingeladen. "Schauen wir mal, welch großen Chor wir zusammenkriegen", meinte Thomas Felber bei der Programmvorstellung. Bei ihm laufen in der Stadtverwaltung die Fäden für das Altstadtfest zusammen.

Veranstalter des Chorprojekts sind übrigens die Lebenshilfe Altmühlfranken und die evangelische Kirchengemeinde Weißenburg gemeinsam. Die zweite Probe findet am Samstag von 17 bis 18 Uhr am Martin-Luther-Platz statt und die letzte am Sonntag ab 15.30 Uhr. Das Ergebnis soll dann ab 17 Uhr präsentiert werden.

Theater, Zauberer und Clowns

Am Samstag feiert die Lebenshilfe mit ihren Gästen ab 13.30 Uhr am Martin-Luther-Platz. Zum Auftakt zeigt die Theatergruppe der Heilpädagogischen Tagesstätte mit Chor der Römerbrunnenschule das Theaterstück "Der Regenbogenfisch". Um 13.50 Uhr folgt der Kreativ-Showtanz der Tanzspirale.

Ulrike König präsentiert im Anschluss um 14.05 Uhr ihren Solotanz nach einem Lied von Andrea Berg. Zauberer Wernando Putschino zeigt seine Show um 14.20 Uhr. Eine Stunde später werden die Tanzmäuse, die Tanzgruppe der Weißenburger Werkstätten, auf der Bühne erwartet. Ab 15.35 Uhr präsentieren die Jollipops ihre Jonglage-Künste, bevor um 16 Uhr die ClownsVorOrt auftreten.

Parallel zum Bühnenprogramm gibt es auf dem Martin-Luther-Platz durchgängig Mitmachangebote wie Kinderschminken, Fotoaktion, Luftballons und Popcorn. Im Gemeindehaus St. Andreas steht außerdem um 14 und um 15.30 Uhr Kinderyoga (Dauer jeweils circa 40 Minuten, ohne Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl) auf dem Programm.

Doch damit nicht genug. Ab 17.30 Uhr sind "Blind & Lame" auf der Bühne zu erleben. Sie präsentieren Livemusik mit einer Gebärdensprachdolmetscherin. "Blind & Lame", das sind Kika und Lucy Wilke, die blinde Mutter und die Tochter im Rollstuhl. Mit dem unverblümten Namen soll das Thema Behinderung gleich abgehakt sein.

Dann geht es nur noch um die Musik. "Und die ist alles andere als lahm: Es ist vor allem ihre unnachahmliche Coolness, die die Musikerinnen aus der Masse hervorstechen lässt und ihnen als ,Vorzeigeband mit Behinderung‘ derzeit große Medienaufmerksamkeit beschert", schreibt die Lebenshilfe. Tanzbare Singer-Songwriter-Musik beschreibe die Musik von "Blind & Lame" wohl am besten.

Ihnen folgt ab 19.15 Uhr Stereomat. Die fünfköpfige Formation aus Spalt braut "ein musikalisches Gesöff aus knittrigem Pop, der durchaus einige Glitzer-Momente aufweist. Die deutschen Texte runden das Geschmackserlebnis ab", verspricht die Lebenshilfe.

Den Schlusspunkt setzt Stefan Pössnicker, besser bekannt als Stefan Peters. Der Rehlinger gehört zu den erfolgreichsten Musik-Produzenten der deutschen Schlagerszene. Jede Menge Kompositionen, Arrangements und Remix-Versionen gehen auf sein Konto, darunter für Stars wie Andrea Berg, Nik P., Brunner & Brunner, Hansi Hinterseer, Andreas Gabalier und Beatrice Egli. Am Altstadtfest singt er Lieder aus seinem neuen Album "Augenblicke".

Was sonst beim Altstadtfest alles geboten ist.  

ROBERT RENNER

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