Dienstag, 12.11.2019

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Göhrener Feuerwehr freut sich über saniertes Gerätehaus

2800 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet - 04.07.2018 11:11 Uhr

Erstrahlt in neuem Glanz: Das Feuerwehrgerätehaus in Göhren wurde von den Wehrmitgliedern in ehrenamtlicher Arbeit komplett saniert. Die Stadt Pappenheim übernahm die Materialkosten. © Peter Prusakow


Bei der Einweihung sprach Bürgermeister Uwe Sinn von einem Gewinn in der Ortsmitte Göhrens. Bauleiter und Kommandant Achim Kattinger kritisiert in seiner Ansprache eine falsche Wertvermittlung durch die Politik.

Die Sanierung des Göhrener Feuerwehrhauses ist viel umfangreicher ausgefallen als ursprünglich geplant, erläuterte Kattinger bei der Einweihungsfeier für das nagelneu hergerichtete Feuerwehrhaus. Mit einer Bildpräsentation erläuterte er die  Sanierungs- und Umbauphase, die Ende Dezember 2017 begonnen hatte. Sie umfasste die totale Entkernung des vormaligen Geräteraums und des anschließenden Milchhauses.

Letzteres haben die ehrenamtlichen Helfer mit dem Geräteraum verbunden und eine Heizung, eine Toilette und einen kleinen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile eingerichtet. Bevor die Einweihung des neuen Göhrener Schmuckstücks gefeiert werden konn­te, bedurfte es mehr als 2800 Helferstunden, in denen eine Zwischenwand, Decken und das Tor herausgerissen wurden. Zwei neue Fenster wurden geschaffen, und das gesamte Gebäude erhielt innen und außen einen neuen Verputz, was angesichts der krummen Wände des Altbestands eine besondere Herausforderung war, merkte Kattinger an.

Bei der Baumaßnahme zeigten sich die ehrenamtlichen Helfer allesamt als Allrounder und entwickelten sich, wie Achim Kattinger betonte, zu Tief­bauern, Elektrikern, Maurern, Putzern, Malern, Pflasterern, Zimmerern, Trockenbauern, Schreinern, Heizungsbauern und Gärtnern.

„All diese Gewerke zu den passenden Zeiten zu koordinieren, hätte Unsummen Geld gekostet und wohl Jahre gedauert“, stellte Kattinger fest. Da­rüber hinaus wies er darauf hin, dass durch die mehr als 2800 Helferstunden der Stadt Pappenheim rund 150000 Euro an Bruttolohnkosten gespart wurden.

„Das Endziel des Ausbaus ist fast erreicht“, sagte Stefan Weiß, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Göhren. Für den Geräteraum brauche es noch die Einrichtung zur Aufbewahrung der Uniformen, und im Aufenthaltsraum ist noch eine Eckbank mit Tisch und Stühlen vorgesehen.

Bei der Einweihung freute sich Vorstand Stefan Pfahler, dass so viele Feuerwehrkameraden und Bürger zur Einweihung gekommen waren und sie so ihr Interesse an der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft zeigten. Auch Bürgermeister Sinn begrüßte die Festgäste, unter denen sich auch Feuerwehrreferent Florian Gallus sowie die Stadträte Karl Deffner, Friedrich Obernöder und Walter Otters befanden.

Sinn sagte, er habe Hochachtung vor der ehrenamtlichen Leistung und dem Zusammenhalt innerhalb der Dorfgemeinschaft. Der Bürgermeister erinnerte an den Beschluss des Stadt­rats, die Materialkosten in Höhe von gut 30000 Euro zu finanzieren. Der Beschluss war damals auf Antrag des Göhrener Stadtrats Karl Satzinger zustande gekommen, der zur Einweihung aber verreist war.

Auch Kommandant Kattinger hob den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft hervor. „An über 100 Tagen waren wir hier am Werkeln. Wir haben gefroren, waren nass, haben geschwitzt, haben gelacht, debattiert und die Zukunft gestaltet. Und das war gut so“, sagte er. „Ich sage das, weil ich mit den Werten, die uns unsere kleine und große Politik momentan vermittelt, nicht einverstanden bin. Das ist sicher nicht der richtige Ansatz, um Dinge anzuschieben und gute Ergebnisse zu erzielen“, kritisierte der Kommandant. Bei vielen gemeinsamen Maßnahmen in Göhren habe sich gezeigt, „dass hier Leute da sind, wenn sie gebraucht werden, auch wenn das nicht immer nur zu ihrem persönlichen Vorteil ist“.

 

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