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Montag, 24.06.2019

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Eigenheime in Altmühlfranken werden immer teurer

Im Neubau kostet der Quadratmeter 2700 Euro - 15.05.2019 05:57 Uhr

Die Nachfrage ist da: Projekte wie der Komplex an der Nürnberger Straße in Weißenburg verkaufen sich trotz steigender Preise sehr gut. Die Nachfrage ist ungebrochen. © Foto: Robert Renner


"Es gibt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben", stellt Werner Ziegler fest. Er ist bei der Sparkasse Mittelfranken-Süd als Vertriebsdirektor verantwortlich für den Bereich Immobilien und Baufinanzierung und ist somit ganz nah dran an den Häuslebauern der Region.

2011 zahlte man im Raum Weißenburg für einen Neubau im Schnitt noch 1900 Euro je Quadratmeter, hat die Sparkasse Mittelfranken-Süd ermittelt. Sieben Jahre später waren es schon 2700 Euro. Ein Plus von immerhin 42 Prozent. Für diesen Trend sind zum einen die steigenden Preise am Bau verantwortlich, zum anderen hat es aber auch damit zu tun, dass es immer Projekte mit speziellen Services gibt.

Beispielhaft seien die auf Senioren ausgerichteten Wohnungen an der Nürnberger Straße in Weißenburg oder auch die Pflegeappartements in Treuchtlingen genannt. Verkauft haben sich auch die vergleichsweise teuren Neubauten problemlos. "Das Angebot wurde auch angenommen", stellt Immobilienfachmann Ziegler fest.

Preise für Bauland sind eher niedrig

Trotz des starken Zuwachses bei den Baupreisen kann man Weißenburg unterm Strich noch als günstige Wohnregion einstufen – auch wegen der Preise für Bauland. Zwischen rund 100 und 300 Euro für den Quadratmeter je nach Lage schwanken die Preise. Im Schnitt sind das 150 Euro. Vielerorts gilt das als Schnäppchen. Und dazu muss man gar nicht so weit fahren, um jemanden mit dieser Einschätzung zu treffen. Im direkten Umgriff von Ingolstadt jubelt man schon, wenn man das Vierfache zahlt.

Und auch in Roth kostete der Baugrund im vergangenen Jahr im Schnitt bereits 230 Euro, in Schwabach gar 360. Auch das Bauen ist erheblich teurer, je näher man an Nürnberg heranrückt: 3300 Euro für den Quadratmeter in Roth und 4200 Euro in Schwabach zeigen, wie sehr die Welt in Weißenburg noch in Ordnung ist.

Die Region boomt

Im vergangenen Jahr wurden in Altmühlfranken Immobilien für insgesamt 232 Millionen Euro verkauft. Schaut man nur fünf Jahre zurück, war die Zahl gerade einmal halb so groß. Das allein macht deutlich, wie sehr die Region boomt. Der Raum Roth-Schwabach liegt mit insgesamt 462 Millionen Euro zwar noch deutlich drüber, doch der Zuwachs fällt mit 43 Prozent plus deutlich zurückhaltender aus. Diese Werte lassen sich übrigens anhand der bezahlten Grunderwerbssteuer sehr genau ermitteln.

Für eine neue Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenhaus im Weißenburger Raum zahlt man inzwischen rund 250.000 bis 350.000 Euro. Die Gebrauchtimmobilienpreise sind schwerer vergleichbar, weil sie stark vom Zustand des Gebäudes abhängen. Deshalb ist hier laut Marktspiegel der Sparkassen zwischen 80.000 und 330.000 Euro alles drin.

Mit Blick auf die Zahlen versteht man, warum jemand bereit ist, täglich nach Nürnberg, Ingolstadt, Augsburg oder gar nach München zur Arbeit zu pendeln. Alles bis 30 Kilometer gilt inzwischen normal, weiß Ziegler. Hilpoltstein profitiert durch die Autobahn seit Jahren vom anhaltenden Boom in Ingolstadt.

Sehr sinnvolle Altersvorsorge

Angesichts der hohen Kosten ist es aus Sicht von Daniela Heil besonders entscheidend, einen möglichst optimalen Zuschnitt zu haben. "Umso sinnvoller die Raumaufteilung, desto leichter sind die Wohnungen verkaufbar", weiß die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse. Wer möchte, dass die Sparkasse den Vertrieb für ein Bauprojekt übernimmt, muss deshalb in Kauf nehmen, dass die Immofachleute der Bank das Projekt noch mal unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls Nachbesserungen bei den Plänen verlangen.

"Wir vertreiben auch nicht alles, was uns angeboten wird", stellt Ziegler selbstbewusst fest. Daran halte man auch in Zeiten wie diesen fest, in denen die Immobilienangebote die Nachfrage bei Weitem nicht erfüllen kann. Aus seiner Sicht ist die Immobilie trotz der gestiegenen Preise noch immer eine sehr sinnvolle Altersvorsorge. Beim Durchschnittspreis für eine Dreizimmerwohnung in der Mitte des Geschäftsgebietes der Sparkasse Mittelfranken-Süd ist die Belastung schon bei 20 Prozent Eigenkapital nicht höher als die Miete.

Auch Vermieter verlangen mehr

Denn auch die Vermieter langen immer kräftiger zu. Ziegler: "Die Zeiten von fünf bis sechs Euro für den Quadratmeter sind auch bei uns vorbei." Und wenn der Kredit abbezahlt ist, hat man eben einen vorzeigbaren Wert geschaffen.

Allerdings bleibt das Problem, dass es nach wie vor im Raum Weißenburg an Eigentumswohnungen oder auch an Reihen- und Doppelhäusern mangelt – vor allem in den Städten. Daran haben auch die jüngsten Projekte nur wenig geändert. Die Nachfrage ist nach wie vor groß, das Angebot bestenfalls mäßig, hat die Sparkassen-Immo für den Marktspiegel in Bayern ermittelt. Das gilt für gebrauchte Immobilien ebenso wie für neue. 

ROBERT MAURER

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