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Freitag, 20.09.2019

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Bieswanger BI will Zimmerei-Erweiterung verhindern

Bürgerinitiative L(i)ebenswertes Bieswanghat Landrat Wägemann 81 Unterschriften übergeben - 01.08.2019 11:14 Uhr

Die Bieswanger Bürgerinitiative überreichte Landrat Gerhard Wägemann 81 Unterschriften, um eine Genehmigung der Abbundanlage der Zimmerei Gegg in Bieswang zu verhindern. © Foto: Markus Steiner


Ein Sprecher der Bürgerinitiative (BI) betonte gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem Landrat, dass ihnen allen der Frieden im Dorf am wichtigsten sei und sich die BI zum Wohle des gesamten Ortes einsetzen wolle. Landrat Wägemann machte deutlich, dass er dem Termin nur widerwillig zugestimmt habe, weil es schon einmal eine große Runde gegeben habe und es sich um ein laufendes Verwaltungsverfahren handle, für das er aber garantieren könne, dass es auch ordnungsgemäß und sachlich durchgeführt werde.

Für das Landratsamt sei ihm zufolge dabei weder die Anzahl der Gegner noch die Anzahl der Unterschriften maßgeblich. Die Behörde stütze sich bei der Entscheidung lediglich auf Fakten: "Wir prüfen das Verfahren nach bestem Gewissen, ohne jegliche Einflussnahme von außen."

Astrid Weddige-Gronauer, die mit ihrem Mann einen Leader-geförderten Erlebnisbauernhof in Bieswang betreibt, schilderte sichtlich emotional bewegt, dass ihr der Psychoterror in Bieswang inzwischen an die Nerven gehe. Auch sie verwies auf den ins Wanken geratenen Dorffrieden. Inzwischen gibt es in dem Pappenheimer Ortsteil zwei Lager: eines, das zur Zimmerei Gegg hält und eines, das sich gegen deren Erweiterungspläne ausspricht. Die Zimmerei will am Dorfrand eine maschinelle Abbundanlage für Dachstühle errichten. Das brächte nach Befürchtung der Gegner deutlich mehr Lärm und deutlich mehr Verkehr in den Ort (wir berichteten mehrmals).

In einem offenen Brief, der an jeden Haushalt in Bieswang ausgeteilt wurde, begründen die Vertreter der BI, warum sie gegen die Erweiterung der Zimmerei Gegg am jetzigen Standort sind, und empfehlen stattdessen, die Abbundanlage ins Gewerbegebiet zu verlagern: "Ein Betrieb der Abbundanlage wäre im Schachenschlag schon lange möglich."

Die Erweiterung am Standort bringe dagegen eine "lebensgefährliche" Verkehrsbelastung mit sich und schränke die künftige Siedlungsentwicklung stark ein. Aus diesem Grund appellieren sie "an die Verantwortlichen – im Sinne der geordneten Dorfentwicklung, im Sinne der Kinder, im Sinne der Senioren und aller Bewohner von Bieswang –, diese Weichenstellung noch einmal zu überdenken." Georg Finger betonte, dass es ihnen nicht um die Veränderung des Status quo gehe, sondern dass darum, die Erweiterung des Betriebs ins Gewerbegebiet zu verlagern.

Keine "Lex Gegg"

Landrat Wägemann versicherte nachdrücklich, dass es keine "Lex Gegg" geben werde und alles ordnungsgemäß ohne Vorbehalte geprüft werde. So stünden derzeit laut Kreisbaumeister Markus Gläser und laut zuständigem Sachgebietsleiter Bauen und Umwelt, Marius Mauerer, noch etliche Prüfungen aus, darunter die Bauantragsprüfung, das Immisionsgutachten, die Entwässerungsplanung oder die landschaftspflegerische Gesamtplanung. Zudem sei auch die Verkehrserschließung zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt. Bislang sei nur die Lagerfläche mit einer offenen Überdachung genehmigt. Landrat Wägemann wollte auf Nachfrage der Medienvertreter nicht von einem "Schwarzbau" sprechen, bezeichnete den Status quo dann aber immerhin als "massive
Planabweichung".

Wägemann versprach den Vertretern der BI, dass seine Behörde die Einwände alle genau prüfen werde, und deutete auch an, dass sich die Zimmerei Gegg bislang aus seiner Sicht nicht besonders kooperativ verhalten habe. 

MARKUS STEINER

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