Mittwoch, 13.11.2019

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Bergen braucht einen neuen Bürgermeister

Werner Röttenbacher tritt wegen schwerer Erkrankung zurück - 23.02.2018 09:44 Uhr

Tritt nach 16 Jahren als Bergener Bürgermeister wegen einer Erkrankung zurück: Werner Röttenbacher. © Archiv


Röttenbacher befindet sich derzeit in der Erlanger Uniklinik. Er bereitet sich dort auf eine Stammzellenspende vor, die er in den nächsten Wochen erhalten soll. Die Ärzte prognostizieren, dass der 68-Jährige selbst bei gutem Verlauf rund ein Jahr ausfällt. Nach Rücksprache mit seinem Stellvertreter Eckhard Ehrngruber entschied sich Röttenbacher deshalb zum Rücktritt. „In zwei Jahren bei der nächsten Wahl wäre ohnehin Schluss gewesen“, stellte Röttenbacher gegenüber unserer Zeitung fest, „aber ich hätte schon noch das ein oder andere bis dahin erledigen wollen.“

Weil sich sein Zustand kurzfristig verschlechtert hatte, geriet der Abschied aus Bergen nun etwas überstürzt. „Mit dem Abschied im Gemeinderat ist es nichts mehr geworden und auch die Bürgerversammlungen hätte ich noch gerne gemacht“, erzählt er. Er sei jetzt aber froh, dass es losgehe. „Das wird sicher kein leichter Weg, aber den bin ich bereit zu gehen und zuversichtlich, dass es gut ausgeht“, so Röttenbacher gegenüber unserer Zeitung.

Er ist derzeit krankgeschrieben, offiziell von seinem Amt entbunden wird er zum 30. März dieses Jahres. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Rücktritt angenommen. Bis zu einer Neuwahl führt sein Stellvertreter Eckhard Ehrngruber aus dem Bergener Ortsteil Thalmannsfeld die Amtsgeschäfte. „Wir hätten uns gefreut, wenn Werner Röttenbacher das Amt bis zu den nächsten Kommunalwahlen ausgeübt hätte, aber die Gesundheit geht vor und alles, was im Moment irgendwie zu einer Genesung beiträgt, muss er tun“, stellte Ehrngruber auf Anfrage unserer Zeitung fest.

Menschlich und humorvoll

Er werde nun in den nächs­ten Monaten die Amtsgeschäfte übernehmen. Auf Dauer könne er aus beruflichen Gründen dem Amt aber nicht gerecht werden. Derzeit laufen die Abstimmungen zwischen Gemeinde und Landratsamt, um den Wahltermin festzulegen. Es könnte auf den Sonntag, 6. Mai, herauslaufen. „Das allerdings im Moment noch unter Vorbehalt“, so Ehrngruber. Die Gemeinde will in den nächsten ein, zwei Wochen die Termine für die Nominierungsversammlungen bekannt geben. Da es im Bergener Gemeinderat keine Parteien gibt, werden die Bürgermeisterkandidaten traditionell von den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde Bergen nominiert. Zu diesem Zweck finden in Bergen, Thalmannsfeld, Kaltenbuch und Geyern Nominierungsversammlungen statt.

Werner Röttenbacher sitzt seit fast 30 Jahren im Bergener Gemeinderat und ist seit 16 Jahren Bürgermeister der Juragemeinde. Der ehemalige Lebensmittelkontrolleur am Weißenburger Landratsamt ging in der Arbeit für die Juragemeinde auf. Er führte die Gemeinde mit ruhiger Hand, versäumte es dabei aber nicht, Weichenstellungen für die Zukunft zu treffen. Die Menschen auf dem Weißenburger Jura schätzen ihn für seine bodenständige Art, mit der er seine Arbeit erledigte und dabei stets Menschlichkeit und Humor bewies.

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Bundesweit sorgte er in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen, weil sich Röttenbacher der Rettung von Schloss Syburg widmete. Der inzwischen verstorbene Schlossherr ließ das Anwesen verfallen, weigerte sich, Abgaben und Steuern zu zahlen und sich an behördliche Auflagen zu halten. Sein Kreistagsmandat für die CSU behält Röttenbacher. Nicht nur in dem Kreistagsgremium hofft man, den engagierten Kommunalpolitiker bald wieder bei bester Gesundheit zu sehen.

Jan Stephan

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