Mittwoch, 20.11.2019

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Umschwärmter Abrecht Achilles

Imkerverein Neustadt besetzte "Figurenbeute" am Schloss - 31.05.2019 15:31 Uhr

Mit Vorsitzendem Josef Heller und Wolfgang Hille nahmen Bürgermeier Klaus Meier und der Schriftführer des Imkervereins, Heinz Weitze (v. r.) den "belebten" Albrecht Achilles in Augenschein. © Harald Munzinger


Denn so schön die Nürnberger Künstlerin Birgit Jönsson die "Figurenbeute" in Gestalt eines der bedeutendsten Personen der Stadtgeschichte auch als imposanten Hinweis auf die einstigen Markgrafenschlösser gefertigt hat: Ohne Bienen erfüllt sie nicht ihren eigentlichen Zweck von deren kunstvoller Behausung. Als die war Markgraf Albrecht Achilles am 30. Juni 2013 anlässlich des großen LAG-Festes vor dem Zugang zum Schlossareal enthüllt und die "Kunstachse der Figurenbeuten" im Aischtal erweitert worden.

Diese entstanden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Lokalen Aktionsgruppe Aischgrund mit jeweils lokalgeschichtlichem Bezug in Uehlfeld mit "Bienen im Bauch" des Pfarrers Veit vom Berg, im Steigerwald-Kräuterzentrum Vestenbergsgreuth, in der Kren-Region Lonnerstadt oder mit dem Fischer von Diespeck und werden in der Gemeinde Gutenstetten bald Zuwachs bekommen. Neben der europäischen Leader-Förderung verdankte Neustadt seinen stattlichen Markgrafen auch tatkräftiger Unterstützung durch den Lionsclub.

Da auch die Stadt etwa mit dem Fundament und der Umfeldgestaltung "ganz erheblich in Vorleistung" gegangen war, bedauerte Bürgermeister Meier die bisher gescheiterten Versuche, Leben in den Albrecht Achilles zu bekommen. So freute er sich nun umso mehr, dass sich der Neustädter Imkerverein unter Vorsitz von Josef Heller der "Belebung" der "Figurenbeute" angekommen hat. "Stadtimker" Wolfgang Hille schaffte dazu die "bienenfreundliche" Voraussetzung und nimmt sich der Betreuung des Volkes an, das sich ganz offensichtlich in seiner Behausung und Umgebung wohlfühlt.

Bedenken werden zerstreut

Einstige Bedenken in der benachbarten "Mittelschule am Turm" oder im nahen Schlosskindergarten, dass für die Kinder Gefahren von den Bienen ausgehen könnten, zerstreuen die Imker. Die Bienen seien friedliebende Tiere, die nur bei Gefahr oder dann stechen würden, wenn sie geärgert würden. "Einfach in Ruhe lassen" lautet deshalb ihr Rat.

Wolfang Wille will in der Schule für die gute Nachbarschaft mit dem Bienenvolk werben und wird gerne Schulklassen über das Leben in der "Figurenbeute" informieren. Großes Interesse daran stellt er immer wieder fest, wenn er sich beim Alten Markgrafen umschaut und sich dabei stets schöne Gespräche ergeben. Ihm wie dem rührigen Neustädter Imkerverein, der aktuell seinen Lehrbienenstand nahe Diebach für die derzeit in Münchsteinach stattfindenden Imkerschulungen umgestaltet, galt die besondere Anerkennung von Bürgermeister Klaus Meier: Die buchstäblich umschwärmte "Figurenbeute" sei nun "nochmal attraktiver geworden".

Schon lange vor dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" seien die Imker und auch die Stadt schon dafür aktiv gewesen, was Meier unter anderem mit der Tradition des "Honig-Bienen-Marktplatz" belegt, mit dem wirksame Öffentlichkeitsarbeit für den Natur- und Artenschutz betrieben werde. Dazu kämen Blühflächen und vielfältige Initiativen des Imkervereins. Dass dieser ein Hauptaugenmerk auch auf die Wildbienen richtet, betont Vorsitzender Josef Heller. Für sie wurde im Umfeld des Lehrbienenstandes ein eigenes Refugium geschaffen.

Harald J. Munzinger

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