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Treuchtlinger Markthändler führen die CSU vor

Fieranten antworten auf Befragung zweier Stadtratsmitglieder zum geplanten Umzug des Wochenmarktes - 19.06.2019 06:04 Uhr

Wochenmärkte werden immer beliebter. Die einen Kunden schätzen Regionalität, die anderen denken ökologisch. Der Treuchtlinger Markt könnte mit dem Umzug auf den Wallmüllerplatz stärker ins Stadtzentrum rücken – was die Händler durchweg befürworten. © Patrick Shaw


Der Schuss ging nach hinten los: Zwei CSU-Stadtratsmitglieder wollten von den Treuchtlinger Wochenmarkt-Fieranten wissen, ob sie - wie seit Monaten in der Diskussion - tatsächlich gern mit ihren Ständen auf den frisch modernisierten Wallmüllerplatz umziehen würden, oder ob dies nur eine fixe "Idee des Bürgermeisters" sei. Die Händler antworteten mit einem Brief an die Stadt.

Darin betonen die Marktleute unisono, dass sie "die vorgestellten Pläne zur Verlegung des Standorts voll unterstützen". Unter der Voraussetzung, dass es auf dem Wallmüllerplatz genug Platz für alle Stände gibt, wolle man mit dem immer freitags von 14 bis 18 Uhr stattfindenden Regionalmarkt auf jeden Fall von der Bahnhofstraße dorthin umziehen.

Bürgermeister Werner Baum zeigte sich in der jüngsten Stadtratssitzung einigermaßen irritiert über den Alleingang der beiden namentlich nicht genannten CSU-Ratsmitglieder und den damit verbundenen Zweifel an seinen Aussagen zum Wunsch der Fieranten. Diese seien "regelrecht sauer über ein solches Hintertreiben außerhalb des Stadtrats".

Markt contra Aufenthaltsqualität?

Gegen diesen Vorwurf wehrte sich CSU-Fraktionschef Uwe Linss. Er kritisierte, dass "vieles bei der Stadtentwicklung schon in Stein gemeißelt zu sein scheint, bevor der Stadtrat überhaupt informiert wird". da sei es nur folgerichtig, dass einige Ratsmitglieder versuchten, sich selbst ein Bild zu machen. Er persönlich sehe den geplanten Umzug des Wochenmarkts skeptisch, da der Wallmüllerplatz nach dem Umbau "mehr Aufenthaltsqualität bieten soll, die dann wieder geschmälert wird". Zudem seien Stromversorgung und Zufahrt ungeklärt.

Rathauschef Baum entgegnete, dass an den Markttagen gegebenenfalls auch Teile der Bahnhof- und der Ringstraße gesperrt werden könnten, um mehr Platz zu schaffen. Dass die Pläne nicht schon testweise umgesetzt wurden, liege nur an der aktuellen Brückenbaustelle in der Bürgermeister-Döbler-Allee und der damit verbundenen Verkehrsführung.

Klaus Fackler (UFW) findet indes ebenfalls "den aktuellen Standort nicht schlecht, weil man direkt hinfahren kann und die schweren Körbe nicht zum Auto schleppen muss". Dafür würden jedoch durch den Umzug viele weitere Parkplätze auf dem derzeitigen Wochenmarkt-Gelände frei, antwortete der Bürgermeister.

Zu nahe Parkplätze eher schädlich

Andere Ratsmitglieder verwiesen im Nachgang der Debatte auch darauf, dass viele aktuelle Studien eher eine Belebung von Innenstädten belegen, wenn es dort gar keine Parkplätze gibt. Für den Einzelhandel sei es wichtig, dass die Kunden an den Schaufenstern vorbei flanieren und nicht nur gezielt vor dem Geschäft ihrer Wahl parken.

Die Treuchtlinger Wochenmarkt-Fieranten haben mit ihren Umzugswünschen derweil noch eine andere "Baustelle" im Blick. Sie möchten mittelfristig nicht mehr mit der Deutschen Marktgilde zusammenarbeiten, die den Markt derzeit im Auftrag der Stadt betreibt.

Der Dienstleister hat jedoch einen lebenslangen Vertrag, der unkündbar ist – es sei denn, der Markt wechselt den Standort. Dies würde laut Baum Verhandlungen über ein neues Konstrukt ermöglichen. Die Marktleute jedenfalls wünschen sich vom Stadtrat, "dem angestrebten Umzug zügig zuzustimmen". 

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