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Sonntag, 20.10.2019

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Treuchtlingen setzt auf Hundetoiletten

Obwohl es zahlreiche Kotboxen gibt, bleiben die Hinterlassenschaften ein Dauerthema - 19.04.2019 06:04 Uhr

Eine der neuen Hundetoiletten steht am Karlsgraben im Treuchtlinger Ortsteil Graben. Doch etliche Hundehalter lassen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner trotzdem liegen oder werfen sogar die gefüllten Kotbeutel in die Natur. © Patrick Shaw


Ein Aufregerthema sind die braunen Würste definitiv. Das erfährt Bürgermeister Werner Baum seit Jahren bei nahezu jeder Bürgerversammlung. Der Unmut über den Kot begleite ihn seit seinem Amtsantritt, regelmäßig gebe es Diskussionen und Beschwerden. Nur Tempolimits würden die Bevölkerung ähnlich beschäftigen wie die Hinterlassenschaften der Hunde, so der Rathauschef.

Ob am Burgstall, im Winkel oder vor dem Kurpark: 15 Hundetoiletten gibt es aktuell in der Treuchtlinger Kernstadt. Wo genau sie stehen, zeigen die roten Markierungen auf unserer Karte. © Karte: BayernAtlas


Für rund 800 gemeldete Hunde erhält die Altmühlstadt derzeit Hundesteuer – 800 Hunde, die irgendwann einmal austreten müssen. Die jüngsten Schwerpunkte der Bürgerbeschwerden über den Hundekot waren in Bubenheim, in Möhren und in der Treuchtlinger Kanalstraße. Um dem Problem Herr zu werden, gibt es deshalb im Stadtgebiet und den Ortsteilen seit einiger Zeit grüne Hundetoiletten und Tütenspender.

"Wir sind in Sachen Hundetoiletten gut aufgestellt", meint Marina Stoll von der Stadtverwaltung. So seien an den beliebtesten und am häufigsten genutzten Spazierwegen entsprechende Behältnisse angebracht. Erst im vergangenen Jahr seien 20 neue Hundetoiletten angeschafft worden. Man sei aber über weitere Bedarfsmeldungen aus der Bevölkerung dankbar, so Stoll.

Verbote ziehen nur mäßig

Ein weiteres Mittel sind Hundeverbote. Seit Juni 2018 gibt es ein solches im Kurpark, die Vierbeiner sind dort nicht erwünscht. Die Disziplin der Halter: eher mäßig. Deshalb gibt es laut Marina Stoll Überlegungen, einen kommunalen Überwachungsdienst einzuführen, der die Einhaltung der städtischen Satzungen und Verordnungen überwacht. Eine Entscheidung darüber sei in den nächsten zwei bis vier Monaten geplant.

Aber lässt sich das Problem so dauerhaft lösen? Immerhin gibt es schon 15 Kottütenspender und Abfalleimer in der Treuchtlinger Kernstadt sowie vier in Wettelsheim, drei in Graben und zwei in Gundelsheim. Doch nach wie vor beseitigen nicht wenige Hundebesitzer weder die Kothaufen ihrer Lieblinge, noch lassen sie sich von Ermahnungen beeindrucken, wenn sie dabei ertappt werden.

So hat die Stadt nach Worten von Marina Stoll die größten Probleme mit Hundehaufen gerade an den "Gassi-Hotspots", an denen bereits Hundetoiletten angebracht sind. "Weitere Hundetoiletten würden deshalb nicht viel bringen", so Stoll. Und auch Bürgermeister Werner Baum wollte bei der jüngsten Bürgerversammlung in Treuchtlingen (Bericht folgt) eigentlich gar nicht mehr über das Thema reden: "Ich kann mich ja schlecht selbst hinstellen und die Halter ermahnen."

Micha Schneider E-Mail

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