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Treuchtlingen: Mehr Platz für Wohnmobile

Reisende schätzen zentrale Lage - Schatten macht sich rar - 26.07.2019 05:58 Uhr

Der Reisemobilstellplatz am Kurpark wurde in Richtung der Kleingartenanlage Roßespan und der Halle des Geflügelzuchtvereins erweitert. Die Gäste würden sie für den Platz noch ein paar schattenspendende Bäume wünschen. © Foto: Benjamin Huck


Radtouren, Wanderungen und Kanu-Fahren, das sind wohl die Lieblingsbetätigungen vieler Touristen, die in das Altmühltal kommen, um ihren Urlaub dort zu verbringen. Diese Aktivitäten hat auch eine Sechsergruppe auf dem Reisemobilstellplatz in der Kästleinsmühlenstraße hinter sich, die im Schatten ihrer Wohnmobile ein Bier trinkt und sich über den Tag unterhält. "Wir kommen öfter auf den Platz nach Treuchtlingen, vor allem der Lage wegen", sagt einer aus der Gruppe, der aus der Nähe von Stuttgart kommt und am Brombachsee war. Dass am Abend ein kleines Fest auf sie wartet, damit haben die Urlauber nicht gerechnet.

Das Fest hat die Stadt Treuchtlingen organisiert, um die Erweiterung des Reisemobilstellplatzes zu feiern. Vor zwölf Jahren wurde der Stellplatz eröffnet, im April 2007 standen 44 Plätze für die Reisenden bereit. Das war in der Folgezeit zu wenig, weshalb ein Parkplatz am Kurpark zum Ausweichquartier mit zwölf Parzellen aufgestockt wurde. Wegen der anhaltenden Beliebtheit entschied sich der Bauausschuss des Treuchtlinger Stadtrats im November 2017, den Platz zu erweitern. Eine Fläche zwischen der Kleingartenanlage und der Halle der Geflügelzüchter bot Platz für 35 Parzellen.

Bürgermeister Werner Baum unterstrich bei der offiziellen Einweihung die Notwendigkeit der Erweiterung. So kämen jährlich 3500 Reisemobile mit 7500 Personen aus bis zu 20 Ländern – vor allem aus den Niederlanden und der Schweiz. Im Jahr kämen so 20 000 Übernachtungen zu Stande – "das schafft sonst niemand in Treuchtlingen", so Baum.

Versiegelt und durchlässig

Für den Umbau wurden 4800 Kubikmeter Erde bewegt, 1700 Quadratmeter Straße asphaltiert sowie 550 Quadratmeter Stellplatz gepflastert. Ein Teil der Stellplätze ist mit befahrbarem Kunststoff-Rasengitter ausgestattet, die eine Versickerung des Wassers ermöglichen. Zudem musste die Kampfmittelsondierung die Bauarbeiten begleiten, zeigen Luftbilder vom Ende des Zweiten Weltkriegs doch zahlreiche Bombentrichter.

Die Stadt hat 470 000 Euro in die Erweiterung investiert, ein Teil davon wird durch die Stellplatzgebühr wieder eingenommen, das restliche Geld soll indirekt in den Stadthaushalt zurückfließen – nämlich durch die Hoffnung, dass die Touristen ihr Geld auch in den Geschäften der Stadt ausgeben und die Läden durch den höheren Umsatz mehr Gewerbesteuer zahlen. "Wir wollen alles tun, damit unser Platz auch weiterhin ein ‚Top-Platz‘ bleibt", sagt Baum. Unter dieser Kategorie firmieren Plätze mit einem besonderen Angebot. Vielleicht muss in Zukunft auch das Sanitärgebäude erweitert werden, je nachdem, ob mit der Erweiterung mehr Touristen in die Stadt kommen.

Und wie gefällt den Gästen die Erweiterung? Eine Rentnergruppe aus Beilngries kommt jedes Jahr nach Treuchtlingen und war auch am Einweihungstag dort. Ihnen gefällt die Lage wegen der Nähe zur Therme und zum Kurpark, beides Orte, die sie gerne besuchen. Doch an diesem heißen Sommerabend gibt es auch etwas Kritik. So liegt der neue Platz abends komplett in der Sonne, es gibt kaum einen Baum, der Schatten spendet. Die alten Plätze bekommen zumindest vom Kurpark noch ein wenig Schatten ab. "Und zwei oder drei Bänke wären nicht schlecht", sagt einer der Rentner. 

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