Dienstag, 19.11.2019

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Treuchtlingen: Klagen über Kübel und Kahlschlag

Blumentröge sind von der Bahnhofstraße an den Brühl gewandert - 27.09.2019 05:57 Uhr

Zwei Pflanztröge, die zunächst in der Bahnhofstraße standen, sollen nun am Brühl den Verkehr lenken und beruhigen. Das klappt aber nur bedingt. © Foto: Patrick Shaw


Fast täglich gehen bei der Stadt und unserer Zeitung Fragen, Klagen und Ideen von Treuchtlinger Bürgern ein. Zwei Themen, die schon länger im Raum stehen, sind die als "Verkehrsbremser" zunächst in der Bahnhofstraße und nun am Brühl stehenden Pflanztröge sowie die Pflege von Grün- und Blühflächen. Bei beiden hat sich nun etwas getan – allerdings nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Die großen, dunkelgrauen Pflanzbehälter haben ihren Weg mittlerweile zum Brühl gefunden, weil sie in der frisch sanierten Stadtmitte zu klobig wirkten. Noch dazu bremsten sie zwar den Verkehr, verdeckten aber zugleich den Blick auf Fußgänger, insbesondere Kinder. Am Brühl sollen sie nun ebenfalls dafür sorgen, dass langsamer gefahren wird, aber auch, dass die Autofahrer nicht auf den Gehweg ausweichen, wenn es auf Höhe der parkenden Fahrzeuge zwischen Kreisverkehr und Schwarzfeldstraße einmal eng wird.

Das klappt jedoch nach Ansicht von Anwohnern nicht. "Es werden zwar die Autofahrer auf dem kurzen Stück daran gehindert, auf den Gehsteig zu fahren. Anderseits werden dafür bei dem sehr oft zugeparkten Parkstreifen Fußgänger, Frauen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer gezwungen, auf die Straße auszuweichen oder sich hinter den geparkten Fahrzeugen vorbei zu schlängeln", schreibt ein Anlieger. Außerdem seien die ausweichenden Autos auf der restlichen Strecke weiterhin "eine permanente Gefährdung".

Dem ersten Eindruck nach stimmt vor allem letzteres. Platz haben die Fußgänger zwischen den Pflanzkübeln und den dahinter senkrecht parkenden Autos eigentlich genug. Doch wer vom Kreisverkehr kommend nicht sehr vorausschauend fährt, realisiert meist erst zu spät den Verkehr, der den längs auf der Gegenfahrspur parkenden Fahrzeugen ausweicht. Dann heißt es anhalten und gegebenenfalls sogar rückwärts fahren – oder eben auf den abgesenkten Bordstein ausweichen, was die meisten Fahrer aus Bequemlichkeit tun.

Bürgermeister Werner Baum will sich dies demnächst nochmals mit dem Bauamt ansehen. Generell seien die Kästen aber "nach den verkehrsrechtlichen Vorschriften und Anweisungen der Polizei aufgestellt". Abhilfe für Fußgänger ist indes in Sicht: "Das Ganze ist noch unfertig", erklärt der Rathauschef. "Wir werden zeitnah weiße Linien ziehen, die den Gehweg an den Kübeln vorbeiführen." Das werde je ein bis zwei Parkplätze kosten, die aber wegen der Kästen ohnehin kaum nutzbar seien.

Wer hat die Blühfläche abrasiert?

Radikal abgemäht wurde dieser Wegrandstreifen bei Wettelsheim. © Foto: Claudia Lindner


Weniger Hilfreiches bekam eine Bürgerin aus Wettelsheim auf ihre Beschwerde hin zu hören. Sie hatte "mit Entsetzen" festgestellt, dass der Hang neben dem Flurbereinigungsweg von der Oberen Bühlstraße in Richtung Grillhütte zum wiederholten Mal radikal abgemäht und ein dort stehender, großer Holunderbusch komplett "abrasiert" wurde. Noch vor zehn Jahren habe es dort eine intakte Vogelhecke gegeben.

Die Bürgerin erinnert in ihrem Schreiben an das Volksbegehren "Rettet die Bienen", dessen Ziele mittlerweile Gesetz seien. Sie frage sich, warum es für Wettelsheim – anders als etwa in Ellingen – kein Mähkonzept gebe. "Sieht so der Schutz der Artenvielfalt aus, dass wir weitermachen wie gehabt?", fragt die Frau.

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Dem entgegnet Bürgermeister Baum, dass die Stadt nicht für den Kahlschlag verantwortlich sei. Generell habe man sich "darauf verständigt, die Maht zurückzunehmen und der Natur mehr Freiraum zu lassen". Erst im Juli habe sich der Stadtrat damit befasst. Mit dem Bubenheimer Ortsauschuss sei zudem ein Blühflächen-Konzept erarbeitet worden, das auch für Teile der Kernstadt gelte.

Baum ist seiner Antwort zufolge ebenfalls "der Meinung, dass wir die Artenvielfalt erhalten müssen". Für Vorschläge sei die Stadt dankbar und greife sie "gern auf, soweit sie sinnvoll sind". Im konkreten Fall sei es allerdings "schwer, etwas zu unternehmen, da wir nicht wissen, wer der Verursacher ist". Sollte dieser bekannt sein, werde er "gern das Gespräch suchen".

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