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Treuchtlingen: 2020 soll es an der Senefelder-Schule weitergehen

Aktuelles Jahr wird wohl ausschließlich für die Behebung der Bauschäden genutzt – Digitalisierung schreitet voran – Haushalt gebilligt - 04.02.2019 06:02 Uhr

Die Senefelder-Schule als Baustelle – das war auch Anfang der 1970er-Jahre der Fall, wie ein Foto aus dem Archiv zeigt (das laut unseren Aufzeichnungen aus dem Jahr 1971 stammt). Fast 50 Jahre später wird wieder gebaut, wenn auch mit Verzögerungen. © TK-Archiv


„Für den gesamten Neubau stehen 144 Fernsehgeräte, darunter 40 Farbfernsehgeräte zur Verfügung. In jedem Unterrichtsraum hängen mindestens zwei Empfänger. Gesteuert von einer Medienzentrale können damit alle Möglichkeiten der elektronischen Unterrichtsgestaltung ausgenutzt werden.“ So stand es Ende August 1974 im Treuchtlinger Kurier, als sich die damaligen Verbandsräte den damaligen Neubau der Senefelder-Schule ansahen.

Der „Neubau“ ist bereits zum Altbau geworden, auch wenn die Baustelle nebenan stillsteht. Dennoch hält heute weiter die moderne Technik Einzug, wie der Geschäftsführer des Zweckverbands, Martin Klischat, bei der jüngsten Verbandssitzung berichtete. So bekommt die Schule aus Mitteln des bayerischen „Digitalbudgets“ 105.000 Euro zur Anschaffung von neuen Geräten – die nun auch in den aktuellen Klassenräumen stehen. Neben der Kreidetafel kommt dort ein Beamer zum Einsatz, der von einem Tabletcomputer gesteuert wird.

Das Ganze sei auch das Ergebnis des Projekts „Sene 2020“, wie Schulleiterin Gabriele Gippner sagt. Anfangs sei die Schule noch belächelt worden, weil sie nicht auf moderne Whiteboards setzte – also digitale Tafeln mit einem großen Bildschirm. Doch auf einer Fachtagung mit Kollegen habe Gippner erfahren, dass diese Geräte teuer und störanfällig seien und man mit der Kombination aus Kreidetafel und Beamer gut fahre, so die Direktorin. Sie bedankte sich beim Zweckverband für die Mittel, so gebe es jetzt schon in jedem Klassenzimmer einen Beamer und WLAN-Empfang. Die Ausrüstung kann dann auch Teilweise in den Neubau umziehen.

Niedriger Vermögenshaushalt

Wenn der erste Bauabschnitt denn endlich fertig wird. „Wir werden weiter massiv Druck machen, um voranzukommen“, so der Zweckverbandsvorsitzende und Landrat Gerhard Wägemann. 2019 soll das Jahr werden, in dem die Baumängel im ersten Abschnitt beseitigt werden sollen. Deshalb fallen die Ausgaben im Vermögenshaushalt mit nur 127.000 Euro deutlich aus dem Rahmen der Vorjahre, als 9,5 (2018) und 15,7 (2017) Millionen Euro inves­tiert wurden.

Etwa 92.000 Euro aus dem Vermögenshaushalt gehen in die Tilgung bestehender Darlehen, die restlichen gut 35.000 Euro sollen für vordringliche Ersatz- und Neubeschaffungen der Einrichtung im bestehenden Schulgebäude dienen. An den Mauern selbst wird wegen des absehbaren Endes kein Geld mehr investiert. Der Finanzbedarf für die Fortführung des begonnenen Neubaus wird über die in den Vorjahren bereitgestellten Mittel gedeckt.

Der zweite Bauabschnitt, also der Neubau der Sporthalle, soll dann 2020/21 in Angriff genommen werden. Die langfristige Finanzplanung sieht dann wieder höhere Investitionen vor, das Volumen beträgt 4,3 (2020), 9,5 (2021) und 11,2 Millionen Euro (2022). Auch nach diesem Zeitraum wird wohl noch nicht der gesamte Neubau fertig sein.

Laufende Kosten sind im Rahmen

Der Verwaltungshaushalt, also die Ausgaben für die laufenden Kosten, hat heuer ein Volumen von 1.691.300 Euro. Damit befindet er sich im Rahmen der Vorjahre, in denen etwa 1,7 (2018) und 1,6 (2017) Millionen Euro ausgegeben wurden.

Woher kommt das Geld für die laufenden Kosten? Am Ende trägt es der Steuerzahler, doch die Aufteilung ist zwischen dem Landkreis und den Kommunen Treuchtlingen, Pappenheim, Solnhofen und Langenaltheim genau geregelt. Etwa 215.000 Euro zahlt der Freistaat, die übrigen rund 1,5 Millionen Euro tragen die Zweckverbandsmitglieder.

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Treuchtlingen: Grundsteinlegung für den Neubau der Senefelder-Schule

Am Dienstag trafen sich Schüler, Lehrer und Ehrengäste zur feierlichen Grundsteinlegung an der Treuchtlinger Senefelder-Schule. Bis 2020 sollen in drei Abschnitten neue Klassenräume für die etwa 1300 Schüler entstehen.


Dem Haushalt zu Grunde liegt die Schülerzahl zum Stand 1. Oktober 2018. Zu diesem Stichtag besuchten 1241 Jungen und Mädchen die „Sene“, sieben weniger als ein Jahr zuvor. Mit 51 Klassen gibt es nun zwei weniger als im Vorjahr, in der Mittelschule sind es 19, in der Realschule 18 und im Gymnasium, einschließlich der vier Oberstufenklassen und einer Einführungsklasse in der 10. Jahrgangsstufe, 14 Klassen.

Die Gemeinden tragen 40 Prozent der Gesamtkosten, jede Gemeinde zahlt nach dem Anteil ihrer Schüler. Für die 741 Treuchtlinger Schüler werden pro Jahr gut 405.000 Euro aus dem städtischen Haushalt fällig. Für jeden Schüler zahlen die vier Gemeinden sowie der Landkreis pro Jahr eine Umlage in Höhe von 1189,48 Euro, gut 60 Euro mehr als im Vorjahr.

In der langfristigen Finanzplanung wird für 2020 und 2021 ein Verwaltungshaushalt in Höhe von knapp zwei Millionen Euro prognostiziert, um dann 2022 wieder auf den Stand von gut 1,7 Millionen Euro zu fallen. Am Ende billigten die Mitglieder des Zweckverbands den Haushalt der Senefelder-Schule für 2019 und die Finanzplanung einstimmig.

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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