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So bereitet sich Werner Baum auf das Amtsende vor

Amtszeit des Treuchtlinger Bürgermeisters endet am 30. April - 05.04.2020 05:57 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen, als das Coronavirus sich noch nicht zu einer Pandemie ausgebreitet hat und Treuchtlingens Bürgermeister Werner Baum auf einen Sieg bei der Kommunalwahl gehofft hat.

© Benjamin Huck


Langweilig wird es Werner Baum derzeit nicht. Am Tag nach der Kommunalwahl sind in ganz Bayern wegen der Corona-Pandemie zunächst die Schulen geschlossen und wenige Tage darauf Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten, seitdem muss auch der Noch-Bürgermeister schauen, wie es mit Treuchtlingen weitergeht. "Wir treffen uns alle zwei Tage als Führungsrunde im Rathaus und besprechen das weitere Vorgehen", sagt der 61-Jährige.

Mitarbeiter wurden ins Homeoffice geschickt, Veranstaltungen müssen abgesagt werden, der Verwaltungsbetrieb muss weiter aufrechterhalten werden. Zudem erreichen die Stadt immer wieder Schreiben von Ministerien und Landesbehörden mit Anweisungen, wie sie in der aktuellen Lage umgehen soll. Das Rathaus hat zwar für den Publikumsverkehr geschlossen, untätig sind die Mitarbeiter jedoch nicht.

Was für Baum hinzukommt, ist das "Ausmisten" seines Büros. "Ich werde es meiner Nachfolgerin nicht ganz leer hinterlassen", sagt Baum. So bleiben wichtige Akten natürlich für Kristina Becker im Rathaus, doch in den vergangenen zwölf Jahren haben sich viele persönliche Gegenstände und Schreiben angesammelt, die jetzt nach Hause zum künftigen Bürgermeister a. D. wandern – darunter beispielsweise die Briefe, die ihm manche Bürger nach seiner Abwahl geschickt haben. "Die Menschen haben ihr Bedauern über meine Abwahl ausgedrückt und mich für die Arbeit der vergangenen Jahre gelobt", erzählt Baum. Er selbst könne daher erhobenen Hauptes durch seine Heimatstadt gehen und positiv auf das Geleistete und von ihm Angestoßene blicken.

Aus nach 36 Jahren im Stadtrat

Anders als Baums Vorgänger Wolfgang Herrmann, den er 2008 in einer knappen Stichwahl abgelöst hat, kehrt der Sozialdemokrat dem Stadtrat nach 36 Jahren Mitgliedschaft den Rücken. "Es ist jetzt Zeit für einen Neuanfang, da will ich niemandem hineinreden." Für ihn wird der ehemalige SPD-Ortsvorsitzende und bisherige Stadtrat Stefan Fischer in das Gremium nachrücken, sein Mandat im Kreistag wird Baum behalten. "Und auch sonst bin ich als Ansprechpartner da, wenn mich jemand fragt."

Mit seiner Nachfolgerin Kristina Becker will Baum demnächst in Kontakt treten, um die Übergabe der Amtsgeschäfte zu regeln. Zunächst aber nur telefonisch, um in Zeiten von Corona den gebotenen Abstand zu wahren. Dennoch denkt er, dass der Wechsel an der Stadtspitze problemlos stattfinden wird, "auch weil wir hier im Rathaus gute Mitarbeiter haben."

Wie geht es für Baum persönlich weiter? In wenigen Tagen feiert er seinen 62. Geburtstag, am 30. April endet offiziell seine Amtszeit. Vor seiner Wahl war Baum Beamter bei der Bahn, in den vergangenen zwölf Jahren war er deshalb beurlaubt. Nun hat er eine Dienstantrittserklärung abgegeben und könnte zum 1. Mai theoretisch wieder bei seinem alten Arbeitgeber anfangen. Doch nach zwölf Jahren als Bürgermeister hätte Baum ebenfalls Anspruch auf ein staatliches Ruhegeld. Wie es genau weitergeht, werden die nächsten Wochen zeigen.

Netzwerk aufgebaut

Was wohl vorbei sein wird, sind die vielen Treffen in den Ausschüssen des bayerischen Städtetags, in denen Baum aktiv war. "In den vergangenen Jahren habe ich schon ein großes Netzwerk aufgebaut, das es jetzt nicht mehr gibt", so Baum. Und auch die Aktivitäten bei vielen Veranstaltungen in der Stadt werden ihm fehlen, der sich selbst als Vollblutpolitiker beschreibt und auch nur wenige Gelegenheiten ausgelassen hat, sich zu zeigen.

Als letzte Amtshandlungen möchte der scheidende Bürgermeister den Stadträten, die aus dem Gremium ausscheiden, den Ehrenring der Stadt überreichen. Eigentlich ist die Sitzung für den 23. April geplant, ob sie so auch stattfinden kann, ist in der derzeitigen Lage unklar. Dann möchte Baum auch noch einen persönlichen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte geben, bevor dieses Kapitel in Treuchtlingen geschlossen wird und sein Porträtbild neben denen seiner Vorgänger im Sitzungssaal des Rathauses landet. So wird Werner Baum trotzdem noch im Gremium präsent sein, auch wenn er nicht mehr im Amt ist.

Kommunalwahl 2020: Bürgermeisterwahl in Treuchtlingen


Die Stadtratswahl 2020

26,1%

37,5%

15,9%

11,9%

8,5%

SPD
CSU
UFW
TBL
JGB

10,3%

4,7%

2,3%

2,6%

0,5%

Alle Stimmkreise ausgezählt.

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