Mittwoch, 20.11.2019

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Neue "Nummer zwei" bei der Treuchtlinger Polizei

Der Obermögersheimer Matthias Kögel ist der neue stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion - 25.06.2019 06:04 Uhr

Matthias Kögel ist der neue stellvertretende Leiter der Treuchtlinger Polizeiinspektion. © Micha Schneider


Mit Fußball kennt sich Matthias Kögel aus. Zumindest mit den Fans, die regelmäßig ins Stadion strömen, um ihren Herzensverein anzufeuern. Eine Fanfreundschaft, wie sie beispielsweise der 1. FC Nürnberg mit dem FC Schalke 04 pflegt, ist jedenfalls nicht nur schön für die Anhänger, sondern war es auch immer für Matthias Kögel, den neuen stellvertretenden Dienststellenleiter der Treuchtlinger Polizei.

Kögel war nämlich zuvor viele Jahre lang bei Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen im Einsatz. Und Fanfreundschaften sind zwischen Fußballvereinen eher selten. Vielmehr gibt es oft gelebte Feindschaften zwischen den Lagern. "Bei Fußballspielen kommt es für uns immer darauf an, dass die gegnerischen Fans nicht aufeinandertreffen – und wenn doch, dass dann Ruhe herrscht", fasst Kögel seinen bisherigen Aufgabenbereich zusammen.

Mit Bundesligaspielen, Großveranstaltungen oder Demonstrationen mit Gewaltpotenzial hat es der 50-Jährige in Treuchtlingen künftig allerdings eher weniger zu tun. Seit dem 1. April ist der Obermögersheimer der zweite Mann in der rund 30-köpfigen Dienststelle in der Elkan-Naumburg-Straße und Nachfolger von Jürgen Brenner, der die Position im Rahmen eines Personalentwicklungsprogramms nur für ein halbes Jahr inne hatte. "Ich freue mich sehr auf die Aufgabe hier", sagt Matthias Kögel. "Das ist nochmal etwas ganz anderes nach 20 Jahren beim Einsatzzug."

Im Traumberuf hochgearbeitet

Angefangen hat der "Neue" einst als Bereitschaftspolizist in Nürnberg. Danach war er lange beim Einsatzzug in Ansbach tätig. Vier Jahre lang arbeitete er zwischenzeitlich auch als Streifenpolizist in München, ehe er sich über ein Studium für den gehobenen Dienst und sukzessive für Führungspositionen empfahl, die er teils auch bereits bekleidete.

"Polizist war schon immer mein Traumberuf", blickt der dreifache Familienvater Kögel zurück. Sogar die Schule habe er abgebrochen und das Gymnasium in Gunzenhausen verlassen, als er mit seiner Bewerbung bei der Polizei Erfolg hatte. Bereut habe er das nie. "Es ist einfach jeden Tag etwas anderes los", sagt Kögel. Gerade die Zeit als Streifenpolizist habe ihm sehr viel gebracht und auch "viel Spaß gemacht".

Natürlich erlebt man als Polizist aber auch bedrückende Geschichten. Das Gasunglück in Lehrberg im Jahr 2006 kommt Matthias Kögel dabei als erstes in den Sinn. Damals habe ein falscher Handgriff gereicht, um eine verheerende Explosion auszulösen, bei der fünf Menschen ums Leben kamen und zahlreiche verletzt wurden. Aber auch den Amoklauf in Ansbach im September 2009 und das Familiendrama im vergangenen Jahr in Gunzenhausen wird er so schnell nicht vergessen. Dort war Kögels Einsatzzug für die Absicherung des Außenbereichs zuständig.

Zu derlei Einsätzen möchte der 50-Jährige in Treuchtlingen möglichst nicht mehr gerufen werden. Dann doch lieber zu einem Fußballspiel. "Fußall haben wir hier doch auch", sagt sein neuer Vorgesetzter, Polizeichef Dieter Meyer, augenzwinkernd. Zum Beispiel das "Derby ESV gegen VfL". Erst am vergangenen Wochenende haben beide gegeneinander gespielt. Der ESV siegte mit 6:3. Meyer grinst: "Es war aber alles ruhig." Die Herausforderungen für Matthias Kögel liegen in Treuchtlingen künftig also doch woanders.

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