Sonntag, 08.12.2019

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Gundelsheim bekommt eine Krippe

Der städtische Kindergarten wird umgebaut, um auch unter Dreijährige aufzunehmen - 17.07.2019 06:04 Uhr

Der Bauausschuss beim Ortstermin: Ziemlich in die Jahre gekommen ist der Kindergarten im alten Gundelsheimer Schulhaus. © Patrick Shaw


Wie vielerorts, so steigt auch in Gundelsheim die Nachfrage nach Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren. Den Bedarf hat der Treuchtlinger Stadtrat schon im April bewilligt. Nun soll dafür der erst 2014 merklich verkleinerte städtische Kindergarten "Schwalbennest" im alten Gundelsheimer Schulhaus wieder erweitert und umgebaut werden. Aus Kostengründen gibt es aber nur die "kleine Variante".

Von dieser sowie der großen Alternative machte sich der Bauausschuss Anfang Juli vor Ort ein Bild. Bei der bescheideneren Version werden ein Turnraum und ein Lager des weitläufigen ehemaligen Schulhauses zu einem neuen Gruppen- und einem Schlafraum samt Zugangs- und Fluchttür für die Krippenkinder umgebaut. Im Tausch mit einem Büro entsteht neben der Küche ein kleiner Speisesaal. Außerdem werden der Brandschutz modernisiert, der Haupteingang überdacht sowie ein Spielgerät und eine Gartenhütte für den Außenbereich angeschafft.

Der Gruppenraum rechterhand des Eingangs wird zur künftigen Krippe. © Patrick Shaw


Deutlicher Preisunterschied

Bei Variante zwei kommen noch energiesparende Fenster, eine neue Beleuchtung, eine zweite Ebene im Hauptraum sowie ein neues Pflaster hinzu. Die einfache Version schlägt mit rund 168.000 Euro zu Buche, die größere mit 339.000 Euro. Beide sind mit Jugendamt und Kindergartenleitung abgestimmt.

Der Knackpunkt ist laut Bauamtsmitarbeiter Florian Forster allerdings die staatliche Förderung. Zuschüsse aus dem bis Ende August befristeten, voraussichtlich aber weiterlaufenden Sonderinvestitionsprogramm zur "Kinderbetreuungsfinanzierung" gibt es ausschließlich für die neue Krippe, nicht für Renovierungsarbeiten am bestehenden Kindergarten (Fenster, Beleuchtung, Pflaster). Letztere gelten als "Unterhalt".

Zwar koordiniert das Stadtbauamt den Umbau selbst, sodass die Planungskosten ebenfalls nicht zuwendungsfähig sind. Zusammen mit der Basisförderung aus dem kommunalen Finanzausgleich beläuft sich der Zuschuss bei Variante eins dennoch unter dem Strich auf 120.000 Euro, bei Variante zwei schlechtestenfalls nur auf 90.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt läge dann bei 48.000 beziehungsweise bis zu 250.000 Euro.

Kindergarten-Renovierung soll bald folgen

Bürgermeister Werner Baum erklärte, er sei bisher für die große Lösung gewesen, halte die kleine nun aber doch für effizienter. Die neue Krippengruppe solle möglichst schnell entstehen, und deren Finanzierung sei so sauber von den Arbeiten am Kindergarten getrennt – die die Stadt allerdings "nicht auf lange Bank schieben" wolle. Auch Stadtkämmerer Dominik Wenzel plädierte dafür, die Umbauten in zwei Schritten anzugehen. Dies verschaffe der Stadtverwaltung "mehr Luft, um die Förderanträge zu stellen".

Klaus Fackler (UFW) schloss sich dem an, wenngleich er betonte, dass er sich als Gundelsheimer dem Kindergarten sehr verbunden fühle und ebenfalls gern die große Lösung gesehen hätte. Er schlug vor, in den Beschluss zumindest eine Absichtserklärung aufzunehmen, später auf jeden Fall auch die Fenster des Gebäudes zu erneuern.

Dem folgte der Stadtrat einstimmig. Uwe Linss (CSU) bat allerdings darum zu prüfen, ob für die Fenster nicht auch nur ein neuer Anstrich ausreiche. Die ersten Kleinkinder sollen im September 2020 in die neue Krippe einziehen.

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