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Dampfloks und Seifenblasen im Treuchtlinger Museum

Im Volkskundemuseum starten zwei Ausstellungen mit einem interaktiven Ansatz - 05.06.2019 18:18 Uhr

Neue Zeitrechnung mit alten Dampfloks: Das Treuchtlinger Volkskundemuseum will den Besuchern mit der neuen Entdeckerwerkstatt und der Jubiläumsausstellung „Geschichten aus der Dampflokzeit“ spielerisch Geschichte präsentieren. © Micha Schneider


2008 hatten die Planungen dafür begonnen, nach intensiven Vorbereitungen wurden die beiden neuen Ausstellungen nun fertig montiert. Die neue Entdeckerwerkstatt und die Jubiläumsausstellung „Geschichten aus der Dampflokzeit: 1869 bis 2019: 150 Jahre Bahn in Treuchtlingen“ sollen Besucher künftig in das Museum gegenüber des Stadtschlosses locken. 

Die Ausstellungen werden ab dem 8. Juni täglich (außer montags) zugänglich sein. Auch am Wochenende. „Es ist der Versuch, das Museum neu aufzustellen“, sagt Marlit Bauch, die Museumsleiterin. Das Konzept sieht eine spielerische Annäherung an verschiedene regionaltypische Themen vor. Dadurch sei der Lerneffekt viel größer, so Bauch.

Statt drögem, theoretisch vermitteltem Wissen kann man stattdessen also eigenhändig entdecken, spielen und ausprobieren und sich so selbst Lösungen erschließen. So können die Besucher etwa herausfinden, was passiert, wenn ein Zug über eine der vielen Eisenbahnbrücken fährt oder gleich selbst in die Uniform eines Eisenbahners schlüpfen. Die Fotos kann man sich selbst oder Freunden per Mail schicken.

Musik wie vor 110 Jahren

Ein Mikroskopiertisch lädt zum Betrachten von Textilien ein, während man an einer „Seifenblasen-Station“ erkunden kann, warum viele Alltagsgegenstände eigentlich rund sind. Ein Highlight wird die Musikautomaten-Station im neuen Eingangsbereich sein. Hier wurden die historischen Musikstücke eines 110 Jahre alten Polyphonschranks digitalisiert, um sie für Besucher erlebbar zu machen. „Es war nicht ganz leicht, den Polyphonschrank zum Laufen zu bringen“, sagt Bauch. „Jetzt ist es aber ein wirklich außergewöhnliches Hörerlebnis zu dem ich jeden Besucher nur einladen kann.“

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„Machen und Verstehen“ lautet das Motto. Mit einem interaktiven Ansatz soll den Besuchern die Geschichte der Region näher gebracht werden. „Für uns ist das Wahnsinn. Eine Vision, die plötzlich Realität wird“, sagt Bauch. Man kann es fast nicht glauben, dass das nach so einer langen Planungszeit jetzt wirklich passiert und auch funktioniert.“

Geschichten aus der Dampflok-Zeit

Nicht nur die Entdeckerwerkstatt sorgt für Vorfreude bei den Machern, auch die Jubiläumsausstellung „Geschichten aus der Dampflokzeit“, soll den Besuchern einen gänzlich neuen Zugang zur Treuchtlinger Bahngeschichte vermitteln. Man habe sich mit vielen Eisenbahnern, Lokführern oder Heizern getroffen. In diesen Gesprächen fiel in einem Nebensatz der Hinweis zu einer alten Bahnchronik, die schon im Museumsfundus lagerte. „Ich habe mir die geschnappt und sie in einem Zug durchgelesen“, sagt Bauch. Es sei beeindruckend gewesen, was man in dem 50 Jahre alten Buch gesammelt habe. „Das gibt es ja so alles heute nicht mehr“, so Bauch.

Die Geschichte soll nun erfahrbar gemacht werden. Durch die Chronik könne man die Treuchtlinger Bahnhistorie tatsächlich auch bebildern und spannende Geschichten erzählen. Durch das Eintauchen in eine längst vergangene Zeit beginnt für das Treuchtlinger Museum also gleichzeitig eine neue. 

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