Samstag, 14.12.2019

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CSU-General Blume in Wettelsheim: Klima und Europa

Der Gastredner plädierte beim Schützenjubiläum für mehr Zuversicht, Ehrlichkeit und Ausgleich - 07.07.2019 06:25 Uhr

Als Gastgeschenk erhielt CSU-Generalsekretär Markus Blume (links) von Germania-Schützenmeister Markus Dürnberger eine Wettelsheimer Spezialität. © Foto: CSU Treuchtlingen


Der Münchner Landtagsabgeordnete baute seine Rede anhand des Zitats von Franz Josef Strauß auf: "Dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts." Den Gastgebern von der Treuchtlinger CSU zufolge zeigte er dabei auf, dass sich die Zeiten seit der Gründung der Schützengesellschaft vor 111 Jahren grundlegend geändert hätten und man heute in Bayern in wirtschaftlich starken Zeiten lebe.

Deutlich machte Blume aber auch, dass die Gegenwart durch starke Umbrüche geprägt sei. Die USA ziehen sich mehr und mehr aus ihrer internationalen Verantwortung zurück, Europa werde durch den Brexit geschwächt, China strebe eine weltweite Vorrangstellung an. All diese Herausforderungen behinderten die Entwicklung Europas, was bei den Bürgern Spuren hinterlasse.

Dazu komme die Befürchtung, dass man den Wählerwillen hintanstelle, etwa weil Manfred Weber als Vertreter der stärksten Fraktion im Europaparlament nicht zum Kommissionspräsidenten gewählt werde. Damit werde der Wählerwille missachtet, was das Vertrauen der Menschen in Europa reduziere.

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Klar sei aber auch, so Blume, dass jeder, der stehen bleibt, abgehängt wird. Dies gelte für aktuelle Themen wie etwa den Klimawandel. Wichtig sei eine Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen: "Klimaschutz ja, aber nicht auf Kosten der sozial schwachen Mitbürger, die sich kein neues Auto leisten können, und auch nicht um den Preis einer Deindustrialisierung Deutschlands und Bayerns", betonte der "CSU-General". Dieses Thema sei "eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht einer Bevölkerungsgruppe allein aufgebürdet werden kann".

Auch bedürfe es mehr Ehrlichkeit beim Klimaschutz. "Flugreisen zu verteufeln, aber dann selbst ständig zu fliegen, wie dies die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag vormacht, ist schlicht unehrlich", meint Blume. Bei der Einführung einer Klimasteuer dürften gerade auch Pendler und insbesondere der ländliche Raum, die in größerem Maß Kohlendioxid ausstoßen, nicht bestraft werden. Es gehe vielmehr darum, Anreize für ein umweltbewussteres Verhalten zu schaffen.

Wichtig ist es Blume auch, aktuelle Entwicklungen nicht zu verschlafen. Dazu zählen zum Beispiel die Digitalisierung sowie die Erforschung und Nutzung künstlicher Intelligenz. Man dürfe sich hier nicht "von China oder den USA die Rücklichter zeigen lassen, sondern vielmehr dafür Sorge tragen, dass Bayern auch in zehn, zwanzig Jahren eine absolute Zukunftsregion ist." Bei aller Innovation sei es dennoch wichtig, dass man die Basis für all diese Maßnahmen erhält. Dies sind aus Blumes Sicht der christliche Glaube und die abendländische Geschichte – ohne andere dabei auszugrenzen.

Mit dem politische Abend ging auch das 111. Jubiläum der Schützengesellschaft Germania Wettelsheim zu Ende. Einen Bericht über das Gauschießen gibt es auf Seite 3 dieses Lokalteils.

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