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Altmühlfranken: Soldatenbund kritisiert Ausstattung

Ausrüstung der Bundeswehr sei nicht mehr so gut wir früher - Wettelsheimer die besten Kriegsgräber-Sammler - 26.03.2019 06:02 Uhr

Soldatenbund-Kreisvorsitzender Hans Bauernfeind (rechts) und Langenaltheims Bürgermeister Alfred Maderer (links) zeichneten etliche Kameraden für ihre Verdienste aus. © Jürgen Leykamm


Eine Lanze für die „Truppe“ brach bei dem Treffen der Kameradschaften Dietmar Eitel, Kreisorganisationsleiter der Reservistenverbands-Landesgruppe aus Gunzenhausen. Mit einem Film stellte er das bewaffnete Radfahrzeug „Dingo“ vor und erläuterte dessen Vorzüge. Einer der Anwesenden ließ sich jedoch nicht überzeugen: „Heute muss man die Panzer schieben!“, äußerte er seinen Unmut.

Die Ausstattung der Truppe sei „viel besser als ihr Ruf“, hielt Eitel dem entgegen. Doch auch er übte Kritik – zum Beispiel an den Plänen, sich von der Reservisten-Kordel an der Uniform zu verabschieden. Denn dann sei deren Uniform nicht mehr von der der aktiven Soldaten zu unterscheiden und müsse hundertprozentig den Vorschriften entsprechen. Ehrenkreuze wie jene, die auch bei der Kreisversammlung vergeben wurden, dürften dann nicht mehr getragen werden.

Auch sein „Lieblingsthema Volkstrauertag“ brachte Eitel zur Sprache und betonte, dass die Ehrenwache bei den Gedenkveranstaltungen keinen Gefechtshelm mehr tragen und „selbstverständlich auch keine Waffen mitführen“ dürfe. Leicht allergisch reagierte der Organisationsleiter, als aus den Reihen der Versammlung mehrfach die Abschaffung der Wehrpflicht bedauert wurde. Vor der Gesetzesänderung habe man versäumt, dagegen zu demonstrieren und kritischen Stimmen Gehör zu verschaffen. „Wir haben es vergeigt“, so Eitel.

Warme Worte gab es von Reserve-Feldwebel Walter Preuß aus Gunzenhausen. „Ihr tragt die Würde der Bundeswehr in die Öffentlichkeit, und das in Eurer Freizeit“, lobte er die Vertreter der 31 Kameradschaften mit knapp 1700 Mitgliedern im Kreisverband.

Kreisvorsitzender Hans Bauernfeind blickte unter anderem auf einen Empfang bei Regierungspräsident Thomas Bauer und eine Fahrt nach Mödlareuth zurück, letzteres einst Symbol der deutschen Teilung. 9500 Euro habe die jüngste Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge gebracht – 500 mehr als im Vorjahr. Den größten Anteil daran hatte die Wettelsheimer Kameradschaft, die es allein auf 1300 Euro brachte. Nicht müde wurde Bauernfeind, auch für die nächs­te Sammlung zu werben. Dabei sprach er den anwesenden Langenaltheimer Bürgermeister Alfred Maderer an. Dieser versprach, den Hinweis mitzunehmen, und erinnerte an seine eigene Bundeswehrzeit beim Heeresmusikkorps in Gießen. Auch er bedauerte den Wegfall der Wehrpflicht, die „noch keinem jungen Menschen geschadet“ habe.

Der örtliche Kameradschaftsvorsitzende Karl Löffler blickte weiter zurück – auf das Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals habe man die Vereinsfahne im Wald vergraben, um sie zu retten, erzählte er. An solche und andere Anekdoten dürften die Kameraden erinnert werden, wenn sie heuer zum Militärtag nach Uffenheim reisen. Auch der 16. Altmühltalmarsch im September und die nächste Kreisversammlung in Burgsalach stehen auf dem Jahresprogramm.

Das Reservisten-Verdienstkreuz in Gold erhielt Adolf Kohler von der Kameradschaft Weißenburg. Er war in den 1990er Jahren Kommandeur des Heimatschutzbataillons. Das große Verdienstkreuz in Gold ging an Karl Hüttinger aus Wettelsheim und Herbert Rosenwirth aus Möhren, das große Verdienstkreuz am Band an Klaus Archinger aus Pleinfeld und Dieter Glaser aus Weimersheim. Das Verdienstkreuz erster Klasse dürfen künftig Franz Klemmeier aus Raitenbuch und Jens Krüger aus Bieswang tragen, das Verdienstkreuz zweiter Klasse Dominik Bernstein aus Osterdorf und Thomas Kamm aus Höttingen. 

Jürgen Leykamm E-Mail

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