14°

Montag, 21.10.2019

|

zum Thema

Altes Treuchtlinger Schlachthaus soll stehen bleiben

Der Bauausschuss ist gegen den Vorschlag, das marode Nebengebäude der Stadthalle abzureißen - 18.09.2019 12:18 Uhr

Wände rissig, Dach undicht, Tor kaputt: Das ehemalige Schlachthaus neben der Treuchtlinger Stadthalle ist schon seit fast 30 Jahren ein Sanierungsfall. © Benjamin Huck


Bereits vor über einem Jahr hatten sich die Ratsmitglieder das Gebäude angesehen, das der Wirt der Stadthalle im Winter zum Lagern der Außenbestuhlung nutzt. Das Häuschen ist marode, die Wände versinken im Boden und haben Risse, Ziegel fallen vom Dach, und das Garagentor lässt sich nicht mehr richtig schließen.

Wie geht es also weiter mit dem altersschwachen Schlachthaus? Die Stadtverwaltung hat dazu einen Vorschlag erarbeitet. Da im Fall einer Sanierung keine Firma eine Gewährleistung übernehmen würde, möchte sie das Gebäude abreißen lassen und durch eine Fertiggarage mit zwei Schwingtoren ersetzen. Grob 50.000 Euro würde das kosten.

Bilderstrecke zum Thema

Die Treuchtlinger Stadthalle Im Wandel der Zeit

In Treuchtlingen gibt es ein Gebäude, dessen Bau sich im Rückblick in vielerlei Hinsicht rentiert hat: die heutige Stadthalle. 1908 war die Halle als Turnhalle errichtet worden. Es war die Zeit eines rasanten Aufschwungs in Treuchtlingen. Die Bahnlinie Richtung Donauwörth war kurz zuvor (1906) eröffnet worden. Die Einwohnerzahl explodierte regelrecht. Und da war eine große Halle für Veranstaltungen natürlich notwendig. Aus der Turnhalle wurde später die Stadthalle. Heute ist sie das Zentrum der größeren Feiern in der Stadt. Den Beginn im Jahreslauf gibt der Neujahrsempfang der Stadt, gefolgt von den Faschingsveranstaltungen der Karnevalsgesellschaft.


Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich damit nicht so recht anfreunden. Manfred Kreß (UFW) schlug vielmehr vor, das Haus abzureißen und die Fläche freizuhalten, sodass man auch einen schöneren Blick auf die Altmühl habe. Ein Ersatzlagerraum könne anderswo am Festplatz entstehen – wo genau, wusste er aber nicht zu sagen.

Charmant oder zu teuer?

Marco Satzinger (CSU) sprach dem Gebäude einen gewissen Charme zu und plädierte dafür, es zu sanieren: "Es hat einen Charakter und eine Ausstrahlung." Zudem koste ein Abbruch ja ebenfalls Geld, vielleicht komme die Sanierung günstiger. Für die angedachte Doppelgarage konnte sich kein Ratsmitglied erwärmen.

"Das Gebäude beschäftigt uns nun schon seit 1992", fasste Bürgermeister Werner Baum zusammen. Nun müsse man handeln. Er stellt den Vorschlag in den Raum, die Verwaltung eine Kostenschätzung für die Erneuerung des Fundaments und des Dachs einholen zu lassen. Dem stimmte das Gremium bei zwei Gegenstimmen (Manfred Kreß, UFW, und Jürgen Bachmeier-Auer, SPD) zu.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Treuchtlingen